Tutorial: MusicLab RealLPC

Die Kurzfassung müsste lauten: Kauft Euch eine echte Gitarre und nehmt Unterricht 🙂

Aber da ich mich selber bisher auch nicht dazu durchringen konnte, nochmals Unterricht an einem neuem Instrument zu nehmen, nutze auch ich regelmäßig die Kollegen aus dem Rechner um Gitarrenparts einzuspielen. Entweder für eigene Songs, für Kundenaufträge im Bereich Arangements oder auch für die Produktion von Bühnenplaybacks.

Ich komme hier neben den Chris Hein Guitars auch immer wieder gerne auf die Produkte aus dem Hause MusicLab zurück. Vermutlich ist die Faszination für die Simulation anderer Instrumente ein Ausgleich dafür, dass wir Keyboarder nichts vergleichbar Organisches spielen. Von echten Klavieren und Flügeln vielleicht mal abgesehen. Denn selbst meine alte Korg CX3 ist zwar aus Holz aber ich könnte nicht behaupten, dass ich ein Gefühl der Verbundenheit mit Ihr habe, wie manch Gitarrist mit seiner Gitarre. (Update: Vermutlich habe ich sie deshalb mittlerweile verkauft …).

Bevor ich überhaupt mit dem Tutorial anfange, möchte ich direkt die Grenzen aufzeigen. Wer erwartet eine echt klingende Solo-Gitarre in einem Rutsch einspielen zu können, den muss ich enttäuschen. Das mag für manch kurze Licks funktionieren und mit viel Übung auch für Live-Performances. Aber aufwendige Soli innerhalb einer Produktion realistisch umzusetzen ähnelt mehr der Arbeit eines Programmierers, als der eines Musikers. Aber wir Keyboarder haben schließlich eine gewisse Affinität zum Programmieren, daher passt das zumindest für meinen Teil.

Für wen ist dieses Tutorial gedacht?

  • Für jeden, der entweder aus Zeit- oder Kostengründen keinen echten Gitarristen zur Verfügung hat oder keinen bzw. keinen guten kennt.
  • Für jeden, der keinen echten Gitarristen einsetzen möchte, weil er seine persönliche Vorstellung 1:1 umgesetzt haben möchte und dies nicht aus der Hand geben will.
  • Für jeden, der nicht erwartet, dass RealLPC “out of the Box” auch nur annähernd “Real” klingt. Den Zahn kann ich Euch direkt ziehen.
  • Für jeden, der sich vor dem Kauf eines der 3 Real-Produkte aus dem Hause “MusicLab” über die Möglichkeiten informieren möchte oder bereits eines dieser Produkte hat.

Dieses Tutorial gilt im Prinzip auch für die “RealGuitar” und die “RealStrat”, da alle 3 Gitarren Plug-in’s aus dem Hause MusicLab ähnlich aufgebaut sind.

Ich werde übrigens nicht den grundlegenden Aufbau des Plug-in’s oder dessen Installation erklären, sondern nur die von mir in der Praxis verwendeten Funktionen. Ich werde zunächst auf die Verwendung innerhalb eines Sequencers und erst gegen Ende auf den Live-Betrieb eingehen. Da wir live Gott sei Dank einen Gitarristen aus Fleisch und Blut mit auf der Bühne haben, stellt sich mir diese Aufgabe bisher nicht.

Kleine Anmerkung am Rande

  • In Ermangelung eines Akustik Gitarristen innerhalb der Band habe ich vor ein paar Jahren als Übergangslösung die “Digitar” von Charlie Lab live eingesetzt. Das ist ein lustiges Teil für den Live-Einsatz! Ich habe es immer noch, nutze es aber nicht mehr, da unser neuer Sänger zum Glück auch Akustik Gitarre spielt. Googelt einfach mal nach ” Charlie Lab Digitar” 🙂

Warum gerade RealLPC?

Die Wahl ob RealStrat oder RealLPC hängt stark vom persönlichen Geschmack und von der bevorzugten Stilrichtung ab. Wie oben geschrieben, gelten viele Bereiche auch für die Real-Strat. Lediglich der Sound ist ein anderer. Die Techniken sind beim Plug-in identisch.

RealLPC wurde von vielen MusicLab-Usern sehnsüchtig erwartet und daher möchte ich sie natürlich auch für das Tutorial nutzen und den Sound vorstellen. Der wurde, wer hätte das gedacht, von einer Les Paul Custom gesampelt. Es gibt pro Note übrigens 5 Alternative Samples um den gefürchteten Machinegun-Effekt zu vermeiden. Daher sollte man den Wert unter “Alter” möglichst hoch setzen!

E-Gitarre ohne Amp?

Der Sound hängt natürlich auch stark vom Verstärker, der verwendeten Box, weiteren Effekten und der Mikrofonierung ab. MusicLab legt hier den kostenlosen Ampsimulator “Amplitube 2 Duo” bei, so dass man direkt starten kann. Wem das irgendwann nicht mehr reicht, dem empfehle ich einen Blick auf das breite Angebot am Software Markt. Ich persönlich nutze Guitar Rig 4. Der Gitarrist meiner Band hat sich vor kurzem für gerade mal 95 EUR die “Pod Farm Platinum” von Line 6 gekauft und ist hellauf begeistert. Ohne Amp-Simulator kling das ganze recht unspektakulär. Aber auch eine echte E-Gitarre klingt clean, wenn man nur eine Saite zupft, nicht gerade aufregend. Erst durch die Spieltechniken und eine entsprechende Verstärkung kommt Schwung in die Sache. Daher sind alle Beispiele auch mit Amp-Simulator (GR4) entstanden.

Zur groben Übersicht hier zunächst die Oberfläche von RealLPC:

LPC1

In welche Bereiche kann man die Aufgabe von RealLPC nun unterteilen?

  1. Begleitungen einspielen
  2. Soli oder Licks einspielen

1. Begleitungen einspielen

Mit dem “Pattern-Manager” erhält jeder Käufer einer der 3 MusicLab Gitarren eine umfangreiche Sammlung an Midifiles, die recht schnell eine ansprechende Begleitung erzeugen. Allerdings passt nicht jedes der Pattern aus dem Patternmanager auch gleichermaßen für eine E-Gitarre. Viele sind für die akustische Gitarre (RealGuitar 2) ausgelegt. Man kann natürlich auch die E-Gitarre damit ansteuern aber Flamenco wird relativ selten auf eine Les Paul gespielt 😉 Aufgerufen wird der Pattern-Manager über den “PM” Button. Wir haben anschließend im Browser die Wahl zwischen verschiedenen Stilrichtungen und Taktarten. Hier gilt das Prinzip: Durchhören und per Drag & Drop in den Sequencer ziehen, wenn etwas gefällt. Die Midifiles lassen sich erstens gut anpassen und können durchaus ein guter Start-punkt zum Verständnis sein.

LPC2

Wer nun aber selber Hand anlegen möchte, sollte sich mit den 3 Modi

  • Chords
  • Bass & Chords
  • Bass & Pick

auseinandersetzen.

Diese beleuchten wir einmal genauer.

a. Chords – Die Schrummelbegleitung

LPC3

Bis zu 26 verschiedene Akkord-Typen erkennt RealLPC. Das reicht auch für Arrangements aus dem Jazz-Bereich. Die Akkorde werden in der “Main Zone” (E1-B4) erkannt. Diese ist in der GUI als weißer Bereich im virtuellen Keyboard dargestellt. Man greift dort also den gewünschten Akkord und hört auch direkt einen “Down Strum” also einen Abwärtsschlag über alle Noten. Welches Voicing RealLPC verwendet, kann man im virtuellen Griffbrett ablesen. Der goldenen “Strich” stellt übrigens ein Kapodaster dar. Dazu mehr im Solo-Mode unter „Fret Position“. Im Bereich “Chord Position” gibt es die Wahl zwischen 5 verschiedenen Modi mit denen man das Voicing im Chord Mode beeinflussen kann.

  • I die höchste Note liegt zwischen E3 und G#3
  • II die höchste Note liegt zwischen G3 und B3
  • III die höchste Note liegt zwischen A#3 und D4
  • IV die höchste Note liegt zwischen C#4 und F4
  • Kbd die Lage des gespielten Akkords beeinflusst die Lage des Voicings.

Eine feste Voreinstellung bietet sich an, wenn man eine bestehende Akkordspur zum triggern nutzt, deren Lage nicht unbedingt mit der gewünschten übereinstimmt. Wenn man eine neue Spur einspielt, ist man flexibler mit dem “Kbd” Mode.

Ein weiterer Faktor ist die Anzahl der gespielten Saiten. Die beiden Werte neben “Strings” stehen für die unterste und oberste Saite der Gitarre. 1/6 bedeutet: Alle Saiten werden geschlagen. 2/5 würde bedeuten, die unterste und oberste Saite klingt nicht mit und bei 3/6 klingen nur die obersten 3 Saiten. Dies ist eine hilfreiche Funktion um den Sound für den Mix ein wenig auszudünnen.

Den “Chord/Bass” Button benötigt man, wenn man einen anderen Basston unter seinem Akkord legen möchte. Greift man die Noten “G – A – C# – E” bei aktivierten Button, erklingt ein A-Dur Akkord mit G im Bass.

Um mit diesen Grundkenntnissen eine Schrummel-Begleitung zu spielen, benötigt man die “Repeat-Zone”. Diese erstreckt sich im Chord-Mode im unteren Bereich von C0-D#1 und im oberen von C5-C7.

In den Repeat Zones führen die schwarzen Tasten zu gedämpften (mute) Schlägen, die weißen zu normalen (Full) Schlägen. Mit zwei benachbarten Tasten erhält man jeweils einen Aufwärts- bzw. einen Abwärtsschlag. Die Anordnung ist intelligent gewählt. Mit drei Fingern auf den richtigen Tasten erhält man typische Begleitfiguren.

b. Bass & Chords – Schrummeln mit Bass

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Hierbei kann man die Basssaite einzeln anschlagen und die restlichen Saiten “schrummeln”. Von den in der Main Zone gespielten Akkorde erklingen ohne weitere Taste nur die Basstöne. In der Repeat Zone gibt es jeweils 2 Tasten für den Bass. Eine C5 (Bass I) spielt den Grundton und die andere D5 (Bass II) spielt i.d.R. die Quinte. Man kann diese auch über den Button “Alter Bass” automatisch beim neuen Anschlag desselben Akkords wechseln lassen. Bei aktiviertem “Bass Mono” Button wird Bass I stumm geschaltet sobald Bass II gespielt wird. Wie viele Saiten oberhalb der Basssaite gespielt werden sollen, stellt man in der Box “Strings” ein. Auch hier lohnt sich im Mix ein ausdünnen. Der “Chord/Bass” Button hat auch hier dieselbe Funktion wie unter a. beschrieben. Das Schrummeln der restlichen Saiten erfolgt wie im Chord Mode.

c. Bass & Pick – Picking wie’s sein sollte

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Es gibt nichts Schlimmeres als Midi-Gitarrenpickings die ein Keyboardvoicing nutzen. RealLPC nimmt einem in diesem Modus die Arbeit ab und greift den Akkord mit dem richtigen Voicing. Beim Spielen eines Akkords in der Main Zone erklingt auch hier zunächst nur der Basston. In der Repeat Zone spielt C5 auch wieder den Grundton und die Repeat-Tasten triggern nun die einzelnen Saiten, so dass man realistisch aufgelöste Pickings einspielen kann.

2. Soli oder Licks einspielen

In diesem Bereich werde ich ALLE Artikulationen mit Soundbeispielen vorstellen. Sie sind der große Pluspunkt bei allen Real-Gitarren.

Zunächst einmal findet in diesem Modus keine Akkorderkennung statt. RealLPC spielt genau die Noten, die man auf dem Keyboard spielt. Die Main Zone reicht hier übrigens von D1-D5.

a. Solo Mode

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In diesem Modus kann man polyphone Melodien einspielen. Nun muss man wissen, dass es jede Note auf der Gitarre durch die 6 Saiten nicht nur einmal gibt. Je nach verwendeter Saite und der damit verbundenen Lage auf dem Griffbrett klingt dieselbe Note durchaus anders. Um dieses Verhalten zu simulieren hat MusicLab das “Floating Fret Position” Prinzip eingeführt. Das virtuelle “Fretboard” gibt einem ein schönes optisches Feedback über die gespielte Notenposition. Die Position des im Chord Mode kurz erwähnten Kapodasters (der goldene Strich) bewirkt das Noten unterhalb dessen Position nicht erklingen (ausgenommen der obersten Saite, was ein Unterschied zu einem echten Kapo darstellt). Man kann diesen im manuellen Modus (Auto-Button nicht gedrückt) mit der rechten Maustaste an die passende Stelle positionieren. Im Livespiel sollte man den Button ruhig auf Auto stellen. In Produktionen lege ich die Lage der Noten lieber manuell fest. Welche Lage am besten klingt, überlasse ich meinem Gehör. Dies sind je nach verwendetem Effekt jedoch nur marginale Unterschiede, die im Mix meist nicht auffallen. Denn ob nun das E3 auf der 6. oder 5. Saite gespielt wurde, höre ich persönlich nicht mehr raus, wenn der Sound durch Guitar Rig 4 gejagt wurde.

Die Repeat Zonen gibt es auch hier. Allerdings mit 2 Funktionen. Zum einen werden angeschlagene Noten der Main-Zone auch hier wiederholt. Schwarze Tasten erzeugen einen gedämpften (Muted) Anschlag und weiße den vollen (Full) Anschlag.

Zum anderen befinden sich in den Repeat Zonen die Tasten für die Keyswitch Effekte. Und dies ist die von mir mit Abstand am häufigsten genutzte Funktion innerhalb der virtuellen MusicLab Gitarren. Daher widme ich diesen auch das längste Kapitel mit einem Soundbeispiel pro Effekt. Man kann diese Effekte auch auf andere Controller legen oder Velocityabhängig triggern. Dies jedoch ist aus meiner Sicht eher für das Live-Spiel interessant. Auf diese Möglichkeiten gehe ich am Schluss des Tutorials ein. Kommen wir also zu den Keyswitch-Effekten. Zunächst klickt man auf den „KS“ Button. Anschließend öffnet sich folgende Übersicht:

LPC7

Man kann die Keyswitche natürlich selber frei vergeben. Die Wahl hat man zwischen den Folgenden Effekten. Ich liefere jeweils ein Beispiel, so dass man direkt hört, was dieser Ef-fekt bewirkt. Das ist besser, als ihn zu beschreiben.

Mute

BridgeMute

Harmonics

PinchHarmonics

Scrapes

HammerOn(Legato)

Slide(Legato)

Repeat(NoteOff)

Tremolo (natürlich im Timing regelbar – von 4tel bis zu 16tel. Jeweils straight oder triolisch)

Tremolo 1 beat (auch im Timing regelbar regelbar)

Trill (Timing sowie Intervall lassen sich regeln)

Trill 1 shot (Timing sowie Intervall lassen sich regeln)

SlideUp

SlideDown

Bend

ReverseBend

UnisonBend

Hold (hat denselben Effekt, wie ein gedrücktes Sustain Pedal)

Interval

Soundbeispiele siehe Harmony Mode. Alle dort genannten Intervalle kann man im Solo Mode über KS hinzufügen.

FretPosition – diese lässt sich auf Tastendruck in eine bestimmte Position bringen. Im folgenden Beispiel rutsche ich bei jedem der drei Durchgänge auf eine andere Position auf dem Griffbrett. Man hört deutlich, dass sich allein durch die Position der Sound hörbar ändert.

PickPosition – nicht ganz so deutlich aber dennoch hörbar ist die Position, an welcher die Saite mit dem Plec angeschlagen wird.

Wah-Wah

Violining

Sustainer(trigger)

FeedBack(trigger)

ChuckaFull

ChuckaMuteKeys

Klingt wie Chuka Full aber nur wenn die schwarzen Repeat Tasten (mute) gedrückt werden

ChuckaVeloLayer

Klingt wie Chucka Full, allerdings Velocity-abhängig.

velo>

aktiviert den Volicity-abhängigen Effekt für die oberen Velocity Werte. Dies kann einer der folgenden Effekte sein:

LPC8

velo<

aktiviert den Volicity-abhängigen Effekt für die unteren Velocity Werte. Dies kann einer der folgenden Effekte sein:

LPC9

All diese o. g. KS-Effekte können den Repeat Notes links oder rechts der MainZone zugeordnet werden. Anschließend muss man sie aktivieren (grünes Lämpchen oben links in der jeweiligen Box).

Die drei kleinen Lämpchen unterhalb des Notenwertes kann ich im Gegensatz zur Funktion der 3 Muscheln im Film “Demolition Man” leicht erklären:

LPC10

  • Ist die linke aktiviert, wird der Effekt durch die KS Taste ein und erst bei erneutem Betätigen wieder ausgeschaltet. Ist sie nicht aktiviert, erklingt der Effekt nur solange auch die KS-Taste gedrückt ist. (Bei den Tasten der rechten Repeat-Zone ist diese Funktion standardmäßig aktiviert, bei denen der linken Repeat-Zone hingegen deak-tiviert!)
  • Die mittlere Taste führt im aktivierten Zustand dazu, dass die “Repeat” Funktion der Taste nicht abgeschaltet wird. Ist sie ausgeschaltet, hat die Taste lediglich die Funktion des KS.
  • Die rechte Taste lässt die betroffene Taste zusätzlich zum Triggern des Effektes auch noch als Sustain Pedal fungieren.

Zu guter letzt kann man alle hier getätigten Einstellungen als Preset innerhalb RealLPC ab-speichern und wieder aufrufen.

b. Harmony Mode

 

LPC8

Im Gegensatz zum Solo Mode ist dieser Modus für monophone Melodien gedacht, bei denen bestimmte Intervalle zur gespielten Note addiert werden. Man hat die Wahl zwischen

4th Down

5th Up

Octave

Power Chord 1

Power Chord 2 (man hört hier übrigens schön, dass das Saitenrutschen beim Chordwechsel nicht statisch getriggert wird. Der erste Teil wurde einfach kopiert und das Rutschen erklingt an anderen Stellen!)

2 Octaves

Tipps für das Live-Spiel

RealLPC hält mehrere Spielhilfen für den Solo-Mode bereit.

Keyswitch Effekte – Die bereits im Solo-Mode ausführlich besprochenen KS-Effekte würde ich zwar auch live nutzen aber nur, wenn man ein gutes Gedächtnis besitzt. Bei mehr als 3 wird es für mich schon schwierig sich diese zu merken und im Livespiel zu treffen 😉

Velocity Switch Effects – Anstelle der Keyswitch Möglichkeit würde ich mir zunächst die wichtigsten Effekte wie Slides, etc. in Abhängigkeit einer bestimmten Velocity programmieren. Es gibt Effekte sowohl oberhalb als auch unterhalb eines bestimmten Wertes. So kann man nur alleine über die Velocity 2 Effekte Triggern. Die Werte sollten möglichst hoch oder niedrig liegen, damit man die Effekte nicht versehentlich triggert. Hier hilft nur ausprobieren und üben. Im Keyswitch Bereich wurde bereits auf die Möglichkeit hingewiesen, diese Effekte per KS ein- bzw. auszuschalten.

Die FX-Box aktiviert einen zusätzlichen Effekt. Dieser ist ständig zu hören, wenn die Box aktiviert ist. Über ein Pull-Down-Menü kann man den gewünschten Effekt einstellen.

Legato führt dazu, dass bei Halb- oder Ganztonsprüngen kein erneutes Anschlagen der Saite mit der rechten Hand stattfindet. So, als würde der Gitarrist mit der linken Hand auf der Saite nach rechts oder links “rutschen”.

H.O. – Produziert Hammer On’s mit automatischem Pull-Off beim loslassen der Sai … ähm – Taste. Den Tonumfang innerhalb dessen der Effekt wirkt, wählt man über die kleine Box rechts neben dem Button.

Bass Zone – In diesem skalierbaren Bereich verhalten sich die Noten ein wenig anders. Zum einen ist die Anschlagskurve etwas härter und zum anderen reagieren diese Noten nicht auf Wiederholungen, Abdämpfungen oder Velocity Switch Effekte.

Wer ein “Drop D” Tuning einstellen möchte, kann dies über die linke Box unter dem “Bass Zone Button” einstellen. Hier legt man den unteren Bereich der Bass-Zone fest. Diese Einstellung ist übrigens unabhängig vom aktivieren des Bass Zone!

Pedal Switch FX – Über ein angeschlossenes Sustain-Pedal kann man ein Echtzeit eine bestimmte Artikulation aufrufen. Diese stellt man über das Pull-Down Menü ein. Im Toggle Mode schaltet man den Effekt ein und beim erneuten Drücken des Sustain Pedals wieder aus. Im Sustain Mode ist der Effekt nur aktiv, solange das Sustain Pedal gedrückt ist. Der 1-2 Mono Button führt dazu dass 2 Noten, die lediglich bis zu einem Ganzton auseinander liegen nicht von dem Sustain Pedal betroffen sind.

Midi Controller

Velo Curve – hier lässt sich das Verhalten auf der Anschlagsdynamik individuell anpassen.

P.B. – Hier lässt sich das Verhalten des Pitch Benders einstellen. So kann man beim Pitchen nach unten oder oben anstelle des Pitch Effekts z.B. Slide, VeloAdd, MonoBend oder Sustainer wählen, bzw. eine bestimmte Richtung ganz abschalten. Weiterhin kann man den Umfang in Halbtönen für beide Richtungen separat festlegen.

M.W. Hier lässt sich das Verhalten des Modulation Wheels auf Pitch, Slide oder Modulation einstellen.

A.T. Hier lässt sich das Verhalten des After Touch Controller auf Pitch, Modulation, Sustainer oder FeedBacker einstellen.

Wer Sustains mit der ersten angeschlagenen Note bestimmen möchte aktiviert den Hold-Button. Alle nachfolgend angeschlagenen Töne klingen solange nach bis man die erste Note loslässt.

Abschließend

Wie man sieht: Fast könnte man wirklich anfangen Gitarrenunterricht zu nehmen. Denn „mal eben“ hat man keine realistisch klingende Melodie eingespielt. Aber dennoch: Es macht Spaß sich mit dieser Software auseinander zu setzen. Jedem technikbegeisterten Keyboarder ist es daher zu empfehlen. Das ein oder andere Schmunzeln kann auch ich mir dann nicht verkneifen wenn es wieder mal heißt: „Der Sound kommt aus dem Rechner?“ 🙂

In diesem Sinne: Viel Spaß beim ausprobieren!

Preis

2 Comments

  1. Albert Vinzenz Pock
    28. April 2014

    Hallo Marcus

    Ich habe mirRealGuitar 3 gekauft und bin am lernen der Bedienung.
    Auf deinem Tutorial bin ich auf viele nützliche Informationen gestossen.
    Leider kann ich die Soundbeispiele die beim drücken des Pfeiles neben dem Lautsprechersymbol nicht hören. Es kommt immer die Meldung File not found.
    Sind diese Files nicht mehr im Tutorial oder mache ich etwas falsch?
    Laptop Toshiba – Intel I7 – Windows 8.1 – Cubase 7.5.
    Gibt es Videoanleitungen für Real Guitar 3 in deutscher Sprache?
    Auf eine Antwort von Dir würde ich mich sehr freuen.
    mit freundlichen Grüssen
    Albert Vinzenz Pock

    Antworten
    1. Markus
      28. April 2014

      Hallo Albert Vinzenz und willkommen auf CremerSeele,

      danke für Deine Rückmeldung! Du machst nichts falsch, die Files sind beim Umzug des Blogs leider nicht mitgekommen. Die muss ich noch einbinden :-/ Zum Tutorial gehören auch einige Screenshots (allerdings der 2er Version). Diese fehlen ebenfalls. Video-Anleitungen kenne ich auch nur die englischsprachigen auf der MusicLab Seite. Ich sehe zu, dass ich die fehlenden Dateien in den kommenden Tage nachpflege. Schau’ daher gerne Ende der Woche nochmals rein. Wenn Du konkrete Fragen hast, kannst Du diese auch gerne hier stellen.

      Viele Grüße

      Markus

      Antworten

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