Test: Modartt Pianoteq 3

Nach „The Grand 3“ und „Alicia’s Keys“ liegt mir nun ein vergleichsweise „leichtes“ Plug-in für Flügel- bzw. Klavierklänge vor. Pianoteq basiert nicht auf Samples, sondern auf „Physical Modeling“. So ist der Download der knapp 30 MB schnell erledigt. Kann so was denn klingen? Spätestens seit den Wallander Instruments weiß ich persönlich, wie weit das nachbilden echter Instrumente im Rechner ohne Samples schon gediehen ist. Die Ergebnisse sind mittlerweile verdammt gut. Hier werden die charakteristischen Merkmale der Instrumente in Echtzeit berechnet. Mich hat dieses vergleichsweise schlanke Plug-in hauptsächlich für den Bühneneinsatz mit Mainstage 2 interessiert. Ob es im Studio die Sample-Boliden verdrängen kann, interessiert mich aber auch brennend.

Der erste Kontakt

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Mir liegt die neueste Version 3.6.1 vor und ich teste dieses auf meinem 24“ iMac 3,06 GHz mit OSX 10.6.3. In der neuesten Version bietet sie 64 Bit Support für den Mac.

Die Ladezeiten kann man nicht als solche bezeichnen. Es gibt keine! Das ist ein komisches Gefühl. Gerade beim wechseln der Sounds aber unbezahlbar, wenn es um den schnellen Vergleich geht. Das kenne ich sonst nur von Hardware. Für die Live-Situation also ein Riesen-Vorteil. Und ja: Es klingt nach Piano. Sogar überraschend gut! Ich persönlich habe zwar am Anfang das Gefühl, es klingt etwas „dumpf“ aber dem lässt sich schnell mit diversen Einstellungen zu Leibe rücken. Es gibt erstens verschiedene Modelle und zweitens zahlreiche Möglichkeiten, diese nach seiner Vorstellung zu modifizieren. Aber keine Angst: Klavierbauer muss man nicht erst lernen. Wer in diese Richtung tendiert, sollte eher zur Pro-Version (siehe unten) greifen.

Die mitgelieferten Modelle

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In der Liste erscheinen auch einige Modelle, die nur im Demomodus laufen, sowie einige freie Add-on’s. Eine gute Übersicht erhält man auf der Seite des Herstellers.

Es gibt einen Preset Manager, der die Sounds sehr übersichtlich bereitstellt:

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Mich interessieren in diesem Test vorrangig die Modelle K1, C3 und M3. Das neueste Modell K1 eignet sich als Allround-Modell für verschiedene Stile, wohingegen C3 den klassischen und M3 eher den modernen Bereich abdeckt.

Hören wir einfach mal rein.

Zunächst das K1:

Und nun das C3:

Hier das M3:

Alle 3 klingen wirklich gut und mit ein wenig EQ oder anderer Mikrofonierung kann man sie schön in den Mix einbinden. Was beim Spielen auffällt: Die Dynamik ist für meinen Eindruck höher als bei manch samplebasierten Instrumenten. Da man nicht verschiedene Samples für verschiedene Anschlagstärken hat, sondern alles in Echtzeit berechnet wird, hat man nie das Gefühl „Oh, jetzt höre ich ein anderes Sample“.

Unter der Haube kann man aber einiges mehr außer dem obligatorischen EQ einstellen. Klickt man auf die 3 oberen Bereiche, geben sie folgendes Innenleben frei:

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Tuning

Hier sind die üblichen Verdächtigen zu finden. Man kann die Grundstimmung ändern und andere Skalen einstellen oder per KBM Datei laden. Ein Feintuning kann man übrigens sogar in der Standard-Version pro Note vornehmen.

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Die drei folgenden Parameter sind aber nur aufgrund der Tatsache zu ändern, dass dieses Piano nicht gesampelt wurde, sondern in Echtzeit berechnet wird.

  • Unison Width: Wenn man eine Pianotaste betätigt, wird der Hammer gegen 3 Saiten (und nicht nur gegen eine, wie man vielleicht vermutet) geschlagen. Diese 3 Saiten sind unterschiedlich gestimmt. Mit Unison Wide beeinflusst man die Differenz zwischen der am tiefsten und am höchsten gestimmten Saite. Hier kann z. B. ein bestimmtes Timbre erzeugen oder gealterte Modelle simulieren, indem man den Regler ein wenig mehr nach rechts bewegt. Sie wirken so leicht verstimmt, was durchaus Charme haben kann. Im Extremfall klingt das dann nach Honky Tonk.
  • Octave Stretching: Normalerweise gilt beim Stimmen das Verhältnis 2:1 im Fall der Oktave. Da dieses Verhältnis in Abhängigkeit der Länge und Dicke der Saiten nicht 100% exakt ist, wird die Oktave u. U. nicht im exakten Verhältnis gestimmt. Dies hängt auch mit den Harmonischen des Grundtons zusammen.
  • Direct Sound Duration: Hier kann man die Dauer des Direktklangs beeinflussen. Sie ändert sich auch durch die Veränderung des Unison Wertes und kann daher hier angepasst werden.

Voicing

  • Hammer Hardness: Hier lässt sich die Beschaffenheit des Hammers und dessen Verhalten bei Piano- (Velocity 32), Mezzo- (Velocity 64) oder Forte-(Velocity 96) Spiel beeinflussen. Hier lässt sich also sehr genau bestimmen, wie brilliant oder auch dumpf das Modell bei bestimmten Anschlagsstärken klingen soll.
  • Spectrum Profile: Hier lässt sich die Intensität der ersten acht Harmonischen Obertöne einstellen. Das geht schon ein wenig in die Ecke „Klavierbauer“. Die Veränderungen sind übrigens nicht mit einem EQ zu vergleichen, da sie alle Noten betreffen und nicht nur eine bestimmte Frequenz. Es lässt sich also der Klang des gesamten Pianos über alle Oktaven hinweg ändern.
  • Hammer Noise: Die Einstellung hätte ich eher im Bereich (Action) vermutet, wo auch andere „Nebengeräusche“ zu finden sind. Hier lässt sich jedenfalls die Lautstärke des Hammer-Geräusches einstellen. Je lauter, desto näher am Klavier oder Flügel befindet sich der Zuhörer.
  • Strike Point: Hier lässt sich sogar bestimmen, an welcher Stelle die Saiten vom Hammer getroffen werden. Die führt zu extremen Veränderungen des Klangcharakters ähnlich eines Filters.
  • Soft Pedal: Hier lässt sich bestimmen, wie stark die Dämpfung durch das „Una Corda“ Pedal ausfällt.

Design

Jetzt geht es wirklich ans Eingemachte und das Piano oder Flügelmodell kann von Grundauf editiert werden. Das Soundboard, also der Resonanzboden, welcher die Schwingungen der Saiten hörbar macht, ist in verschiedenen Parametern veränderbar.

  • Impedance: Je höher der Wert, desto länger klingt der Sound.
  • Cut-Off Frequency: Je höher der Wert, desto mehr hohe Obertöne sind zu hören.
  • Q Factor: Je höher der Wert, desto schneller nehmen die Obertöne ab.
  • String Length: Die Länger der Saiten beeinflusst im großen Maße die Stärke der „Verstimmung“ der Obertöne. Je kürzer die Saiten sind, desto stärker weichen die Obertöne von Ihrer „korrekten“ Frequenz ab. Hier kann man ein Modell mit 10 Meter (!) langen Saiten „bauen“. Ich bin der Empfehlung im Handbuch gefolgt und habe das mal getestet. Gerade im Bassbereich lässt sich feststellen, dass es bei einer solchen Saitenlänge so gut wie keine „Verstimmung“ der Obertöne mehr gibt. Das Modell möchte ich aber nicht in Natura tragen müssen 😉
  • Sympathetic resonance: Dieser Effekt entsteht, wenn ungedämpfte Saiten durch das anschlagen einer anderen Saite vibrieren. Dies geschieht dann, wenn die beiden Saiten korrespondierende Obertöne besitzen. Ungedämpft sind Saiten entweder durch das Betätigen des Sustain Pedals oder weil die entsprechende Taste gedrückt ist.
  • Duplex Scale: Die Schwingungen der Saiten verursachen auch Resonanzen bei den Teilen, die nicht direkt mitschwingen. Die Stärke dieser Resonanz lässt sich hier seit Version 3.5 separat steuern.
  • Quadratic Effect: Dieser Effekt macht sich bei stärkeren Anschlägen in den Obertönen bemerkbar. Es werden bei Variation der Intensität andere Obertöne hörbar.

Manche dieser Effekte sind sehr subtil und nicht so leicht zu hören. Andere hingegen, wie die Länge der Saiten, machen sich stark bemerkbar. Alles in allem sind dies Einstellungen, welche man bei samplebasierten Instrumenten vergeblich sucht und natürlich ohne weiteres auch nicht bei einem echten Flügel durchzuführen sind (außer man baut mal eben einen neuen Flügel).

Output

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Im linken unteren Bereich ist ein grafischer Bereich mit 3 Buttons darunter: EQ, Velocity und Reset. Standardmäßig wird der EQ angezeigt. Dieser EQ funktioniert ein wenig anders als man es gewohnt ist. Das liegt daran, dass der EQ nicht nachgeschaltet ist, sondern dessen Änderungen bereits vor dem berechnen des eigentlichen Piano-Sounds erfolgen. Das hat den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass die sonst beim EQ’en entstehenden Lautstärke-schwankungen hier wegfallen! Daher gibt es auch keinen Gain-Regler, der diese Unterschiede kompensieren müsste. Spätestens hier merkt man, welche Vorteile ein komplett aus dem Rechner stammender Sound bieten kann. Man kann fast beliebig viele Punkte in der EQ-Kurve einzeichnen und diese verändern. Die Beschränkung liegt fast nur in der Größe der Anzeige. Ich habe als Test 30 Punkte eingezeichnet, also die 10-fache Menge eines normalen 3 Band EQs. Sinnvoll sind 30 Punkte gewiss nicht aber man sieht, dass sehr feine Änderungen im Frequenzverlauf möglich wären. Übrigens hört man die Änderung erst beim loslassen der Maustaste. Dies hat mich am Anfang ein wenig irritiert. Ein „durchsweepen“ ist also nicht möglich. Mit Rechtsklick in den EQ kann man diverse Presets auswählen.

Mit Klick auf Velocity schaltet die Anzeige von EQ auf die Kurve für die Anschlagsdynamik um: Hier kann man die Anschlagsdynamik seines Masterkeyboards an Pianoteq anpassen. Es gibt für etliche Modelle bereits Vorschläge von Benutzern im Forum. Weiterhin gibt es wie beim EQ mit Rechtsklick diverse Presets sowie die Möglichkeit sich weitere Kurven anzeigen zu lassen. Diese sieht man auch, wenn man den Velocity Button erneut betätigt. Das wäre zunächst die „Note off“ Velocity, welche nur Sinn macht, wenn das Masterkeyboard auch Release-Daten sendet. Sogar das Verhalten des Sustain Pedals kann unter „Sustain“ Velocity geregelt werden. Letzteres natürlich nur, wenn man ein Pedal besitzt, welches kontinuierliche Mididaten (und nicht nur 0 und 127) sendet.

Der Reset Button setzt entweder den EQ oder die Velocity-Kurve zurück.

Kommen wir zur goldenen Mitte und einem der Highlights des Output Bereiches. Insgesamt 4 Output-Varianten gibt es bei Pianoteq:

  • Stereophonic
  • Monophonic
  • Sound Recording
  • Binaural

Es lassen sich alle Output-Varianten in allen Modellen inkl. aller Add-ons auswählen. Die ersten beiden würde ich bevorzugt für die Elektro-Akustischen Modelle (wie z. B. aus dem nachfolgend noch erwähnten Electric-Add-on) verwenden. Diese bilden den „normalen“ Mono- oder Stereoausgang ab. Der Sound Recording-Mode entspricht der klassischen Mikrofonierung eines akustischen Instrumentes und wäre mein Favorit für die akustischen Modelle. Und so sieht dieser Bereich aus:

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Er lässt sich als Floating Window (wie auch der Preset-Manager und der Note-Edit Bereich) von der restlichen Pianoteq-GUI lösen. Bis zu 5 Mikrofone lassen sich im simulierten Raum aufstellen und auf bis zu 5 Kanäle routen. Hier kann sich der Tontechniker wirklich austoben und den perfekten Klang einstellen ohne einen Assistenten durch den Raum zu schicken oder seinen Platz zu verlassen. Die Öffnung des Deckels kann stufenlos von „geschlossen“ bis „offen“ variiert werden. Anhand eines Modells wird die Ausbreitung des Schalls genau berechnet und es ist wirklich erstaunlich, welche Änderungen man in diesem Bereich bewirken kann. Den Raumklang mit direkteren Anteilen mischen, etc.: Alles kein Problem. Wenn man über Kopfhöhrer abmischt oder spielt, sollte man den Binaural Mode wählen, welcher einen Kunstkopf simuliert.

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Dies ist ebenfalls ein Novum im Bereich der mir bisher verfügbaren Piano-VSTi’s. Hier kann man „Blickrichtung“, Höhe und Entfernung einstellen. Ob man also aus Sicht des Spielers oder der Sängerin, welche sich auf dem geschlossenen Deckel räkelt, den Sound auf dem Kopfhörer haben möchte: Hier stehen einem wirklich alle Möglichkeiten offen.

Fast schon wäre ich enttäuscht gewesen, wenn der „Volume“ Regler nur ein normaler Regler wäre. Aber ich werde nicht enttäuscht und so kann man nach Doppelklick auf diesen Regler die Lautstärke jeder einzelnen (!) Note ändern:

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Dank des „Dynamics“ Reglers kann man sich im Prinizip einen Kompressor sparen. Denn hier stellt man den Unterschied zwischen lauten und leisen Tönen ein. Und im Gegensatz zum Kompressor geschieht das ganze ohne die Attack- oder Decay-Phase zu ändern.

„Sound Speed“ bestimmt die Schallgeschwindigkeit. Stellt man diese niedrig ein, so hört man die Reflektionen deutlich später. Das funktioniert natürlich nur, wenn es Raumanteile gibt. Also im Binaural Modus nur dann, wenn der Reverb aktiviert ist. Im „Sound Recording“ Modus aber auch ohne „Reverb“ da es schon einen Unterschied macht, wie schnell der Schall die Raum-Mikros erreicht.

Wie man sieht, sind die Möglichkeiten hier wirklich eine Spielwiese für Tontechniker und Sounddesigner. Aber auch „normale“ Musiker werden hier Freude haben.

Am unteren Bereich der Output Sektion sind optisch die 4 Pedale dargestellt.

  • Una Corda oder Soft Pedal: Damit verschieben sich die Hämmer in Ihrer Position nach rechts, so dass nicht mehr alle 3 Saiten einer Note, sondern nur eine Saite angeschlagen wird.
  • Sustenuto Pedal: Betätigt man eine Taste und vor dem loslassen der Taste das Sustenuto Pedal, so klingt diese nach, bis man das Pedal wieder loslässt. Alle anderen Tasten lassen sich weiterhin spielen, ohne dass deren Dämpfer angehoben wird. Quasi ein „selektives“ Sustain-Pedal.
  • Sustain Pedal: Das Pedal, welches jeder Keyboarder zum Standard zählen sollte. Damit werden die Dämpfer von den Saiten angehoben und alle angeschlagenen Töne klingen solange nach, bis das Pedal losgelassen wird und die Dämpfer wieder auf den Saiten aufliegen.
  • Das „Harmonic Pedal“ nimmt zwar die Dämpfer von den Saiten, erlaubt aber dennoch „Staccato Spiel“. Hier klingen die „Harmonischen“ wie beim Sustain Pedal nach. Allerdings nicht der gespielte Ton selber.

Die Effekte

Der Bereich „Action“ hält folgende Parameter bereit:

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  • Damper Position bestimmt die Position, an welcher der Dämpfer auf den Saiten aufliegt.
  • Damper Duration bestimmt die Geschwindigkeit, mit der die Saiten abgedämpft werden.
  • Last Damper: Bei manchen Modellen sind die obersten Töne nicht mehr gedämpft. Mit diesem Regler kann man genau bestimmen, bis zu welcher Midinote die Dämpfung wirkt.
  • Mute: Hier legt man fest mit welcher Stärke die Dämpfer auf den Saiten aufliegen.
  • Key Release Noise: Das typische Geräusch beim loslassen der Taste kann hier in seiner Lautstärke geregelt werden.
  • Sustain Pedal Noise: Das Geräusch beim betätigen und loslassen des Sustain Pedals kann ebenfalls in der Lautstärke geregelt werden.

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Tremolo macht genau das, was man erwartet und lässt sich zum Songtempo synchronisieren. Neben der Geschwindigkeit und der Intensität lässt sich hier auch in den Mono-Modus schalten. Dieser Effekt ist bei den Rhodes oder Wurlitzer Varianten (siehe Add-on) natürlich besser aufgehoben, als bei einem akustischen Piano. Ebenso das Wah-wah, welches auch in verschiedenen Parametern editierbar ist.

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Weiter geht es mit dem Reverb, welcher gut klingt und ohne weiteres verwendet werden kann. Er bietet diverse Presets, welche mit den folgenden Paramtern verändert werden kön-nen:

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Zu guter letzt gibt es noch einen Limiter:

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Bei all diesen Parametern ist die Möglichkeit eines A/B Vergleichs nicht zu verachten. Diese bietet Pianoteq im oberen Bereich mit den beiden Slots für A und B:

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Weiterhin befinden sich hier Buttons für den Eingangs erwähnten Preset-Manager, das Speichern von Sounds, dem generieren von Sounds mit Hilfe eines Zufallsgenerators (!) und dem Punkt „Parameter Freeze“. Mit letzterem kann man bestimmte Teilbereiche der Presets beibehalten:

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Übrigens lassen sich alle Parameter per Rechtsklick und Midi-Learn einem Midicontroller zuweisen!

Add-On’s

Es gibt sowohl kostenlose als auch kommerzielle Add-On’s für Pianoteq. Letztere müssen per Seriennummer freigeschaltet werden. Mir liegt für diesen Test das „Electric Add-on“ vor und dieses schaut so aus:

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Die Oberfläche erhält einen rötlichen Retro-Look. Einige Parameter haben hier eine andere Bezeichnung. So wird aus Unison Width zum Beispiel „Chorus“. Ansonsten findet man sich auch hier direkt zurecht.

Und so hört es sich an:

Es klingt im direkten Vergleich zum Rhodes MK1 schon ein wenig anders. Aber durchaus gut. Mir gefällt der Sound und ganz wichtig: Er setzt sich im Arrangement durch. Für kleines Geld erhält man also hier eine ordentliche Rhodes und Wurlitzer Simulation. Vom Wurlitzer auch ein kleines Beispiel:

Gerade für diese Add-on’s empfiehlt sich der Einsatz der oben erwähnten Effekte wie Tremo-lo oder Wah-Wah. Die Möglichkeiten, die Sounds auch bei den Add-on’s zu verändern, bieten andere E-Piano-Vertreter nicht in diesem Maße.

Welche Version?

Hier ein kleiner Screenshot von der Hersteller-Seite:

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Pianoteq gibt es seit neuestem in 3 Versionen. Zu der mir vorliegenden „Standard“ Version gibt es nach oben noch die „Pro“ Version, welche das Editieren jeder einzelnen Note erlaubt und die Frickelfetischisten unter uns bedient. Aber wie wir gesehen haben, bietet selbst die „Standard“ Version so viele Möglichkeiten, dass sie für den Musiker unter uns vollkommen ausreichend ist. Wer eigene Piano-Kreationen bis ins letzte Detail ausarbeiten möchte, dem sei die „Pro“ Version empfohlen. Wem selbst die Features der normalen Version noch zu umfangreich sind, der kann für faire 99 Euro neuerdings zur „Play“ Version greifen. Was ich bei der Play-Version am meisten vermissen würde, ist die Möglichkeit der freien Mikrofon-Positionierung. Wie oft man diese wirklich benötigt, hängt von einem persönlich ab. Schön ist aber, dass auch die „Play“-Version alle Add-on’s laden kann. Wer in den Genuss eines GB-freien Klaviers für den Live-Betrieb kommen möchte, welches sehr gut klingt, sollte sich diese Version anschauen. Für den Studiobetrieb empfehle ich die „Standard“ Version. Man kann übrigens jederzeit auf höhere Versionen upgraden.

Wer im Vorfeld wissen möchte, wie Pianoteq sich spielen lässt und klingt, kann eine Demoversion mit ein paar kleinen Einschränkungen im „Try“-Bereich von Pianoteq herunterladen:

alpendeich-Redaktionstipp

Das gefällt mir nicht

Ich habe lange gesucht aber nichts gefunden.

Das gefällt mir

Keine Ladezeiten! Das ist für mich der absolut größte Vorteil bei Pianoteq. Dass sich dazu noch bisher nicht gekannte Möglichkeiten für das Sounddesign ergeben, die bei samplebasierten Modellen nicht möglich sind, ist ebenfalls ein dicker Pluspunkt. Das alles würde nichts nützen, wenn es nicht klingen würde. Tut es aber. Und zwar richtig gut. Ich habe keinen Vergleich zu den Vorgängerversionen aber wie Pianoteq in der 3. Version (3.6.1) klingt ist wirklich absolut amtlich. Als Sahnehaube empfinde ich die Möglichkeit der freien Mikrofonierung. Somit ist es auch für den Studiobereich eine echte Alternative zu den samplebasierten Mitbewerbern. Die Add-on’s sind ebenfalls einer der Pluspunkte bei Pianoteq. Ich freue mich jedenfalls auf weitere Updates und Add-on’s auch wenn diese Version schon sehr ausgereift und bugfrei ist! Zu guter Letzt bietet Pianoteq mit der „Play“ Variante einen kostengünstigen Einstieg und mehr Piano für 89 Euro erhält man meiner Meinung nach nirgends.

Markus Cremer

Preise (für die Nachfolgerversion)

Vertrieb

Hersteller

7 Comments

  1. Michael
    23. Oktober 2010

    Sehr gute, aufwändig gemachte Rezension!

    Vielen Dank!

    Beste Grüße

    Michael

    Antworten
    1. Markus
      23. Oktober 2010

      Freut mich sehr! Danke für Dein Lob 🙂

      Viele Grüße

      Markus

      Antworten
  2. Jonas
    15. Juli 2011

    Hey – danke für den sehr ausführlichen TEst – genau nach soetwas suche ich gerade!

    Antworten
  3. Markus
    15. Juli 2011

    Hi Jonas,

    freut mich, dass mein Test weiterhelfen konnte. Ich benutze das VSTi immer noch gerne. Gerade die schnelle Ladezeit ist echt klasse!

    Viele Grüße

    Markus

    Antworten
  4. Robin Müller
    21. Juli 2011

    Wow, ich geh ja kaputt – was für umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten. Bin gerade erst dabei, mir etwas aufzubauen und hätte vor ein paar Tagen gar nicht gedacht, wie professionell das möglich ist.

    Antworten
  5. Manfred Reichel
    29. Oktober 2011

    Hallo Markus, ich verwende Pianoteq seit etwa einem halben Jahr und kam gestern auf der Suche nach einer Möglichkeit den Output direkt aufzunehmen auf deine Rezension. Super, großartig – ich habe sie vollständig gelesen und das Beste dabei ist, dass ich jetzt weiß wie man auch die obersten Töne am Klavier/Flügel bedämpfen kann. In die Effect Section bin ich noch nie hineingeraten. Die nicht bedämpften oberen 2 Oktaven empfand ich auch an einem echten Klavier immer als bauartbedingte Notlösung und ich war erstaunt, dass dies auch bei einem Flügel so ist. Um so mehr hat mich aber erstaunt, dass die Pianoteq Simulation sich genau so verhielt. Wollte schon mal einen Verbesserungsvorschlag an Modart machen. Na gut, dass ich das noch nicht gemacht habe. Man sollte halt doch manchmal das Handbuch durchlesen, aber darin sind ja besonders Mac User ganz schlecht. Markus ich danke dir für deine Rezension, „you made my day“, wie der Lateiner sagt. Lass es dir gut gehen, Manfred

    Antworten
  6. Markus
    30. Oktober 2011

    Hallo Manfred,

    vielen Dank für das freundliche und ausführliche Feedback! Dann war Dein Wochenende ja gerettet 😉 Freut mich dass sich meine ausführliche Beschreibung gelohnt hat.

    Viele Grüße, Markus

    Antworten

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