Test: Korg nanoSERIES2

Korg hat seine nanoSERIES komplett überarbeitet und nachdem ich bereits das nanoPAD aus der ersten Version getestet habe bin ich gespannt, wie sich das nanoPAD2 anfühlt. Die beiden anderen Produkte habe auch ich zum ersten Mal “livehaftig” vor mir. Für den Test habe ich ein Video aufgenommen, da man so am besten sehen kann, wie die Geräte reagieren und sich “anfühlen”. Zunächst aber ein paar allgemeine Dinge, die ich besser in Textform erkläre.

Der erste Eindruck

Korg nanoSERIES2

 

Meine Testgeräte erhalte ich in weiß und ich ärgere mich gerade ein wenig, dass ich mein weißes MacBook verkauft habe und auch mein iPad schwarz ist 🙂 Das Trio aus Korgs Mini-Controllern sieht wirklich schick aus.

Das nanoPAD2 hat, obwohl es so klein und flach ist, sogar 16 anstelle der 12 Pads der ersten Generation. Sie sind aber immer noch groß genug und weit genug voneinander entfernt, so dass man sie gut bespielen kann. Und das ist auch der erste große Pluspunkt. Die Bespielbarkeit ist auf allen Pads gleich gut gewährleistet. Lediglich bei Wirbeln mit 2 Fingern muss man sehr zielsicher sein.

Nachdem ich bei meinem Test zum nanoPAD der ersten Generation insgesamt 3 Geräte “verschlissen” habe, weil immer etwas geklemmt hat, macht dieses hier vom ersten Moment an einen guten Job. Das X/Y Pad ist auch wieder an Bord. Allerdings mussten auch einige Features weichen. So vermisse ich die Flam- und Roll-Buttons. Mehr zu diesen Buttons in meinem ersten Test. Der Hold- sowie die Scene Buttons sind aber wieder mit dabei.

Das Pad – Der kleine Bruder des Kaossilator Pro

Wer sich bereits mit dem Kaossilator Pro beschäftigt hat, wird feststellen, dass etliche Features davon nun im Miniformat im nanoPAD2 stecken. Im Vergleich zum ersten nanoPAD sind die “Gate Arp”, “Touch Scale”, “Key/Range” sowie “Scale/Tap” Buttons neu hinzugekommen. Diese interagieren mit dem X/Y Pad, welches im normalen Modus Midi CC (=Steuerbefehle) und im “Touch Scale” Modus Notenwerte sendet. Die Skala, den Grundton und die Range der Notenwerte kann man in Kombination dieser Buttons mit den Pads ändern. Ähnlich wie beim Kaossilator Pro sind mit dem X/Y Pad gerade für “nicht-Keyboarder” nette Effekte möglich. Da kann man die fehlenden Flam- und Roll-Buttons gut verschmerzen. Einfache Drum-Rolls lassen sich immer noch mit der Gate Arp Funktion erzeugen. Weiterhin ist der Gate Arp in Kombination mit dem Touch Scale Modus ideal für kreative Einwürfe geeignet. Neben 15 Preset-Skalen kann man auch eine eigene Skala anlegen. Die Geschwindigkeit des Gates lässt sich zwischen 1/2 und 1/48-tel Notenwerten festlegen und entweder per Midi synchronisieren oder auch per Tap-Tempo vorgeben. Die Pads lassen sich übrigens nach wie vor mit 4 stimmigen Akkorden belegen. Über die 4 “Bänke” hat man maximal 64 Pads im schnellen Zugriff. Korg hat also recht viel kreative Power in dieses kleine Gerät gepackt. Das geht weit über den Einsatz als Drumpad hinaus. Ein wenig kann man das auch am Ende des Videos sehen, wo es in Kombination mit dem iMS-20 zu hören und sehen ist.

Das Key – Die Wiedergeburt des VL1?

Am ehesten erinnert mich diese Tastatur von der Optik her an meine Grundschulzeit, wo mein damaliger Lehrer ein Casio VL1 sein eigen nannte. Nur den Taschenrechner des VL1 kann das nanoKEY2 nicht aufweisen 🙂 Dafür aber verfügt es sowohl über Oktave-, Sustain-, Pitch-Bend- sowie Modulation-Buttons. Das nanoKEY2 ist für mich als Keyboarder natürlich kein Ersatz für eine “vernünftige” Tastatur mit Hammermechanik und Co. Aber das will und soll sie gar nicht sein. Ich bin erstaunt, dass ich ohne große Umgewöhnung schnell klar komme und mich nicht andauernd verspiele. Schön ist die Möglichkeit Anschlagdynamisch zu spielen. Die Tastatur reagiert wirklich gut in Anbetracht der Tastengröße und Form. Das alle wichtigen Keyboard-Controller wie Sustain, Modulation und Pitch Bend zur Verfügung stehen, rundet die Sache ab.

Das Kontrol – Ersatz für mein Tascam US-2400?

Das nanoKONTROL2 ist natürlich auch kein Ersatz für mein Tascam US-2400 oder gar eine Mackie-Control aber immer noch haptischer als z. B. ein iPad als Controller (auch wenn man damit dank “AC-7 Core” die Mackie Control emulieren kann). Was zum anpacken ist immer besser und auch wenn es keine 100mm Motor-Fader sind, so sind es zumindest echte Fader. Halt alles eine Nummer kleiner und damit perfekt als Ergänzung für den mobilen Einsatz. Natürlich ist die KONTROL2 dank des “Mackie Control Mode” hauptsächlich zum mischen ausgelegt aber man kann auch Software-Synths damit steuern. Sie ist wie die anderen beiden nano’s frei programmierbar. Lediglich eine Mittenrasterung der Potis für z. B. die standardmäßige Panorama-Steuerung hätte ich mir noch gewünscht. Bei der Transport-Sektion sind alle wichtigen Funktionen dabei. Sogar an Marker- und Cycle-Buttons hat man gedacht und nun ist auch ein “Record”-Button mit an Bord. Sehr gut! Mit den Track-Buttons kann man die Bänke weiter schalten um die Kanäle 1-8, 9-16, 17-24, usw. zu steuern. Da kann man verschmerzen, dass die KONTROL2 einen Kanal weniger hat, als die erste Version.

Kurzum: Der erste Eindruck ist bei allen 3 Geräten ein sehr guter. Die Geräte sind zwar aus Plastik und klein, fühlen sich aber nicht “billig” an.

Korg nanoSERIES2 am iPad

Am iPad kann man theoretisch aus dem Stand loslegen, denn die Geräte werden sofort erkannt, da Sie Core-Midi unterstützen. Per aktivem USB Hub lassen sich sogar alle 3 gleichzeitig anschliessen. Wichtigste Voraussetzung am iPad (und für Musiker wie Fotografen aus meiner Sicht ein Muss) ist das Camera Connection Kit von Apple. Nur damit hat man am iPad einen USB-Eingang zur Verfügung. Das nanoPAD2 und das nanoKEY2 waren sofort “Out of the Box” in GarageBand für iPad nutzbar! Das nanoKONTROL2 lässt sich am iPad unter GarageBand leider nicht sinnvoll einsetzen. Das liegt aber nicht am KONTROL2, sondern an der suboptimalen Unterstützung der Midi CCs durch GarageBand in Sachen Volume, Pan, Play, Stop, etc..

Beim nanoPAD2 sollte man die Pads mit Hilfe des Editors an die Drum-Kits anpassen. Am Ende des Tests gibt es einen Link zur MIDI-Belegung.

Aber nicht nur in GarageBand, sondern natürlich auch in Verbindung mit Korgs iElectribe oder Korgs iMS-20 funktioniert die neue Generation problemlos (Apps bitte vorher auf den aktuellsten Stand updaten).

Das nanoKEY2 macht genau das, was man von ihm erwartet: Es sendet Notenwerte und lässt einen somit deutlich besser als über das Touchpad seine kreativen Ergüsse einspielen.

Korg nanoSERIES2 am Mac oder PC

Wer die Pads, Keys oder Controls frei programmieren möchte, sollte sich neben den aktuellen Midi-Treiber für OSX oder Windows auch noch die aktuellste Firmware sowie den aktuellsten Editor von der Korg Homepage laden. Einfach auf den Support Bereich gehen und den passenden Download wählen. Wie ich vom Vertrieb erfahren habe, wird die Software aber auch bald auf der deutschen Homepage erhältlich sein.

Nach Installation der Midi-Treiber erkennt auch mein iMac die 3 Geräte.

Nun möchte ich gerne die Firmware flashen und erhalte den Hinweis, dass ich das nanoKey2, mit welchem ich anfange, in den “Update Mode” versetzen soll. Das soll im Manual stehen. Achtung: Gemeint ist das Manual im Zip- oder DMG-File der Firmware. Im Manual des jeweiligen Gerätes steht es leider nicht.

Alle Mac Nutzer sollten zusätzlich für die nanoKONTROL2 das “Surface Plug-in” laden, da es somit direkt auf Logic und GarageBand gemappt wird. Das klappt wunderbar und man kann die nanoKONTROL2 ohne Probleme sofort mit GarageBand und/oder Logic zum mixen oder steuern der Transportsektion nutzen.

Wer eine andere DAW nutzt, wird aber nicht im Stich gelassen. Korg liefert über den Editor sogar etliche Presets für die wichtigsten DAWs mit:

Korg nanoSERIES2

 

Über den Editor kann man die Geräte aber auch komplett frei nach seinen Wünschen konfigurieren. Mit seinen Buttons, Fadern und Drehreglern ist das nanoKONTROL2 eines der flexibelsten nano-Geräte. Aber auch beim nanoKEY2 lassen sich z. B. das Verhalten der Pitch Bend Tasten oder die Anschlagsdynamik anpassen. Beim nanoPAD2 unter anderem die Belegung der Pads (Chords, Einzelnoten oder Program Changes).

Ich möchte hier gar nicht mehr auf jede einzelne Funktion des Editors eingehen. Wer sich die genauer anschauen möchte, kann den Korg Kontrol Editor herunterladen und sich die Funktionen aller 3 “nanos” auch ohne angeschlossene Hardware anschauen. Man erhält so einen guten Eindruck über die Möglichkeiten.

Damit auch genug geschrieben. Schauen wir uns die 3 mal live und in Farbe an:

httpv://www.youtube.com/watch?v=5R3uXx42ULQ

Bonusmaterial

Korg liefert wie bei der ersten Serie interessante Coupons mit:

  • M1 Le (Lizenz)
  • EzDrummer (Lizenz)
  • Ableton Live (Ermäßigung für “Live”, “Live Suite” und “Live LE”)
  • Lounge Lizard Session

Um diese “Bundled Software” zu erhalten muss man den “Korg KONTROL Editor” öffnen und hier klicken:

Korg nanoSERIES2

 

Im nachfolgenden Bild einfach die Pin aus dem der Packung beiliegenden Flyer eingeben und schon erscheint ein Fenster mit Download Links und den passenden Authorisation Codes. Ganz ehrlich: Die Produkte sind allesamt klasse. Da ist kein Ausreißer dabei und so was ist für mich ein echter Bonus. In Anbetracht des geringen Preises der Controller erhält man mit diesem Bonuspaket wirklich “Big Bang for the Buck”.

Das gefällt mir nicht

Ich hätte mir beim nanoKONTROL2 noch eine Mittenrasterung für die Potis gewünscht.

Das gefällt mir

Korg hat beim nanoPAD2 die Verarbeitung verbessert, so dass die Probleme der ersten Version der Vergangenheit angehören. Zumindest mein Gerät hat ohne Probleme funktioniert. Die problemlose Verwendung sowohl am iPad als auch an MacBook Pro oder iMac kann überzeugen. Das X/Y-Pad mit den neuen Features aus der Kaossilator-Serie ist ebenfalls klasse gelungen. Obwohl das nanoKEY2 in Sachen Tastatur nicht mit dem Akai LPK25 mithalten kann, hat es ihm die Pitch- und Modulationtaster voraus. Soli kann man so wesentlich lebendiger gestalten. Die nanoKONTROL2 fügt sich gerade in Logic oder GarageBand nahtlos ein und ist somit einer der günstigsten DAW-Controller. Das Korg über den Editor Presets für die wichtigsten DAWs mitliefert, macht sie umso flexibler. Die gesamte nanoSERIES2 hat mich überzeugt und ist für Musiker, die gerne mobil sind aber nicht alles mit Maus oder Touchpad steuern möchten eine echte Empfehlung. Das ich sie nach dem Test selber gekauft habe, spricht auch für sich 😉

Markus Cremer

Ergänzende Links

Preise

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8 Comments

  1. Andreas
    27. August 2011

    Also für mich sieht der ganze Kram aus wie Spielzeug aus der Spielzeugabteilung eines Kaufhauses. Merkwürdig, dass so viele Firmen auf diesen Zug aufspringen. Dieser OP-1 von “Teenage Engineering” (der Name ist wohl Programm) ist auch so ein lächerliches Ding. Wer sowas haben will, der bekommt es auch billiger: von Casio, für 29,95.

    Korg sollte lieber wieder gute, qualitativ hochwertige Controller bauen. Statt dessen nehmen sie den Kontrol49 aus dem Programm (der war / ist wirklich gut) und basteln lieber Zeugs für Mädchen und Jungs ab 6.

    Antworten
    1. Phil
      30. August 2011

      @Andreas

      Dein Kommentar ist aber etwas übertrieben. Die Teile sind super günstig im Preis und von der Verarbeitung absolut in Ordnung.
      Mir hilft der Controller optimal bei der Arbeit.
      Es gibt also Leute die durchaus was damit anfangen können.

      Antworten
  2. Quickmix
    30. August 2011

    Von wegen Spielzeug!
    Die Teile sind der Hammer. Klein, voll funktionsfähig und wichtig, immer und überall dabei.
    Für unterwegs und at Home oder wenn ich im Studio schnell was einspielen möchte mit meinem MacBook sind die Sachen unverzichtbar.

    Die Qualität ist absolut Top!

    Für mich sieht dar ganze Kram absolut stabil und professionell aus.
    Es arbeitet sich auch so damit. 😉

    Antworten
  3. Andreas
    31. August 2011

    Ich habe nichts gegen die Qualität gesagt. Die kann durchaus gut sein. Ich frage mich immer, was man mit diesen “Tastaturen” eigentlich machen soll. Spielen kann man darauf nicht, Knöpfe drücken kann man auch auf einer PC Tastatur. Was mich am meisten stört ist aber wie gesagt, dass zumindest von Korg die guten Controller aus dem Programm genommen werden und diese Dinger dafür auf den Markt kommen. Diese nach Spielzeug aussehenden Teile sind irgendwie ein Trend, weil auch andere Hersteller beispielsweise Controller entwickelt haben, die mit ihren quietsch-bunten, kleinen(!) Knöpfchen und Mini-Fadern aussehen wie für den Kindergarten gemacht.
    Naja, wem es gefällt … ich möchte mit sowas nicht arbeiten müssen.

    Antworten
  4. alex
    18. Februar 2012

    naja sehe es mit den korgs genau so wenn man mal controller für einen sommer braucht schon und gut, aber länger halten die dinger nicht. hört euch mal bei leuten um die die teile schon länger haben sind nicht gerade gut verarbeitet aber dem preis angemessen. da kann man eben nicht viel erwarten.

    Antworten
  5. alex
    18. Februar 2012

    die meinung zum OP-1 von “Teenage Engineering” kann ich nicht teilen der spielt von der verarbeitung und funktionen in einer ganz anderen liga als irgendwelche casio keys. wobei die auch spass machen können.

    mir wäre es auch lieber wenn korg mal wieder einen hochwertigeren controller bauen würde…

    Antworten
  6. Pierre
    21. April 2012

    Was ich noch gerne über das Verhalten vom nanokontrol wissen würde… Angenommen, ich stelle in meiner DAW mit Fader 1 die Lautstärke von Kanal 1 auf -6dB, wechsle dann zu den nächsten 8 Kanälen (9 – 16), wobei der Lautstärkeregler von Kanal 9 (in der DAW) auf 0dB steht. Was passiert, wenn ich dann Fader 1 auf dem nanokontrol bewege? Springt der Lautstärkeregler von Kanal 9 dann sofort auf -6dB oder reagiert er erst, nachdem ich einmal die 0dB Marke überschritten habe?

    Antworten
  7. Markus
    21. Mai 2012

    Hi Pierre, sorry für die späte Antwort. In Cubase und Garage Band springt der DAW-Kanal sofort auf den Wert des Faders. In Logic gibt es ein “Control Surface” Plug-in von Korg. Wenn das installiert ist, reagiert der DAW-Fader erst, wenn der Hardware Fader den Wert erreicht. Das ist natürlich kein Ersatz für Motorfader aber immer noch besser als sich die Werte beim wechseln der Bänke zu zerschiessen. Das Verhalten hängt aber weniger vom nanoKONTROL2, sondern von der verwendeten DAW ab. Ich hoffe, Deine DAW war bei meiner Aufzählung dabei. Andere DAW’s kann ich nicht testen. VG, Markus

    Antworten

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