Test: Toontrack Music City USA SDX

Hier geht es um die aktuellste Erweiterung für den Superior Drummer 2.0 und ich bin sehr gespannt. Schließlich stammen die Samples aus derselben Session wie einer meiner Lieblings-Erweiterungen für den EZdrummer: Nashville. Dass diese SDX “etwas” umfangreicher ausfällt, sieht man direkt bei der Installation. Satte 10,92 GB werden dabei auf die Festplatte kopiert.

Installation

Wo wir beim Thema Installation sind, bleiben wir auch gleich hier. Man hat die Wahl zwischen 3 verschiedenen Optionen:

Music City 1

Ich wähle für meinen Hauptrechner und den Test natürlich die komplette Installation.

Autorisation

Die Aktivierung selber geschieht mittels Seriennummer und Challenge-Response Verfahren, welches bei Toontrack unkompliziert und online über den User-Account funktioniert.

Den in der Installation ausgewählten Pfad musste ich zunächst in S2.0 erneut auswählen, obwohl er angezeigt wurde. Allerdings mit einem roten “X” daneben. Erst nach der erneuten Auswahl im Browser kam das grüne Häkchen und ich konnte die Sounds verwenden. Vermutlich lag es an dem von mir geänderten Pfad, aber den werden die meisten von uns ändern.

Hintergrund

Wie der Name vermuten lässt, stammen die Samples aus Nashville. Genauer aus dem Soundkitchen-Studio in Nashville. Der große Raum besitzt eine unglaubliche gute Akustik. Um diese einzufangen wurden insgesamt 19 Mikrofone eingesetzt. Es wurde jedes Instrument mit mehreren Mics nah’ mikrofoniert, sowie mit insgesamt 5 Mics der Raumklang aufgenommen. Die Aufnahmen selber liegen schon eine Weile zurück und um alle Instrumente aufzunehmen hat Harry Stinson 3 Tage nichts anderes gemacht als in jeder Dynamikstufe alle Kicks, Snares, Toms und Becken anzuspielen.

Toontrack war seinerzeit so vorausschauend und hat bei der Produktion einiger EZX-Erweiterungen den Superior Drummer 2.0 mitbedacht und einiges mehr an Samples aufgenommen, als dann bei den EZX-Produkten verwendet wurde. In diesem Fall hat man einige Samples für die Nashville EZX verwendet. Die umfangreichen Samples in dieser SDX Erweiterung wurden vor kurzem neu von Chuck Ainlay abgemischt und stehen uns nun in Form dieser insgesamt 3 DVDs zur Verfügung. Sowohl Harry Stinson als auch Chuck Ainlay spielen bzw. mischen in der Oberliga! Wer mehr wissen möchte, wird im Netz oder auf dem Cover der SDX fündig.

Die Sounds

Kickdrums

  • PB Drum Co. 16×22″
  • PB Drum Co. 16×22″ (Open)
  • PB Drum Co. 16×22″ (DPA)
  • Slingerland Vintage 1968 14×20″
  • Slingerland Vintage 1968 14×20″ (Open)

Snaredrums

  • Ludwig Black Beauty (70s Vintage) 5×14″
  • Ludwig Black Beauty (70s Vintage) 6×14″
  • Tama Artstar solid maple 5×14″
  • Rogers Powertone (Wood, 60s Vintage) 5×14″
  • Ludwig Chrome Brass 6×14″

Toms

  • Racktom, PB Drum Co. 9×10″
  • Racktom, PB Drum Co. 10×12″
  • Floortom, PB Drum Co. 12×14″
  • Racktom, Slingerland Vintage 1968 8×12″
  • Floortom, Slingerland Vintage 1968 14×14″

Hi-Hats

  • 14 ” Sabian AA

Cymbals Position 1

  • 18″ Sabian AA Medium Thin Crash
  • 13″ Sabian AA El Sabor

Cymbals Position 2

  • 16″ Sabian Vault Series
  • 18″ Sabian Vault Series

Cymbals Position 3

  • 18″ Sabian AA Medium Thin Crash
  • 16″ Sabian AA Medium Thin Crash
  • 16″ Sabian Vault Crash

Ride-Cymbal

  • 20″ Zildjian 1960
  • 20″ Sabian HH Med Heavy Ride

China

  • 18″ Sabian AA Chinese Sizzle

Die unterstrichenen Sounds sind in der Nashvile EZX nicht enthalten. Weiterhin hat man bei der SDX natürlich gänzlich andere Möglichkeiten der Mikrofonierung. Man kann mit den Raumanteilen und den einzelnen Übersprechanteilen wesentlich individueller arbeiten, als dies im EZdrummer und er EZX möglich ist. Daher geht es hier nicht so sehr die reine Aufzählung des Kits sondern die Anzahl der enthaltenen Samples. Und die übersteigt deutlich die Nashville EZX. Das liegt unter anderem auch daran, dass es extrem viele Artikulationen der einzelnen Instrumente gibt. Da die Sounds mir selbst in der “einfachen” Variante im EZdrummer schon extrem gut gefallen haben, bin ich umso mehr gespannt, wie es nun im S2.0 klingt. Beim ersten Anspielen bin ich wieder einmal begeistert von der Dynamik der Sounds. Die Vielfalt z. B. der gebotenen Snare-Hits ist einfach genial.

Music City 2

Wenn man dann noch ein wenig mit den Ambience Mic’s experimentiert, klingt es so echt wie nur möglich.

EZdrummer vs. S2.0

Was mir übrigens im EZdrummer besser gefällt, ist die Ansicht im Construction Window. Während die Symbole in S2.0 eher allgemeiner Natur sind und bei jedem Kit gleich aussehen, fällt die Ansicht im EZdrummer pro EZX unterschiedlich aus.

Hier mal das Nashville Kit im EZdrummer:

Music City 3

Und hier das Music City Kit im S2.0:

Music City 4

Schade, dass die coole Ansicht nicht auch für S2.0 übernommen wurde.

Wo wir gerade bei den Unterschieden sind: Man kann im S2.0 die Drumsticks im “Tool Settings”-Bereich nur global festlegen. So gilt die Einstellung “Brushes” für alle Instrumente. Im EZdrummer kann man das über ein Pull Down Menü für jedes Instrument unterschiedlich einstellen. Klar kann ein Drummer i.d.R. nur Brushes oder Sticks verwenden aber wenn ich z. B. eine Tom nur mit der Hand als Zwischenschlag triggern möchte, geht das im EZdrummer ohne Probleme, im S2.0 nur über den Umweg der X-drum Pads. Das aber nur als kleiner Exkurs am Rande, weil es mir gerade zum ersten Mal aufgefallen ist.

Die Midifiles und wie es klingt

Um zu verdeutlichen, wie diese SDX klingt, habe ich ein paar Beispiele mit den enthaltenen Midifiiles und Mixer-Presets aufgenommen:

Ingesamt 13 Combined Presets hat Chuck Ainlay bereitgestellt. Die enthaltenen Midifiles wurden von Ricard “Huxflux” Nettermalm aufgenommen. Sie sind in 23 Songs unterteilt, welche aus typischen Strukturen wie Intro, Verse, Pre Chorus, Bridge und Fills bestehen und pro Part mehrere Variationen enthalten. Sie sind ebenfalls universell verwendbar. Man muss die Midifiles zunächst im User Bereich der Toontrack Homepage herunterladen und installieren. Schon kann man sie verwenden.

Music City 5

alpendeich-Redaktionstipp

Das gefällt mir nicht

Es gibt Erweiterungen, welche eine höhere Anzahl an verwendeten Einzelsounds haben. So bietet diese SDX beispielsweise nur eine Hi-Hat. Wenn ich sie z. B. mit der Custom&Vintage SDX vergleiche, liefert diese gleich 7 Hi-Hats und auch ein paar Snares und einiges mehr an Cymbals.

Das gefällt mir

Obwohl hier nicht zig Kits geliefert werden, sind die Sounds unglaublich universell einsetzbar. Und mir persönlich gefällt der Grundsound extrem gut. Es liegen sehr viele Artikulationen pro Sound vor. So kann man alleine die Snare auf ca. 20 verschiedene Arten anspielen. Bei der Custom & Vintage sind es pro Snare im Schnitt 5-7. Dazu kommt, dass auch alle Instrumente mit Besen und Händen gesampelt wurden. Die Bearbeitungsmöglichkeiten sind eigentlich Teil von S2.0, gehören aber dennoch in diesen Absatz.

Man kann den Gesamtklang mit dem Mixer von S2.0 wunderbar an seinen Song anpassen. Durch die vielen Mikrokanäle kann man den Raumklang von extrem trocken bis hin zu groß und live klingend anpassen. Alles in allem möchte ich auch diese SDX nicht in meiner Sammlung missen. Am Sound und an der technischen Umsetzung gibt es nichts zu meckern. Daher erhält diese SDX von mir den Redaktionstipp.

Markus Cremer

Systemvoraussetzungen Mac OS X

  • Mac OS X 10.4 (Tiger) oder höher
  • Dual G4 1.25 GHz.
  • 1 GB RAM
  • 12 GB Platz auf der Festplatte
  • DVD-Laufwerk
  • Superior Drummer® 2.0

Systemvoraussetzungen Windows

  • Windows XP oder Vista
  • Pentium IV oder Athlon
  • 1.8 GHz.
  • 1GB RAM
  • 12 GB Platz auf der Festplatte
  • DVD-Laufwerk
  • Superior Drummer® 2.0

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