Tipp: Fotos nie mehr manuell verschlagworten

Wer kennt es nicht: Das leidige aber praktische verschlagworten von Fotos. Ich mache es nicht mehr selber, sondern überlass den Job einer Maschine.

Was habe ich geflucht, als Apple Aperture und iPhoto eingestampft hat und diese komische „Fotos“ App anstatt dessen auf uns losgelassen hat. Seitdem habe ich mich damit arrangiert, Fotos in Lightroom zu verwalten und zu bearbeiten. Während die Bearbeitung mit Lightroom den Apple Programmen (auch Aperture) um Längen voraus ist, konnte ich mich mit der Bildverwaltung von Lightroom nie so recht anfreunden. Zwar liebe ich die „intelligenten Sammlungen“ und die Suche nach „Metadaten“ um z. B. zu sehen, welche Fotos ich mit einer bestimmten Kamera aufgenommen habe aber ansonsten ist die Oberfläche wenig sexy. Sternevergabe und manuelle Verschlagwortung sind zwar Dinge die, sofern zeitnah mit viel Aufwand gepflegt, die Suche auch nach Jahren erleichtern kann aber ich bin faul und habe das immer nur halbherzig gemacht. Vielleicht geht es Euch wie mir und ihr habt nicht die Zeit und erst recht nicht die Lust Euch ein Bewertungssystem zu überlegen was über „gefällt mir “ und „gefällt mir nicht“ hinausgeht. Denn so ist es bei mir. Ich wüsste keinen Grund, meine Fotos in 5 unterschiedliche Sternchenbewertungen einzukategorisieren. Und erst recht käme ich bei ca. 100.000 Fotos (so groß ist meine Bibliothek) ins Schleudern mir Schlagworte zu überlegen an die ich mich später auch noch erinnern kann 🙂

Und jetzt kommt Fotos doch zum Zug und kann bei mir punkten! Denn in Zukunft arbeite ich nur noch mit ganz normalen Ordnerstrukturen und lasse die manuelle Verschlagwortung ganz bleiben. Denn das kann „Fotos“ App wirklich viel besser und schneller.

Apple beschreibt dies auf der Webseite so: „Eine fortschrittliche Technologie identifiziert Gegenstände und Situationen in deinen Bildern. So kannst du deine Fotos nach dem durchsuchen, was darauf zu sehen ist. Finde alle Fotos vom Strand, jeden Sonnenuntergang und alle Geburtstagstorten.“ Und die Suche kann bei Bedarf auch noch Siri für mich erledigen.

Ganz ehrlich: Das ist unheimlicher NSA Voodoo, den Apple da mit meinen Fotos anstellt aber ich liebe es! Zumal es wie die Personenerkennung nur lokal auf dem jeweiligen Gerät stattfindet (wenn wir Apple da glauben, was ich in dem Fall aber tue).

Ich habe jetzt schon so oft ein bestimmtes Foto mit dieser Methode über die Suchfunktion gefunden, dass es schon erschreckend ist. Wer wissen möchte, welche Schlagworte Apple hier nutzt gibt im Suchfeld einfach die Anfangsbuchstaben ein und es erscheint eine Liste der möglichen Suchbegriffe.

Wer dennoch manuell eingreifen möchte, kann dies nur in der Fotos App unter macOS. In iOS ist man auf die automatischen Schlagworte beschränkt. Ich empfinde diese Beschränkung aber durchaus als Befreiung. Denn mit einer Sortierung nach Jahr und Monat, kombiniert mit Personen oder Schlagworten habe ich noch jedes Foto gefunden. Schneller als in Lightroom! Und aus dem Suchergebnis kann ich mir ein Album anlegen, damit ich die Fotos anschließend z. B. per PhotoSync auf andere Geräte kopieren kann.

Für die Bearbeitung bleibe ich aber dennoch in Lightroom. Und das Bearbeiten von Fotos mache ich dann doch lieber selber und will keine Automatik. Denn das ist kreative Arbeit, die ich nicht abgeben will. Fleissarbeit wie Verschlagwortung gebe ich hingegen gerne an eine Maschine ab. Und ganz nebenbei: Die Oberfläche von Fotos ist im Vergleich zu Lightroom um einiges schicker und moderner. Das kann Apple trotz aller Kritik nach wie vor.

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9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Markus,
    ich habe das gerade mal getestet und in der Fotos-App das Stichwort „Schnee“ eingegeben. Es kamen drei Fotos – alle mit Schnee. Allerdings gibt es in meiner Mediathek sehr viel mehr Fotos mit Schnee … Von daher: Netter Ansatz, aber auch nicht mehr. Oder gibt es da noch was zu beachten?
    Das Problem ist auch immer: Wie ist das Zusammenspiel mit Lightroom? Speicherst du deine Fotos dann doppelt? Oder wie organisierst du das?
    Ich bin bisher immer ein großer Fan von Verschlagwortung. Finde das auch nur begrenzt aufwändig.
    Viele Grüße
    Ulf

    • Hallo Ulf,

      zu beachten gibt es nichts. Man hat keinen Einfluss auf den Algorithmus oder das Ergebnis.

      Aktuell handhabe ich es so, dass ich Lightroom nur noch zum bearbeiten und aussortieren alter Fotos nutze. Die fertigen JPGs landen dann via Photosync auf meinem iPhone. Wenn ich bestimmte Fotos suche, finde ich die alle über mein iPhone. Der Lightroom Katalog mit den Original-Fotos landet dann auf einer externen Platte als Backup. Momentan stecke ich aber noch mitten in der Arbeit, alle Fotos auszumisten und die übrig gebliebenen dann auf mein iPhone zu packen. Ich merke aber, dass ich dort mit den „Bordmitteln“ von Fotos sehr gut bestimmte Fotos finde. Klar, die Gefahr besteht, dass ich nicht alle Fotos mit z. B. „Schnee“ finde. Aber bisher bin ich zufrieden. Und wenn es nur ein ähnliches Foto findet, habe ich schnell die restlichen (über Datum oder Ort). Wenn die Fotos auch noch alle durchgängig einen Geotag hätten, wäre es noch besser. Den pflege ich daher immer mal wieder zwischendurch mit Metapho nach. Ist aber mühsam bei so vielen Fotos.

      Wenn ich die Verschlagwortung von Anfang an konsequent gemacht hätte, wäre das sicherlich ein überschaubarer Aufwand gewesen. So aber ist mir das zu aufwendig.

      Viele Grüße und einen schönen Sonntag

      Markus

  2. P. S.: Das Ergebnis beim Stichwort „Eisenbahn“ – ich würde sagen, da war eindeutig ein Mensch und keine Lokomotive oder ein Zug zu sehen …

      • War jedenfalls eine unnatürliche Körperhaltung – so nach vorne gebeugt, fast liegend. Der Gesichtsausdruck war aber normal. Allerdings war das auch ein Foto, das mit dem iPhone in einem Raum bei recht schlechten Lichtverhältnissen aufgenommen worden ist. Kann es aus Personenschutzgründen leider nicht posten … 🙂

  3. Wie sollte eine Maschine die Assoziationen treffen, die ich beim Betrachten eines Bildes habe, denn so verschlagworte ich auch (natürlich zusätzlich rein sachlich nach Ort usw.). Aber ausprobieren werde ich es 🙂

    • Hallo Conny, das kann eine Maschine natürlich nicht. Es läuft auf rein sachliche Schlagworte hinaus. Die reichen mir für meinen Zweck allerdings. Alles andere erledige ich über Alben. Liebe Grüße, Markus

  4. Hallo
    Gibt es sonst noch ein solches Programm, dass mehr für Windows geeignet ist? Und könnte das Programm „Fotos“ auch im professionellen Bereich eingesetzt werden oder ist es noch zu unzuverlässig?
    Liebe Grüsse Jorek

    • Hallo Jorek,
      für Windows gibt es sicherlich Alternativen aber da ich nur Apple nutze, kann ich wenig dazu sagen. Plattformübergreifend gibt es Google Fotos welches natürlich nicht lokal auf den Geräten, sondern auf den Google-Servern die Erkennung vornimmt.
      Apple Fotos im professionellen Bereich? Nein! Definitiv chancenlos! Nicht wegen der Zuverlässigkeit, sondern wegen fehlender Features. Das Programm nutze ich (am iPhone und iPad) auch nur für die Aufbewahrung und Verwaltung von privaten Fotos! Dafür ist es, wenn man sich einmal drauf eingelassen hat, OK. Die (intensivere) Bearbeitung von Fotos erledige ich auch am iPhone mit anderen Programmen. Snapseed, Enlight und Pixelmator zum Beispiel.

      Viele Grüße, Markus

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