Workflow: Apple iPhoto für iOS

Nach einiger Zeit mit dem neuen iPad und iPhoto (für iOS) in der freien Wildbahn hat sich für mich folgender Workflow für Fotos ergeben. Wenn ich im folgenden von iPhoto spreche, meine ich die iOS Version.

Unterwegs

  1. Import der Fotos generell über das Camera-Connection Kit. So bekomme ich zur Not auch iPhone Videos übertragen (geht per „beamen“ sonst nicht).
  2. Sichten und markieren der Fotos über iPhoto. Die Funktion per Doppelklick ähnliche Bilder auf einmal zu sehen, ist klasse gelöst und wirklich hilfreich. Das schwierigste ist für mich ohnehin die Auswahl und das löschen von Bildern.
  3. Wenn nötig, bearbeite ich das Originalfoto mit Snapseed oder TouchRetouch HD und sichere es anschliessend in der Foto App (Blume). Dann allerdings muss ich es in iPhoto auch erneut markieren, da es nun wieder ein „neues“ Foto darstellt.
  4. Bearbeiten der Fotos mit iPhoto.
  5. Erstellen eines Journals mit allen gewünschten Fotos.
  6. Wenn man sicher ist, dass alle wichtigen Fotos im Journal sind (und erst dann) folgt Schritt 7.
  7. Alle Fotos in der normalen Foto App (Blume) löschen! Hintergrund: Die Fotos sind durch die Verwendung innerhalb eines Journals in der iPhoto App gespeichert. Warum also sollen sie doppelt Speicherplatz verschwenden?

Wieder zu Hause

  1. In iPhoto stelle ich zunächst die Journale sowie anschließend auch die einzelnen Fotos (wichtig!) für iTunes bereit. Zum Bereitstellen von mehreren Fotos kann man in iPhoto am besten mit dem Button „Bereich“ arbeiten.
  2. iPad mit „Hauptrechner“ verbinden und iTunes starten.
  3. Im Reiter App kann man nun auf iPhoto klicken und sich die für iTunes bereitgestellten Ordner auf die heimische Festplatte kopieren.
  4. Anschließend lösche ich über iTunes diese Ordner wieder. Sie nehmen sonst Platz auf dem iPad weg.
  5. Die Journale können nun am Hauptrechner lokal im Browser angezeigt werden und dienen mir als zusätzliches Backup. So kann man die Journale übrigens auch per CD weitergeben, wenn Familienmitglieder keine DSL-Leitung besitzen. Einfach die Index.html Datei im „Public“ Ordner des Journals öffnen. Achtung: Die enthaltenen Fotos sind für’s Web optimiert und liegen in vier Auflösungen bis maximal 2048 Pixel vor! Das ist für’s Web aber ausreichend. Gleiches gilt für evtl. enthaltenen Videos. Diese sind von den ursprünglichen 1920 x 1080 auf 960 x 540 komprimiert.
  6. Die Originalfotos allerdings werden von iPhoto in der vollen Auflösung und mit allen Exif-Infos sowie allen GPS Infos exportiert. Und genau diese importiere ich zu guter Letzt in Aperture. Dabei sollte man allerdings die Dateien von Aperture umbenennen lassen. Denn beim Export von iPhoto werden sie in „Foto 001“, „Foto 002“, etc. umbenannt. Leider übernimmt Aperture auch nicht die in iPhoto vergebenen Untertitel. Ein entsprechendes Feld hätte Aperture. Hier besteht noch Verbesserungspotential hinsichtlich der Integration.
  7. Solange ich die Journale und Fotos nach dem Ex- und Import noch auf dem iPad behalte, blende ich nun die Fotos in iPhoto aus. Das erleichtert mir das bearbeiten, markieren und exportieren von neuen Fotos, da ich beim nächsten Export nur die neuen Fotos sehe.

Fotostream habe ich übrigens mittlerweile wieder komplett deaktiviert, da mir zu viel ungefilterter Inhalt dort landet, wenn man nicht aufpasst oder einzelne Fotos anschliessend löscht. Ich importiere lieber bewusst händisch, zumal so auch nur die bearbeiteten und ausgewählten Fotos importiert werden. Das durch diesen Workflow die mit iPhoto vorgenommen Änderungen unwiderruflich sind, finde ich persönlich nicht weiter tragisch. Wer aber die unbearbeiteten Original archivieren möchte, sollte Schritt 7 bei „unterwegs“ einfach weglassen und sich die Originale aus der Foto App importieren. Ich habe festgestellt, dass ich selten bis gar nicht ein Foto ein zweites Mal anpacke und neu bearbeite.

  • Wichtig: RAW-Dateien werden von iPhoto nicht verändert. Es wird nur das eingebettete JPG bearbeitet.

Ich kann mit diesem Workflow ganz gut leben. Zumal ich so auch längere Zeit ohne heimischen Rechner arbeiten kann. Mich würde interessieren, ob und wie Ihr mit diesem Thema umgeht.

Markus

5 Comments

  1. Andreas Schneider
    11. April 2012

    Hallo Markus,

    wie groß ist denn der Arbeitsspeicher von Deinem iPad? Kann mir kaum vorstellen, das Du allzu viele Fotos darauf packen kannst (die original RAW Dateien und noch von jedem Foto vier JPGs in verschiedenen Auflösungen).

    Und bist Du unterwegs wirklich schon dabei, die Fotos zu bearbeiten? Das geht doch auf dem Display gar nicht richtig, da es nicht kalibriert ist und die Farben ganz anders aussehen wie am Monitor im Studio.

    Ich bin schon froh, wenn ich unterwegs die Fotos nach dem Kopieren auf dem Laptop (und nochmaligem sichern auf eine externe Festplatte) in Lightroom importiere und sie dort entsprechend ausmiste bzw. die, die ich behalten will, verschlagworte.

    Gruß
    Andreas

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  2. Markus
    11. April 2012

    Hallo Andreas,

    ich habe das Modell mit 64 GB und nutze diesen Workflow nur für private Fotos und ausschließlich für JPGs. Die 4 kleinen JPGs zusammen sind übrigens immer noch kleiner als das Original. Bei einem Beispielfoto hatte das Original 5,83 MB und die 4 JPGs zusammen gerade einmal 1,5 MB.

    VG

    Markus

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  3. Andreas Schneider
    11. April 2012

    Hallo Markus, alles klar – danke für die Info. Dann gehen doch ein paar Bilder drauf, das stimmt 🙂

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  4. Karl
    16. April 2012

    Hab auch ein bißchen mit iPhoto herumgespielt. Mir gefallen die Journale auch schon ganz gut.

    Ich vermisse noch eine anständige Mac-Anbindung und hoffe auf ein kommendes iPhone Update. Ich möchte die Journale am Mac selber erstellen können.

    So ist mir das Ganze doch zu umständlich, da ich ja die Bilder erst auf das iPad kopieren muß. Wenn ich das mit iTunes mache, landen die Bilder nicht in der vollen Auslösung auf dem iPad (lt. Apple im „optimierten“ Größen).

    Ich bin mir nicht sicher, ob sich das jetzt mit der höheren Auflösung des iPad 3 geändert hat, ich hoffe mal, glaube aber kaum.

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    1. Markus
      22. April 2012

      Das Update für den Mac kommt hoffentlich spätestens mit Mountain Lion. Da ich die Bilder bei meinem Worklflow erst ins iPad lade habe ich die Auflösung bei der Synchronisierung nicht mehr getestet. Ich habe aber irgendwo gelesen, dass beim synchronisieren mit dem neuen iPad die Bilder nicht mehr „optimiert“ werden, sondern in der vollen Auflösung kopiert werden. Mich stört aber an den synchronisierten Fotos die Tatsache, dass ich diese nur über iTunes wieder löschen kann. Daher würde ich auch Fotos, die ich auf dem Rechner habe, über eine SD-Card und das CCK auf das iPhone packen. Dann sind die Fotos auf jeden Fall in der vollen Auflösung und lassen sich auch auf dem iPad löschen.

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