Zu viel!

Wir Menschen können nicht gut stillstehen. Irgendwas treibt uns immer weiter. Es kommen ständig neue DINGE raus. Was aber macht das mit uns MENSCHEN? 

Neue Computer, neue Software, neue Telefone, neue Kameras! Natürlich alles immer schneller, immer besser, immer teurer. Bringt uns dieser scheinbar unvermeidliche Lauf der DINGE aber wirklich weiter? Es ist nicht mein Ansinnen den Fortschritt grundsätzlich zu verteufeln. Aber warum nicht

  • einfach mal innehalten
  • einfach mal gut sein lassen
  • einfach mal das nutzen, was man hat
  • einfach mal auf eine Kamera und Brennweite beschränken?

Warum man oftmals nicht zufrieden mit dem ist, was man hat und warum man sich immer gerne alle Optionen offen halten möchte? Dazu habe ich in einem vergangenen Artikel schon meine Gedanken formuliert. Auch bei den Artikeln zum Thema Kameras.

Mal eine Frage zum Thema Brennweite an mein „Ich-muss-es-allen-Recht-machen-Ego“:

Kann man eine Hochzeit, Party, Details, Landschaft oder Architektur mit nur einer Brennweite fotografieren?

Antwort meines Egos:

Niemals! Du brauchst ALLE Brennweiten für alle Fälle, die auftreten können:

Superweitwinkel, Makro, Portraitlinse, Teleobjektiv, Lensbaby, Tilt-Shift: ALLE! Alles andere ist unprofessionell und überhaupt kann man sich nicht nur mit einer Kamera blicken lassen. Und daher muss man im Idealfall natürlich mit (mindestens) 2 Kameras – am besten Vollformat – und den besten Objektiven anrücken.

Stop (aus Protest mit einem „p“, weil es mit 2 doof aussieht und es im Straßenverkehr auch nur eines hat!)

Muss ich das alles wirklich haben? Hier passend mit nur einem „p“ die Antwort als Buchtip:

Einen Scheiß muss ich*

Machen alle diese Möglichkeiten bessere Fotos oder Videos? Technisch vielleicht.

Aber wäre es nicht viel entspannter, nur mit einer kleinen Kamera an die Sache ranzugehen und die Möglichkeiten zu nutzen, die man damit hat?

Komprimierung durch Tele? Geht dann halt nicht! Superweitwinkel? Geht dann halt nicht! Na und? Gute Ergebnisse? Die gehen! Mit jeder Kamera (und sogar mit jedem aktuellen Telefon). Im Rahmen der Möglichkeiten der eigenen Kreativität! Ich lasse jetzt den Spruch „weniger ist … “ weg. Den kann ich selber nicht mehr hören, auch wenn er stimmt. Anders formuliert:

Nutze, was Du hast und sei genügsam bei dem was Du wirklich brauchst.

Wer nur eine Sache, egal ob Kamera, Instrument oder sonst was hat, nutzt es intensiver! Die besten Ideen ergeben sich aus der Einschränkung. Kreativität entsteht nicht durch tausende Möglichkeiten. Die lenken nur ab.

Die besten Ideen für ein Thema bei der Musik kommen mir am Piano. Nicht mit dem tausendsten Plug-in.

Man hat nur eine Sache und geht damit an die Grenzen des Möglichen. Es ist viel spannender (für mich), mit Kreativität Dinge damit zu machen, die ich sonst nicht machen würde, weil ich ja direkt zum „besseren“ greifen kann und mich in Möglichkeiten verliere. Will ich nicht mehr.

Ich möchte nicht immer das „Beste“ haben, sondern aus dem was ich habe, lieber das Beste machen!

Meine letzten Kamerakäufe waren schon Gebrauchtkäufe. Und die RX10II* war ein Kauf nach dem Motto „Dann bin ich für alle Gelegenheiten gewappnet!“ Aber muss ich das wirklich sein? Für wen? Für mich oder für andere? Mir ist es momentan zu viel und ich will nicht mehr alles vorhalten, nur damit man für alle Gelegenheiten und Jobs gewappnet ist. Denn es sind mir im Moment:

  • Zu viele Optionen
  • Zu viele Gedanken
  • Zu viele Akkus
  • Zu viele Ladegeräte
  • Zu viele Brennweiten
  • Zu viel Gewicht
  • Zu viel Technik
  • Zu viele Optionen in der Nachbearbeitung
  • Zu viel Zeit am Rechner

Dafür aber

  • Zu wenig Zeit draussen
  • Zu wenig ausnutzen des vorhandenen
  • Zu wenig kreative Ideen

Ich beschäftige mich schon eine ganze Weile mit dem Thema „Minimalismus“ und es ist ein Weg, der sich für mich mit vielen kleinen Schritten besser gehen lässt als mit einem großen Paukenschlag. Ich habe mich schon von vielen materiellen Dingen getrennt und nun werde ich auch in Sachen Kameras einen weiteren Schritt in diese Richtung gehen: Eine Kamera reicht mir.

 

P.S.: Der „Mitzieher“ und das Foto des Objektivs sind beide mit meinem iPhone 7 plus entstanden. Insofern habe ich immer noch eine 2. Kamera.

P.P.S.: Wer Interesse an meiner Sony RX10II* hat, kann sich gerne mit mir in Verbindung setzen.

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4 Comments

  1. Jörn
    11. Oktober 2017

    Hallo Markus,

    solche, bzw. ähnliche Gedanken bewegen mich auch immer wieder. Ich komme aber zu einem anderen Ergebnis.

    Im Prinzip reicht mir auch eine Kamera. Sogar dann, wenn sie nur eine feste Brennweite mitbringt. Hier die Fujifilm X100F. Das Problem für mich: Ich bin eben kein Ding. Ich verändere mich – und mit mir meine Kompetenzen.

    Werkzeuge wie z. B. meine Canon EOS 6D, die „gestern“ für mich noch High-End waren, begrenzen mich heute. Natürlich könnte ich es gut sein lassen und einfach weiter damit fotografieren. Bringt mir aber keinen Spaß und der soll sich ja auch einstellen. Und die Gerätschaften sollen mich nicht begrenzen. Sie sollen mir neue Möglichkeiten verschaffen. Ich mag Minimalismus aus rationaler Sicht, aus künstlerischer mag ich ihn gar nicht.

    Jörn

    Antworten
    1. Markus
      11. Oktober 2017

      Hi Jörn und danke für Deinen Kommentar. Spaß ist ein wichtiger Punkt. Natürlich soll es Spaß machen! Gerade in künstlerischer Sicht. Und Minimalismus heißt für mich auch nicht, dass ich nichts mehr habe. Sondern das die Dinge, die ich habe, wirklich intensiv genutzt werden und dabei Spaß machen. Wenn jemand Spaß hat 4 Kameras für verschiedene Zwecke zu besitzen und die auch nutzt ist doch alles gut. Für mich passt es im Moment nicht mehr. Und ich glaube, dass Du auch eine Gedankenlast weniger hättest, wenn Du nur noch die Fuji nutzt. Von der Last des Gewichts der 6D mal abgesehen. Aber wenn Du die 6D auch noch mit Spaß nutzt: alles gut 🙂

      Antworten
      1. Jörn
        11. Oktober 2017

        Nein (sage ich oben ja auch): die 6D begrenzt mich. Sie soll weg. Aber nicht ersatzlos. Die X100F ist super, aber die Kamera allein? Sehr schwierig und mit Sicherheit auch immer mal unbefriedigend.

        Antworten
        1. Markus
          11. Oktober 2017

          Stimmt. Hattest Du geschrieben mit der 6D. Ob Du aber mit dem Ersatz (zum Beispiel dem Schwergewicht D850, wenn sie jetzt vom Himmel fallen würde) glücklicher wärst? Da passt dann was anderes (vielleicht das größere Gewicht) nicht. Bei der X100S ist auch längst nicht alles perfekt. Aber ich will mich da in diesem Fall mehr drauf einlassen und das Beste raus holen.

          Antworten

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