Test: Steinberg HALion Sonic

Die Rückkehr der eierlegenden Wollmichsau?! Einer meiner ersten Soundlieferanten mit ungewöhnlich niedriger Prozessorauslastung und ebenso ungewöhnlichem Soundumfang war Hypersonic. Ich habe ihn damals in der 2er XXL Version mit allen erhältlichen Erweiterungen (GP-2 Piano, US-1 Ultrasynth und NB-3 Virtual Tonewheel Organ) direkt zu Cubase SX3 gekauft. Leider wurde Hypersonic (so wie X-Phraze oder VG2) nicht mehr weiterentwickelt. Dennoch ist er auch heute noch einer meiner Brot- und Butterlieferanten und hat sich mehr als bezahlt gemacht. Jetzt läuft er Gefahr von seinem langersehnten Nachfolger HALion Sonic abgelöst zu werden.

Einer der wichtigsten Punkte bei Hypersonic war die Soundqualität, die sich schon damals keinswegs vor den Hardware Workstations verstecken musste. Im Gegenteil: Gerade die Orgeln der NB3 Erweiterung waren auch von Roland oder Yamaha nicht zu übertreffen und haben Einzug in z. B. das Album der “Teletunes” gehalten, für die ich die Orgel eingespielt habe. Weiterhin war es die gute Bedienbarkeit, wobei man dennoch ins Detail gehen konnte, wenn man wollte. Mal sehen, ob diese Tugenden auch für HALion Sonic gelten.

 

Installation

HALion Sonic wird auf zwei DVDs geliefert. Ausser einer Kurzanleitung zur Installation liegt leider nichts in der Packung. Schade, da ich mir zumindest ein gedrucktes Handbuch gewünscht hätte, wenn es schon ein “Boxed”-Produkt ist. Das bin ich sonst von Steinberg auch eigentlich gewohnt. Vielleicht soll es ja einfach nur heißen: Hey: Das Ding ist so einfach zu bedienen, da braucht man kein Handbuch …? Jedenfalls lese ich so etwas gerne mal während die Gigabytes den Weg auf meine Festplatte finden. Der Speicherort für die Samples kann natürlich separat festgelegt werden.

Für die Aktivierung benötigt man die beiliegende Seriennummer sowie einen e-Licenser, der nicht im Lieferumfang enthalten ist. Wer mindestens ein Steinberg Produkt besitzt (außer Sequel, welches auch ohne Hardware-Dongle auskommt), sollte allerdings im Besitz eines Dongles sein. Grundsätzlich ist mir dies nach der Apple und NI Aktivierungsprozedur noch die liebste.

Dennoch sei mir eine kleine Off-Topic Anmerkung an dieser Stelle gestattet: Ich hatte losgelöst von HALion Sonic neulich unter Cubase 5.5 einen äußerst unschönen Absturz, da nach ca. einer Stunde Arbeit der Dongle (der an einem aktiven HUB steckt) nicht mehr erkannt wurde. Dies hat Cubase ohne die Chance noch speichern zu können, in den Abgrund gestürzt. Zum Glück habe ich immer die automatischen Backups aktivert. Dennoch ärgerlich. Warum reicht es nicht, wenn nur beim Starten der Dongle geprüft wird?

Übersicht

Schauen wir uns zunächst mal die reinen Fakten von HALion Sonic an. Hatte Hypersonic 2 nur 1,7 GB an Samples, bietet HALion Sonic rund 12 GB. Aber schon bei Hypersonic waren die Samples nur ein Standbein, bot er doch eine eigene Synthese-Engine unter der Haube. Auch diese Tugend hat HALion Sonic übernommen. Die folgenden 4 Modi mit entsprechenden angepassten GUIs werkeln hier:

  • Disk-Streaming Sample Playback Modus für akustische Instrumente
  • Virtuell Analoger Synthese Modus für Synth Sounds
  • Sliced-Loop Modus für Loops
  • Drum-Modus für Drumkits

Die reine Anzahl an Patches ist mit ca. 1.200 ein wenig geringer ausgefallen als bei Hypersonic 2, welcher 1.800 bot. Wie in Hypersonic gibt es auch hier geslicte Loops und etliche Drumkits für die Erstellung der Beats. Zur Unterstützung für das Basteln von Backings steht uns ein erweiterter Arpeggiator zur Seite: Der FlexPhraser mit über 1.500 Pattern. Das Prinzip ist schon aus Yamahas Hardware-Workstations der Motif Reihe bekannt. Und genau diese hat man auch als Vorbild genommen. Das sieht man übrigens auch an dem kleinen Motif, der sich im HALion Sonic “versteckt” hat:

 

Kein Wunder, da Steinberg schließlich zu Yamaha gehört. Instrumentenspezifische Phrasen können auf Tastendruck abgefeuert werden und zusammen mit Drumbeats schnell einen dichten Beat inkl. Begleitung bilden. Das eignet sich nicht nur zum jammen sondern auch zum erstellen von Bass- oder Gitarrentracks, die man sonst vielleicht nicht so schnell eingespielt hätte. Ob man hiermit direkt eine Alternative zum leider nicht mehr fortgesetzten Virtual Guitar 2 erhält, schauen wir uns unten im Bereich FlexPhraser an. Ähnliches gab es aber auch im Hypersonic. Die Qualität war seinerzeit OK aber wirklich genutzt habe ich die Phrasen kaum.

Die Filter Sektion ist beim HALion Sonic mit 24 verschiedenen Filtern und vor allem durch die neue Morphing Funktion erheblich umfangreicher und bietet eine kreative Spielwiese für den Electronic-Producer oder Sounddesigner. Überhaupt ist die Synth-Engine exzellent gelungen und übersichtlich zu programmieren bzw. editieren.

Die Effektsektion hat gemessen an der reinen Anzahl der Effekte hingegen einen Rückschritt erfahren. Gab es in Hypersonic 2 noch 34 Effekte, begnügt sich HALion Sonic mit gerade mal 16. Darunter allerdings auch der REVerence aus Cubase, was zumindest aus qualitativer Sicht einen Vorsprung bedeutet. Auch die anderen Effekte sind auf Basis der Cubase-Effekte entstanden, welche durchgehend hochwertig sind. Dennoch bieten hier selbst Hardware-Workstation deutlich mehr Effekte zur Auswahl an. Wenn überhaupt, fehlen die Effekte im Live-Einsatz, da man in der DAW auf die DAW-internen Effekte zurückgreifen könnte.

Für den Live-Einsatz gibt es Multis, die man in Hypersonic unter dem Namen Combis kannte. Bis zu 128 solcher Multis kann man in einer Multi-Chain speichern und live mittels Midi-Controller durchsteppen.

Die Oberfläche erinnert, Gott sei Dank, immer noch stark an Hypersonic. Und zum Glück haben auch wieder die Quick Controls ihren Weg auf die Oberfläche gefunden. Ein Segen, dass man diese frei belegbaren Regler übernommen hat. Ohne tief in die Edit-Pages einzusteigen, kann man hier die Sounds meistens schon recht gut an die eigenen Vorstellungen anpassen. Neu hingegen sind die 8 Trigger Pads. So, nun aber genug der Übersicht, steigen wir ein in die Details.

Die Sounds

Damit man eine ungefähre Vorstellung davon erhält, welche Kategorien HALion Sonic bietet, hier eine Übersicht mit der jeweiligen Anzahl an Programs:

  • Accordion: 7
  • Harmonica: 7
  • A.Bass: 4
  • E.Bass 55
  • Other Basses 2
  • Synth Bass 103
  • French Horn 5
  • Section Brass 28
  • Synth Brass 18
  • Trombone 5
  • Trumpet 8
  • Perc.Bell 8
  • Perc.Mallet 13
  • Beats 186
  • Drumsets 34
  • African 1
  • A.Guitar 29
  • E-Guitar 74
  • Ethnic Guitars 1
  • Other Guitars 1
  • Clavi 16
  • E.Piano 35
  • Harpsichord 6
  • Other Keys 4
  • Musical FX 45
  • Electric Organ 43
  • Other Organ 13
  • Pipe Organ 4
  • A.Piano 18
  • E-Grand (CP80) 6
  • Other Piano 3
  • Sound FX 27
  • Solo Strings 6
  • Section Strings 14
  • Synth Strings 10
  • Analog Synth Comp 66
  • Digital Synth Comp 25
  • Other Synth Comp 1
  • Analog Synth Lead 77
  • Arpeggio Synth Lead 19
  • Digital Synth Lead 5
  • Other Synth Lead 3
  • Analog Synth Pad 86
  • Digital Synth Pad 12
  • Motion Synth Pad 43
  • Other Synth Pad 5
  • Synth Choir 12
  • Choir 12
  • Woodwinds 26

Insgesamt also über 1.200 Sounds, wobei der einzige ethnische Sound aus Afrika vermutlich nur den Weg in die Library gefunden hat, weil die WM in Afrika stattfindet. Ich hätte in diesem Bereich gerne eine größere Auswahl gehabt. Somit ist der Bereich der ethnischen Sounds auch leider ein kleiner Kritikpunkt. Was mir beim durchhören der Sounds aufgefallen ist: Leider wird auch in HALion Sonic, genau wie schon in Hypersonic, nicht der geladene Sound in der Media Bay angezeigt. Und den Button “Find on Load Page” hat man einfach gestrichen. Schade. Auch eine Taste zum durchsteppen von Sounds sucht man vergeblich. Ich persönlich mag es nicht, mit der Maus durch die Media Bay zu klicken, wenn ich 100 Bässe hintereinander durchhören möchte. Zwar kann man die Auswahl durch die Kategorien stark einschränken. Dennoch vermisse ich das Feeling, wie an einem Hardware-Rompler per Taste einfach zum nächsten Sound zu springen.

Einen kleinen Fehler habe ich bei der Kategorisierung gefunden: *Pingelig-Modus an*: Wählt man in der Category “Accordions” die “Sub Category” Accordions an, erscheinen in der Trefferliste immer noch die Harmonicas, die eine andere Sub Category (nämlich Harmonica) haben. Bei Klick auf die Subcategory “Harmonica” hingegen klappt es und die “Accordions” werden ausgeblendet *Pingelig-Modus aus*.

In den Foren wird immer wieder nach Soundbeispielen gefragt. Daher habe ich den Schwerpunkt des Tests auch auf diesen Bereich gelegt und zu jeder Hauptkategorie mal ein paar Sounds aufgenommen. Bitte bedenken: Es sind lediglich MP3s mit 128 kbit. Gerade das Piano verliert durch die Komprimierung naturgemäß an Qualität.

Accordions

Bässe

Brass

Chromatic Percussion

Beats

Drumkits

Guitars

E-Pianos

Organs

A-Pianos

Strings

Synth Comp

Synth Lead

Synth Pad

Choir

Woodwinds

Und zum Abschluss noch zwei Multis

Aufbau eines Sounds in HALion Sonic

Die unterste Ebene eines Sounds ist ein Layer. Es kann aus insgesamt 5 Layer-Typen gewählt werden

  • Synth-Layer
  • Sample Layer
  • Drum Layer
  • Loop Layer
  • Instrument Layer (mit verschiedenen Expressions)

Maximal 4 dieser Layer können zu einem Program zusammengesetzt und beliebig gesplittet oder gelayert werden. Jeder Layer besitzt einen eigenen Slot für einen individuellen FlexPhraser, kann bis zu 4 Insert-Effekte enthalten und mit 4 Send-Reglern das Signal auf die 4 Aux-Bussen ausspielen, die wiederum je 4 Insert-Effekte besitzen. Ein Program alleine kann also schon recht komplex sein. Jeder Layer innerhalb eines Programs kann sogar auf die Einzelausgänge gelegt werden.

Bis zu 16 dieser Programs finden Platz in einem Multi. Diesen Multis können 16 Einzelausgänge (Stereo) bzw. 16 Midikanäle zugewiesen werden. Live kann man hingegen auch alle Programs auf einem Midikanal ansprechen und splitten und/oder layern.

Bis zu 128 Multis finden für den Live-Betrieb in einer Multi-Chain Platz, die beispielsweise die Playlist des Abends abbildet. Hervorzuheben ist übrigens, dass gespielte Sounds, selbst wenn man in denselben Slot einen neuen Sound lädt, nicht während des Ladevorgangs abreißen.

Die Oberfläche

 

Hypersonic Nutzer werden sich recht schnell in HALion Sonic zurecht finden. Der Aufbau der Benutzeroberfläche ähnelt stark der von Hypersonic. So findet man auch hier das “Ein-Fenster” Konzept wieder, in welchem es verschiedene Hauptbereiche gibt welche ich zum Teil durch Buttons anwählen kann. Der obere Teil beginnt in der Stand-Alone Version mit Anzeigen zu Midi- und Audioverbindungen. Als zusätzliche Features enthält die Stand-Alone Variante ein Metronom und ein “Scratchpad” zum schnellen festhalten von Ideen. Darunter befinden sich die üblichen Anzeigen für CPU-Auslastung, Gesamtlautstärke, Stimmenanzahl, Stimmung, etc. Rechts darunter ist Platz für zwei Toolbars, welche Funktionen wie “Undo/Redo”, Midi Reset, Global alle Inserts, Sends oder Flex-Phrases aktivieren, bzw. deaktivieren sowie den “P” Button bietet. Letzteren kennt man evtl. schon aus “The Grand 3”. Mit ihm schaltet man zwischen einer Player und einer Editor Ansicht um.

Hier die Player Ansicht:

 

Im linken Bereich der Editor Ansicht hingegen findet man die 16 Slots des aktiven Multis mit Solo und Mute Button.

Der untere Bereich wird dominiert vom virtuellen Keyboard mit den darüberliegenden 8 Quick Control Regler sowie den 8 neuen Trigger Pads. Ein erschwinglicher Midi-Controller, der diese 16 Controller steuern kann, ist übrigens das Akai LPD 8. Auch wenn an diesem die Drehregler ein wenig fummelig sind, lässt sich der HALion Sonic damit im Studio wunderbar steuern. Neu ist auch der “Sphere Controller”, welcher wie ein X/Y Pad funktioniert und zwei Werte gleichzeitig steuern kann. Sein Symbol ist übrigens das Markenzeichen von HALion Sonic und kommt einem auch aus dem HALion irgendwie bekannt vor.

Alle automatisierbaren Parameter lassen sich auch mittels des AI-Knobs aus dem CC121 oder der CI-Serie steuern.

Direkt über der Tastatur befindet sich der Hauptbereich (Edit-Bereich), welcher auch den größten Platz in Anspruch nimmt. Hier kann man mit den darüberliegenden Buttons eine der folgenden Ansichten aufrufen:

Load

 

Dies erinnert nicht nur an die neue MediaBay Ansicht aus Cubase 5.5, sondern genau diese bildet die Grundlage für die “Load” Ansicht. Mittels verschiedener Kriterien (Tags) kann man hier schnell eine Vorauswahl treffen. Sounds können mit bis zu 5 Sternen bewertet und nach eben diesen gefiltert werden. So kann man sich schnell seine persönlichen Favoriten zusammenstellen. Bei Bildern kennt man so etwas z. B. aus iPhoto oder Aperture 3.

Edit

 

In dieser Ansicht hat man Zugriff auf das Feintuning der 4 Layer innerhalb eines Programs bzw. diverser globaler Program-Parameter. Lautstärke, Panorama, der Pegel der 4 Send-Wege für die globalen Effekte sowie Tastatur- und Velocitybereiche und Ausgang pro Layer lassen sich hier festlegen. Über L1 – L4 hat man Zugriff auf die Edit-Seiten der Layer. Je nach Layertyp (s. u.) passt sich diese Seite an. Hier findet man auch die Einstellungen des FlexPhrasers und das Feintuning der Quick-Controls. Über Inserts kann man die Insert Effekte wählen. Im Gegensatz zu der etwas unorthodox angeordneten Edit-Sektion von Hypersonic wirkt diese in HALion Sonic wirklich sehr aufgeräumt und ist übersichtlich strukturiert. Ich persönlich habe mich im Edit-Bereich sofort zurecht gefunden. Es macht wesentlich mehr Spass an den Sounds zu schrauben, als das bei Hypersonic der Fall war.

Midi

 

Hier können sehr einfach der Velocity- und Tastaturbereich sowie der Midikanal und die Polyphonie der einzelnen Programs in einem Multi festgelegt werden.

Mix

 

Von links nach rechts kann man hier Lautstärke, Panorama, (globale) Send-Effekte 1-4 sowie einen der 16 Stereoausgänge steuern.

Effects

 

Hier findet man die 4 Aux Busse mit je 4 Insert-Slots als Effektlieferant für die Sendregler der einzelnen Programs und Layer. Es können sogar nur einzelne Drumsamples eines Layers auf diese Aux-Wege geroutet werden. Weiterhin gibt es hier neben den 4 Aux Bussen noch den Main-Bus, der wiederum 4 Insert Effekte nutzen kann. Zur Auswahl stehen die unten aufgeführten 16 Effekte, die im Gegensatz zu Hypersonic im einheitlichen Cubase-Look und auch in derselben hohen Qualität daher kommen und entsprechend parametrisierbar sind. Schön ist übrigens auch, dass sich Effekte wie in Cubase per Drag&Drop zwischen den einzelnen Slots verschieben und kopieren lassen.

Multi

 

Die Seite für den Live-Keyboarder. Hier lassen sich mehrere Multis zu einer Kette (Chain) zusammenstellen, die jeweils ein Set oder mit 128 Plätzen sogar den gesamten Gig abbilden können. Mehr dazu im Absatz “Live Einsatz”.

Options

 

Die hier ersichtlichen Parameter kann man, wenn es keine Probleme wie Aussetzer oder abgeschnittene Noten gibt, eigentlich lassen, wie sie sind. Ansonsten kann man hier ggfs. HALion Sonic auch auf etwas leistungsschwächere Prozessoren abstimmen.

Die Engines

Schauen wir ein wenig weiter unter die Edit-Haube und kommen damit zu den einzelnen Layer-Typen: Um den Bericht nicht ausufern zu lassen, werde ich nicht auf jeden Parameter eingehen, sondern werde lediglich die Seiten per Screenshot zeigen. Eines vorweg: HALion Sonic ist im Bereich der Sample- und Synth-Engine zwar kein Omnisphere, braucht sich aber auch absolut nicht zu verstecken. Hier mal ein paar Eckdaten:

  • 3 Oszillatoren (Sinus, Dreieck, Sägezahn und Rechteck)
  • bis zu vier Algorithmen pro Oszillator (PWM, Sync, Cross Modulation, XOR)
  • Suboszillator
  • Ringoszillator
  • Noise Generator
  • Unisono Modus (sehr fett)
  • 24 Filter mit 6 Modi inkl. Morphing Mode (exzellent!)
  • 4 Hüllkurven pro Layer mit bis zu 128 Punkten innerhalb der Kurve
  • 2 Polyphone LFO’s (8 Modi, Steuerung von Shape, Frequ. und Phase)
  • 2 Monophone LFO’s (8 Modi, Steuerung von Shape, Frequ. und Phase)
  • Step Modulator – sogar mit Shaping Funktion (Slope)
  • Modulationsmatrix, in der bis zu 32 Modulationen verknüpft werden können

Der Sample Playback und der Synthese Modus

… unterscheiden sich dadurch, dass im Synth-Modus 5 Oszillatoren sowie der Noise Generator und im Sample-Modus 869 Samples als Klanquelle dienen. Dementsprechend fehlt natürlich die “Oscillator” Seite in der Sample-Playback Engine. Der Rest ist identisch. Eine Ausnahme bilden noch die Instrumente mit Keyswitch, wie Gitarren, Streicher, Akustik oder z. B. E-Bässe, wie im letzten Bild zu finden.

Hier eine Übersicht über alle wichtige Ansichten:

 

Der Slice-Loop Modus und der Drum Modus

… sind für Loops bzw. Drum Kits zuständig und haben folgende Edit-Parameter, mit der jeder einzelne Slice bei Loops bzw. jedes einzelne Instrument bei Drum-Kits separat bearbeitet werden kann:

 

Der FlexPhraser

 

Der FlexPhraser ist im Grunde ein Arpeggiator, der allerdings instrumententypische Phrasen abspielt und sogar automatisch die Artikulationen bei akustischen Instrumenten wechselt. Zum Vergleich: Bei Hypersonic hatte der Arpeggiator gerade mal 200 solcher Midi-Phrasen an Bord. Hier sind es über 1500. Je Program können 5 solcher FlexPhraser angesteuert werden. Eines pro Layer und eines für das gesamte Program. Ist “Hold” aktiviert, spielt die Phrase auch nach loslassen der Taste weiter. Hier fehlt mir persönlich aber die Funktion, dass beim erneuten Betätigen der Taste die Phrase stoppt. Gerade bei Drumbeats wäre das hilfreich. Stoppen kann man eine Phrase in diesem Fall nämlich nur durch den globalen Button in der Toolbar. Und dann stoppen alle Phrasen. Auch hier besteht also noch Potential um das Live-Jammen noch praxisnäher zu ermöglichen. Spaß macht der Flex-Phraser aber auf jeden Fall und die Auswahl an Phrasen ist wirklich gut gelungen. Um aber die Eingangs gestellte Frage zu beantworten, ob er im Bereich der Gitarren einen VG2 ersetzt: “Nein”. Die Gitarren-Phrasen sind zwar wirklich “nett” und zum Teil sogar recht realistisch. Man kommt auch für grundlegende Riffs damit zurecht, ehe man in einen Spezialisten investieren muss. Das Gitarrenvoicing wird aber z. B. nicht immer beachtet. Nur wenn man selber darauf achtet, kann man recht ansehliche Begleitungen damit erzeugen. Aber ein Spezialist für Gitarrenriffs will und kann HALion Sonic nicht sein.

Effekte & Co

Folgende Effekte können in HALion Sonic verwendet werden:

  • REVerence
  • Reverb
  • Multi Delay
  • Studio EQ
  • Graphic EQ
  • Amplifier
  • Chorus
  • Flanger
  • Phaser
  • Tremolo
  • Rotary
  • Vibrato
  • Compressor
  • Limiter
  • Expander
  • Gate
  • Stereo Pan

Die Effekte lassen sich in etlichen Parametern editieren. Hier ein paar Beispiele:

 

Wie bereits weiter oben erwähnt, ist die Anzahl der Effekte zwar im Vergleich zu Hypersonic 2 geringer geworden. Dafür ist die Qualität deutlich besser. Die wichtigsten Effekte sind vertreten und dazu noch besser zu editieren wie in Hypersonic.

Live-Einsatz

Für den Live-Einsatz kommt in erster Linie die Multi-Chain (s. o.) zum Einsatz. Hier lassen sich bis zu 128 fertige Programme ablegen, die aus bis zu 16 Parts bestehen können. Diese können natürlich einem eigenen Tastatur- oder Velocitybereich zugeordnet werden. Allerdings werden diese Multis nicht alle auf einmal in den Speicher geladen, wie z. B. bei Mainstage, sondern erst beim umschalten. Der alte Sound reißt zum Glück nicht ab aber auf Ladezeiten sollte man sich dennoch einstellen. Innerhalb eines Songs mal eben das Multi wechseln kann man vergessen.

Leider ist es im Multimode nicht möglich, gewisse Controller bei bestimmten Programs zu deaktivieren. So ist leider das Sustain Pedal immer bei allen Programs wirksam, was gerade im Live-Spiel oft unerwünscht ist. Wenn man zum Beispiel die Fläche oder das Piano in der linken Hand spielt und rechts ein Brass-Sound, soll der meist nicht vom Sustain Pedal beeinflusst werden, wohingegen das Piano sehr wohl das Pedal nutzen sollte. Wenn es irgendwie geht, sollte man hier eine entsprechende Möglichkeit schaffen, da ansonsten der Live-Einsatz nur bedingt funktioniert.

Die Programmierung der Layer und Splits ist eine wahre Freude und schnell erledigt. Mit 16 Programs pro Multi kann man schon einiges anfangen. Über externe Volume Regler lassen sich nun auch sauber die einzelnen Slots steuern. Das war bei Hypersonic leider ein Drama und einer der Gründe, warum ich ihn nie live genutzt habe. Man konnte nicht die Lautstärke der Programs innerhalb eines Multis unabhängig voneinander per CC steuern. Es waren stets alle Programs betroffen, die man auf einen Midikanal gelegt hat. Denn die Möglichkeit alle Programs auf einen Midikanal zu legen, bedeutete bei Hypersonic das “verschmelzen” dieser Programs in Bezug auf die eingehenden CCs. An dieser Stelle also eine deutliche Verbesserung bei HALion Sonic.

Leider hatte ich währende der Testphase 2 Notenhänger und auch einen Absturz. Ansonsten lief das Programm für eine 1.0er Version sehr stabil. Für den Studiobetrieb also überhaupt kein Problem. Live würde ich auch aus den o. g. Gründen zumindest auf das nächste Update warten.

alpendeich-Redaktionstipp

Das gefällt mir nicht

Es gibt kein gedrucktes Handbuch. Bis auf 1 Instrument sind keine ethnischen Sounds an Bord. Es ist keine Einbindung eigener Samples möglich. Gerade zusammen mit den virtuellen Pads wäre dies eine perfekte Ergänzung um HALion Sonic zu einem All-in-One Soundlieferanten für die Bühne zu machen, der fast keine weiteren Ergänzungen mehr benötigt. So müsste man ihn in einer Umgebung wie Mainstage 2, Brainspawn Forte oder ähnlichen einbinden, wenn man auf Samples angewiesen ist. Aber hier will man sich vermutlich ein wenig vom großen Bruder HALion 4 absetzen. Der Nachteil mit der fehlenden Zuweisung von Controllern wie Sustain oder Modulation nur auf bestimmte Layer wiegt da schon etwas schwerer, wenn man HALion Sonic live einsetzen möchte. Das ist für mich ein extrem wichtiger und praxisnaher Punkt. Hier kann man hoffentlich schnell durch ein Update nachbessern.

Eigentlich kein Nachteil aber dennoch schade: HALion Sonic schickt Hypersonic auf aktuellen Rechnern in den wohlverdienten Ruhestand, obwohl es auf schwächeren Rechnern immer noch seine Darseinsberechtigung hat.

Das gefällt mir

Das Teil macht Spaß und klingt in wirklich allen Bereichen gut bis sehr gut. Im Studio wäre er direkt nach Cubase 5 meine erste Wahl um eine hohe Bandbreite, nicht nur an Brot- und Buttersounds abzudecken. Er liefert neben sehr realistischen akustischen Instrumenten (bis zu 18 Artikulationen) auch äußerst frische elektronische Club-Sounds und Beats, die Lust aufs arrangieren machen und auch im Mix Bestand haben. Die intensive Nutzung der VST-Expression Möglichkeit unter Cubase 5.5 zum einfachen Aufrufen der Artikulationen ist eine echte Unterstützung beim Arrangieren.

Die Bedienung ist zum Glück genau so einfach und schnell wie bei Hypersonic und in Teilbereichen (Edit) um Längen besser. HALion Sonic bietet eine perfekte Integration in die Media Bay von Cubase. Mit dem Flex-Phraser Modul halten die Arpeggio-Features aus Yamahas Hardwareflagschiffen Motif XS Einzug in die Softwareworkstation und liefern frische Ideen um sich inspirieren zu lassen oder mal eben einen Beat zum Jammen abzufeuern. In der Stand-Alone Version liefert er genügend Material um ihn auch Live als einzigen Soundlieferanten (abgesehen von eigenen Samples) einzusetzen. Die Programmierung von Layers und Splits (bis zu 16 Programs á 4 Layer = 64 Sounds gleichzeitig pro Multi!) geht absolut easy von der Hand.

Das Programm ist von der Prozessorauslastung und den Systemvoraussetzungen nicht mehr so schlank wie Hypersonic, was aber zugegebenermaßen auch dem Lauf der Dinge zu schulden ist. Die Rechner sind schneller geworden und warum sollte man sich dies nicht zu Nutze machen. Der Punkt Auslastung steht dennoch klar auf der Plus-Seite, da die Performance immer noch als sehr gut zu bezeichnen ist. Das Laden von Samples ist gemessen an der Größe sehr zügig und die Streaming Engine leistet hier, so weit ich das ohne “Messungen” beurteilen kann, sehr gute Dienste. Alles in allem eine absolut runde Sache, allerdings mit Potential in den genannten Details. Ich hoffe trotz der guten Soundauswahl, dass ähnlich wie bei Hypersonic auch Soundpacks folgen werden, da dieses VSTi eine sehr hochwertige Basis liefert und gute Aussichten hat, in meinem Autoload Song Platz zu nehmen. Für Hypersonic Benutzer ist das Update mit 99 Euro eigentlich Plicht.

Markus Cremer

Systemvoraussetzungen Mac OS X

  • Mac OS X 10.5 und 10.6
  • Intel Core Duo 2.0 GHz Prozessor
  • 2 GB RAM
  • Ca. 12 GB freier Festplattenplatz
  • Bildschirmauflösung 1024 x 768 Pixel (1280 x 800 Pixel empfohlen)
  • CoreAudio kompatible Audiohardware
  • DVD-ROM Laufwerk mit Dual-Layer Unterstützung
  • USB-Port für USB-eLicenser/Steinberg Key (Lizenzmanagement)
  • USB-eLicenser/Steinberg Key erforderlich
  • Internet-Zugang für Lizenzaktivierung
  • Für die Nutzung als PlugIn ist eine VST2, VST3 oder AU kompatible Host-Applikation erforderlich

Systemvoraussetzungen Windows

  • Windows Vista und Windows 7
  • Pentium/Athlon Dual-Core 2.0 GHz Prozessor
  • 2 GB RAM
  • Ca. 12 GB freier Festplattenplatz
  • Bildschirmauflösung 1024 x 768 Pixel (1280 x 800 Pixel empfohlen)
  • Windows DirectX-kompatible Audio-Hardware (ASIO-kompatible Audio-Hardware für Low-Latency-Betrieb empfohlen)
  • DVD-ROM Laufwerk mit Dual-Layer Unterstützung
  • USB-Port für USB-eLicenser/Steinberg Key (Lizenzmanagement)
  • USB-eLicenser/Steinberg Key erforderlich
  • Internet-Zugang für Lizenzaktivierung
  • Für die Nutzung als PlugIn ist eine VST2 oder VST3 kompatible Host-Applikation erforderlich

Preise (für den Nachfolger HALion Sonic 2)

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9 Comments

  1. twrstudio
    22. Juli 2010

    schöner ausführlicher Test

    Alle Sample basierenden Sounds klingen erheblich besser als
    im Hypersonic2 aber die Synthsounds sind endtäuschend.
    Da hat der Vorgänger deutlich mehr zu bieten.
    Schade auch das der FlexPhraser seine Daten nicht über Midi
    ausgibt.

    Gruss Tom

    Antworten
  2. Markus
    25. Juli 2010

    Hallo Tom,

    vielen Dank für Dein Feedback! Du findest die Synthsounds enttäuschend? Meinst Du jetzt die Preset-Beispiele im Test oder die Möglichkeiten? Die Presets, die ich vorgestellt habe, decken natürlich nur einen kleinen Teil des möglichen ab. Die US-1 Expansion vom Hypersonic 2 war zwar klasse aber die Möglichkeiten und vor allem die Programmierung finde ich im HALion Sonic doch besser. Spiel den HALion Sonic am besten mal in Ruhe beim Händler an. Ich denke nicht, dass Du enttäuscht wirst.

    Viele Grüße

    Markus

    Antworten
  3. twrstudio
    26. Juli 2010

    Hi Markus,

    ich habe den Halion Sonic bereits.

    Bitte nicht missverstehen die Syth Engine klingt hervorragend und
    auch die Filter und Modulationsmöglichkeiten sind klasse.
    Was ich an Hypersonic2 so liebte das sind Movin Pad Sounds
    die sich sekunden lang aufbauen und im Hintergrund so schön
    glittern und britzeln.
    Gerade diese Sounds wurden im Hypersonic mit sehr viel Liebe
    prorammiert und leider im Halion Sonic sträflich vernachlässigt.
    Aber natürlich ist die Haptik im Halion Sonic um einiges besser.

    Leider ist es nicht möglich einzelne Ebenen eines
    Programms mit allen Filter, Amp., LFO, FX, Hüllkurveneinstellungen usw. zu Kopieren oder Abzuspeichern um dann aus verschiedenen
    Layer neue Patches zu bauen.

    Gruß Tom

    Antworten
  4. Markus
    26. Juli 2010

    Hallo Tom,

    den Hypersonic kann man zum Glück ja auch noch weiterhin nutzen 😉

    Als Sofort-Lösung zu dem Layer-/Ebenen-Problem fällt mir höchstens ein, dass Du die einzelnen Layer nicht zu einem Program, sondern die Programs mit dem entsprechenden Layer zu einem Multi zusammensetzt. Bei 16 Slots hast Du da ja auch genügend Platz.

    Aber das ist natürlich nur ein Workaround. Ich habe selber noch nicht nachgeschaut, ob es eine Möglichkeit zum Speichern von Layern gibt. Auf der Load-Seite kann man aber einzelne Layer laden (Man kann dort zwischen Layer, Program und Combi umschalten). Dann sollte man sie doch auch eigentlich speichern können? Sonst wäre das auch von mir ein Wunsch für ein kommendes Update.

    Viele Grüße

    Markus

    Antworten
  5. twrstudio
    26. Juli 2010

    Hi Markus,

    du kannst die einzelnen Layer (rechtsklick) schon speichen oder
    kopieren aber eben die dazugehörigen Filter-Amp-LFO und Hüllkurveneinstellungen nicht.

    Gruß Tom

    Antworten
  6. Organic
    7. August 2010

    Hallo,

    was ich nicht verstehe ist, warum es nur ein Upgrade Möglichkeit mit HALion Player gibt und nicht Halion3 was ich besitze.

    Das ist auch der Grund, dass ich mir das Teil nicht hole.

    Gruß

    Antworten
  7. dl
    10. August 2010

    Hi,
    hat HalionSonic jetzt einen automatischen Portamento modus?

    Also das die Tonhöhe nur gleitet bei Legato?

    Das kann Halion 3 nicht :/

    Antworten
  8. Markus
    23. August 2010

    Hallo zusammen,

    @dl:HALion Sonic bietet die Funktion “Glide” und hier den Parameter “Fingered”, der genau das bewirkt, was Dein Wunsch ist. Der Glide (Portamento) Effekt wird dann nur bei Legato gespielten Noten aktiviert.

    @Organic: Die beiden Produktlinien werden von Steinberg (leider) getrennt behandelt. Crossgrades zwischen den “Player” und “Voll” Versionen von HALion gibt es (noch?) nicht. Ich würde das aber auch begrüssen!

    Viele Grüße

    Markus

    Antworten
  9. mr.miagi
    13. September 2010

    also ich bin riesen enttäuscht von dem halion sonic.
    wie schon erwähnt die movin pads, die fehlen.
    auch ordner die zwar da sind aber keine sounds drin, wie zb. die hits/stabs.
    das war für mich ein kaufgrund.
    es gibt meiner meinung zu wenige “in your face sounds”.

    gibt es denn die möglichkeit die effekte auf audiospuren zu routen ?
    um zb den reverence auf vocals etc zu routen ?

    danke und grüsse

    Antworten

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