Unterwegs in Düsseldorf mit der Canon EOS-RP und Jannis von Dirksón! Photography

An einem wunderschönen Samstagmorgen ging es für mich nach Düsseldorf. Um mich mit Jannis zu treffen und ihn den ganzen Tag mit der EOS-RP zu filmen. Er möchte von Freitag bis Sonntag 101 fremde Personen auf der Straße fotografieren. Wie die Leute darauf reagiert haben, dabei auch noch gefilmt zu werden und einen Vertrag unterschreiben zu müssen, erfahrt ihr in den nächsten Absätzen! Es war spannend.

Jannis Dirksen – „Dirksón! Photography“

Jannis lebt seit 2013 ausschließlich von der Fotografie und wenn er nicht gerade Hochzeiten fotografiert, nutzt er seine Freizeit um Passanten auf der Straße zu porträtieren. Nicht heimlich, sondern nach persönlicher Ansprache. In den Einkaufsmeilen der größeren Städte. In Deutschland, in Spanien, in Italien. Überall, wo er gerade verweilt oder gezielt hinfährt. Wohnhaft in Bremen, hat er die 3 Tage in Düsseldorf inkl. Anreise und aller weiteren entstandenen Kosten aus eigener Tasche finanziert. Weil er sich das Projekt „101 Menschen Freude schenken – an einem Wochenende in Düsseldorf“ in den Kopf gesetzt hat. Um – wie er selber schreibt und sagt – „Jemand zu werden“. Er definiert sich, neben seiner Frau und seinem Sohn, über seine Leidenschaft zur Fotografie. Und die ist ansteckend. Jannis ist eigentlich ein ruhiger Mensch. Wie das dazu passt, dass er an diesem Tag unzählige fremde Personen auf der Straße anspricht (Junggesellenabschiede zählen nur als 3, sonst wäre es zu einfach) erklärt er so: Die Kamera ist sein Türöffner. Überwindet man die Angst, erlebt man wunderschöne Augenblicke und hinterlässt auch die Fotografierten im Idealfall mit einem schönen Gefühl und schönen Fotos. Diese stellt er allen, die „Ja“ gesagt haben, kostenlos zur Verfügung.

Um ein „Ja“ zu erhalten, muss man damit leben können, mehrere „Nein, danke“ in Kauf zu nehmen. Aber jedes „Nein“ bringt einen näher an das nächste „Ja“. Und am Samstag ist die Quote gefühlt 50:50. Also super! Das gute Wetter und die angenehme Stimmung in der Stadt haben sicherlich dazu beigetragen.

Wie kam es zu dem Treffen?

Jannis betreibt einen YouTube Kanal mit einigen Hundert Videos. Er filmt sich meist selber wie er die Leute fotografiert. Dieses Mal hat er aber dazu aufgerufen, dass er gerne von jemand anderem gefilmt werden möchte. Ich habe mich spontan per Mail gemeldet und mein Interesse bekundet. Das Projekt gefiel mir, hörte sich interessant an und war quasi direkt um die Ecke. Außerdem konnte ich Jannis so auch mal „über die Schulter schauen“.

Aus den diversen Anfragen hat er mich für den Samstag ausgewählt und so haben wir uns an diesem Morgen getroffen. Bei einem Kaffee haben wir viel über Fotografie und Persönliches geschnackt und er hat mir seine Canon EOS-RP in die Hand gegeben. Sie war bestückt mit dem Canon EF-S 10-18mm und sollte einfach im Automatikmodus verweilen. Ich persönlich hätte sie zwar gerne manuell belichtet aber bei den wechselnden Lichtverhältnissen und den sehr spontanen Aktionen – „Die da vorne, Kamera ab!“ – war das so natürlich stressfreier.

Los geht’s

Nachdem Jannis einige Autos auf der Kö fotografiert hat, die den Wert eines manchen Einfamilienhauses übersteigen, fiel uns eine Gruppe junger Frauen auf. Erster Gedanke: Junggesellenabschied. Nachdem die Kamera lief, sprach Jannis die 9 Mädels freundlich mit einem „Hallo“ an und es stellte sich heraus, dass es sich lt. T-Shirt und deren Aussagen um „Junge, talentierte, hübsche und motivierte“ Sportlerinnen auf der Suche nach einem Trainer handelte. Den Trainer haben sie mittlerweile. Und einige schöne Fotos als Erinnerung an diesen Samstag auch. So ging es heiter weiter. Gut gelaunt sind Jannis und ich durch die Kö gebummelt und haben mal ein Paar, mal Freunde, mal Freundinnen oder sogar Vor- und Nachmieter fotografiert bzw. gefilmt. Erst über die Kö, dann Richtung Altstadt. Mittagspause traditionell bei einer Pizzeria. Von dort ans Rheinufer und am Ende wieder zurück in die Altstadt.

Sagt denn da keiner „Kamera aus!“?

Ehrlich gesagt: Nein! Es ist ein großer Unterschied, mit welcher Einstellung man auf die Personen zugeht.

a) Ich will was von Dir oder
b) Ich möchte Dir was geben (Gutes Gefühl, Erinnerung, Fotos)

Da Jannis und ich mit Einstellung „b“ an die Sache rangegangen sind, kam es nicht einmal zu doofen Sprüchen. Im Gegenteil. Es entwickelten sich zum Teil wirklich interessante Gespräche. Mit völlig Fremden. Und wer glaubt, auf der Kö bewegen sich nur hochnäsige Neureiche, sollte seine Vorurteile in die Tonne klopfen. Die gibt es mit Sicherheit aber an denen bewegt man sich vorbei und spricht die an, die ein gutes Charisma ausstrahlen.

Und dann auch noch einen Vertrag unterschreiben?

Ja. Da Jannis die Fotos online stellt und das Video auf YouTube erscheinen wird, ist er nur so auf der sicheren Seite. Und was soll ich sagen: Sie haben alle unterschrieben. Einen Vertrag auf der Straße zwischen ihnen und einem Menschen, den sie 5 Minuten lang kennen. Es ist einzig und alleine unser eigenes Mindset, was den Unterschied macht. Mit welcher Einstellung gehe ich auf die Leute zu: a oder b?

Wie ist die EOS-RP

Es ging an diesem Tag nicht um Technik. Außer in den Pausen, wo wir als Fotografen natürlich auch über Kameras gequatscht haben. Aber dennoch möchte ich Euch meine Erfahrungen mit der Canon EOS-RP nicht vorenthalten. Ich habe schließlich selber bei Veröffentlichung überlegt ob ich die Canon EOS-RP*, die Fuji X-T3* oder die Sony A6400* kaufe um meine bis dahin genutzte Canon 6D zu ersetzen. Um es kurz zu machen: Die RP käme – trotz Vollformat – an letzter Stelle. Obwohl ich alle Canon Objektive hätte nutzen können. Sie wirkt sehr „plastikartig“ und hat einige technische Restriktionen. Mit dem angesetzten Objektiv – dem Canon EF-S 10-18mm IS STM* – konnten wir nur in 4K, nicht aber in 1080p filmen. Was bitte, soll das denn? Und in 4K hat die Kamera den bekannten Crop und zudem kein Dual-Pixel AF mehr. Total unverständlich. Der AF hat ein paar Mal auch gar nicht funktioniert. Ich musste auf manuellen Fokus wechseln. Dann ist der Akku (Drittanbieter) ohne Vorwarnung einfach leer. Die Anzeige ist nicht zuverlässig. Bei meiner Sony A6400 funktioniert das auch mit Akkus von Drittanbietern tadellos. Die Akkulaufzeit bei der RP im 4K Modus ist sehr kurz. An dem Tag habe ich bestimmt 5 Akkus verbraucht. Locker. Ich habe jetzt leider keine Möglichkeit mit meiner Sony A6400 zu vergleichen aber gefühlt hält die länger. Zwei Mal ist mir die Canon zudem „eingefroren“. Das möchte ich bei einem bezahlten Shooting nicht erleben. Lässt sich vielleicht durch Firmware Upgrades beheben.

Sie hat an dem Tag zwar trotz aller Probleme ihre Funktion erfüllt und auch das Klappdisplay finde ich bei den Canon Kameras sehr gut gelöst. Aber nein, ich würde sie nicht kaufen. Zum Fotomodus kann ich nichts sagen, da ich ausschließlich gefilmt habe.

Die Fotos

Die Fotos hat Jannis mit der Canon 6D Mark 2* gemacht. An diesem Tag mit dem Canon EF 50mm f/1.2*. Am Vortag mit dem EF 85mm f/1.2 L II* und am Folgetag mit dem 24mm f/1.4 L II* von Canon. Aber es geht in erster Linie nicht um die Kamera, sondern um Emotionen.

Es gab zwischen Jannis und den potentiellen Models jeweils ein kurzes Gespräch um sich zu „beschnuppern“ und klar zu machen worum es geht (und das wir nicht beißen). Wer „Ja“ gesagt hat, bekam im Anschluss ein kostenloses Minishooting. Das hat ca. 3-5 Minuten gedauert. Bei einer größeren Truppe evtl. auch mal ein wenig mehr.

Die Ansprache der Personen und die jeweiligen Shootings wird Jannis auf seinem YouTube Kanal veröffentlichen. Den findet ihr als Link auf seiner Webseite.

Hier findet ihr die gesamte Fotostrecke und Jannis Blogpost vom Samstag.

Jannis‘ Fotos haben einen eigenen Look, der sich kurz mit „warm“ beschreiben lässt. In den Hauttönen führt das manchmal dazu, dass sie etwas zu orange sind aber diese Farbtemperatur spiegelt eher die passenden Emotionen wieder als zu kalte Töne. Für seine Art der Fotografie passt das und alle Fotos haben dadurch einen ähnlichen Look.

Fazit

Selfie mit der EOS-RP und dem EF-S 10-18mm

Dieser Tag hat bei mir mehr hinterlassen als die dort entstandenen Fotos und Videos. Die Gespräche mit Jannis und „mal was komplett Neues“ zu machen, tat sehr gut. Es hat sich einmal mehr gezeigt, dass Fotografie Menschen verbindet, Emotionen wecken kann und der Seele gut tut. Erst recht, wenn das Wetter auch noch so mitspielt. Aber ich glaube, selbst im Regen wäre es ein schöner Tag geworden. Vielleicht am Ende nicht mit über 50 Fotos aber wer weiß.

Jannis hatte Sonntagabend sein Ziel „101 Menschen Freude schenken“ übrigens erreicht. Und mit mir sogar 102.

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