Test: Korg nanoPAD

Auf das Korg nanoPAD bin ich eigentlich durch die Firma Toontrack aufmerksam geworden. Warum das? Es gibt einen ziemlich coolen „Finger-Drummer“ namens David „Finger“ Haynes. Man sieht ihn in einigen Videos auf einem nanoPAD trommeln. Wie er das macht ist schlichtweg genial. Weiterhin hatte ich vor einiger Zeit das Akai LPD 8 getestet und bin daher gespannt, wie sich das nanoPAD im Vergleich schlägt.

 

Lieferumfang

Geliefert wird das nanoPAD in einer gut gepolsterten Verpackung inkl. USB-Kabel sowie einer gedruckten Anleitung. Aus dieser geht dann auch hervor, dass das nanoPAD zwar ohne besondere Treiber direkt einsatzfähig ist (ich werde dies weiter unten testen), Korg aber zum download und installieren des speziellen Midi-Treibers rät. Zum einen kann man damit gleichzeitig mehrere Programme ansteuern. Und nur mit diesem kann man auch den „Korg Kontrol Editor“ nutzen. Diesen gibt es, genau wie den Treiber, nur im Internet. Eine CD liegt nicht dabei. Dies finde ich nicht weiter tragisch, da die beiliegenden CD’s meist schon ein paar Wochen nach Produktion von aktuelleren Treibern überholt sind, die es ohnehin nur online gibt. Der Editor selber hat sich aber seit dem 30.10.2008 nicht mehr geändert. Auf seine Funktionen gehe ich weiter unten genauer ein.

Weiterhin liegen noch 2 Gutscheincodes bei. Zum einen kann man den EZdrummer lite kostenlos downloaden. Dies empfehle ich wirklich jedem, der den EZdrummer noch nicht kennt. Aber Vorsicht: Man will mehr. Und so kann man kostengünstig für 69 Euro auf eine Vollversion des EZdrummers upgraden. Des Weiteren erhält man die Möglichkeit auf einen vergünstigten Erwerb von Ableton Live. Der Coupon ist ebenfalls 30 Euro wert. Mit den beiden Coupons hat man das nanoPAD schon fast „umsonst“. Wer also ohnehin vorhat, sich eines der beiden Programme zu kaufen, sollte den Erwerb des nanoPAD’s schon aus diesen Gründen in Erwägung ziehen.

Der erste Eindruck: Hardware

Das nanoPAD ist flach wie eine Flunder und wiegt 330 gr. Zudem hat es ziemlich exakt die Breite meines MacBook’s. Wer es farblich gerne passend hat, kann es passend zum (weißen) MacBook auch in weiß erwerben. Mir liegt für den Test die schwarze Variante vor. An der Verarbeitung hatte ich im ersten Eindruck nichts auszusetzen. Es fühlt sich wertig an und die 12 Pads sind zunächst sehr gut und schnell bespielbar. Sie sind ein wenig kleiner als die des LPD 8 dafür aber sind 4 mehr an Bord. Das ist für den ambitionierten Pad-Trommler ein wichtiges Argument. In Verbindung mit dem EZdrummer, dem Superior Drummer 2.0 oder natürlich auch anderen Drum-Samplern lassen sich so wesentlich mehr Soundvarianten triggern.

 

Neben diesen 12 Trigger-Pads liefert das nanoPAD ein X/Y-Pad, welches unglaublich flexibel programmierbar ist.

 

Links daneben lassen sich die Funktionen für das X/Y-Pad aktivieren: Roll, Flam und Hold. Ein „Szene“ Taster rundet das Bild ab. Mit diesem lassen sich bis zu vier Szenen auswählen.

 

An der linken Seite des nanoPAD’s befindet sich der Mini-USB Anschluss.

 

Auf diesem Bild ist schon ein wenig zu erkennen, dass es aufgrund der flachen Bauweise und des zugegebenermaßen sehr günstigen Preises keine 100%ige Passgenauigkeit gibt. Daher folgt nun …

Der zweite Eindruck: Hardware

Nachdem ich mich etwas intensiver mit allen Pads beschäftigt habe um ein komplexeres Setup zu nutzen, musste ich leider feststellen, dass 2 der Trigger-Pads ab und an hängen blieben. Nach Rücksprache mit Korg wurde mir bestätigt, dass es aufgrund der extrem flachen Bauweise zu diesem Problem kommen kann, Korg sich aber äußerst kulant zeigt und den betroffenen Kunden über den jeweiligen Händler ein neues nanoPAD zur Verfügung stellt. So war auch mein zweites Testgerät (diesmal in weiß) nach einigen Tagen da. Leider wurde hier das Problem noch schlimmer. Alle 12 Trigger-Pads hingen fest und somit war das Gerät unbrauchbar. In der Hoffnung, dass ich 2 x ein Montagsgerät erwischt habe, bat ich bei Korg nach dem Motto „aller guten Dinge sind drei“ um ein drittes Testexemplar. Dieses hatte ich dann auch bereits nach 2 weiteren Tagen in meinen Händen. Der Austausch hat also wie versprochen gut funktioniert.

Nach dem Anschluss

Das dritte Pad funktionierte nun zum Glück tadellos. Ohne lange Anleitungen zu lesen, schliesse ich das Gerät per USB an mein MacBook an und starte den EZdrummer über Toontracks Solo – Programm. Ohne Treiberinstallation wird das nanoPAD erkannt und lässt sich als Midi-Device festlegen. Und schon kann es losgehen. Die Pads sind bereits von Werk aus sinnvoll konfiguriert. 12 Pads sind wirklich eine feine Sache um Drums zu triggern. So lassen sich linke und rechte Hand für die Snare auf verschiedene Pads legen, ein Sidestick separat triggern, alle Toms anspielen, die HH auf 3 Pads legen, usw. Die Triggerpads reagieren bei meinem 3. nanoPAD sehr schnell. Es ist zwar etwas schwieriger die Pads zu treffen als beim LPD 8 aber das ist eine Sache der Übung. NAch einer Zeit möchte ich die 12 Pads nicht mehr missen. Wer selber die Belegung der Pads ändern möchte, kommt um den Einsatz des „Korg Kontrol Editors“ nicht herum. Schauen wir uns diesen also etwas genauer an.

Korg Kontrol Editor

Hierüber lässt sich das nanoPAD komplett editieren. Das ganze erfolgt recht intuitiv über die einfach strukturierte Oberfläche:

 

Unter den globalen Parametern kann man den Midi-Channel und die Velocitykurve einstellen. Neben 3 vordefinierten Kurven gibt es auch die Möglichkeit mit fester Velocity zu arbeiten. Das kann gerade beim programmieren im Club-Music Bereich von Vorteil sein.

 

Unter X/Y-Pad Common kann man sogar das Verhalten beim loslassen des X/Y-Pads (Touch/Release) einstellen. So kann es beim berühren einen anderen CC-Wert senden als beim loslassen. Sogar Attack und Release Zeit lassen sich einstellen. Besonders beim steuern von Filtern kann das interessant sein.

 

Den Controller Wert für den „X“-Bereich kann man unabhängig vom „Y“-Bereich festlegen. Neben Pitch-Bend können sie jedem beliebigen CC Wert zugeordnet werden. Man kann sogar bei Bedarf die Polarität umdrehen.

Auch den Trigger Pads kann man jeden beliebigen CC Wert zuordnen. Der Clou: Bis zu 8 CC Werte lassen sich pro Pad festlegen. Ebenso der Wert für das berühren und das loslassen der Pads. Diese allerdings nur gemeinsam für alle 8 CC Werte.

 

Falls man den Pads Notenwerte zuordnen möchte, so geht das auch. Eine einzelne Note pro Pad bietet sich für Drums an. Genau wie bei den CC Werten kann man aber auch hier pro Pad 8 Noten gleichzeitig triggern. Damit kann man recht komplexe Chords erzeugen. Bei insgesamt 12 Pads reicht das durchaus für interessante Chord-Kombinationen.

Das Verhalten der Pads kann zwischen „Momentary“ und „Toggle“ eingestellt werden. Momentary ist der Standard für One-Shot Sounds. Mit Toggle wird der „Note-off“ Befehl erst bei erneutem drücken des Pads gesendet.

Zu guter letzt kann man natürlich seine Einstellungen speichern und sich aus diversen Vorlagen bedienen. Diese stehen auf der Korg Homepage zum download bereit. So gibt es Anpassungen für Logic, Ableton und diverse Toontrack Drumsets.

 

4 verschiedene Scenes gibt es im nanoPAD. Jede dieser Szenen enthält die komplette Konfiguration der Trigger-Pads und des X/Y-Pads. Sie lassen sich nur durch den Einsatz des „Korg Kontrol Editor“ ändern, laden und abspeichern.

Let it Roll

Ins Auge fällt natürlich das X/Y-Pad und die daneben liegenden Taster für „Hold“, „Flam“ und „Roll“.

Rollen wir das Feld von unten auf und beginnen mit der „Roll“ Taste: Da sich das nanoPAD in erster Linie – aber nicht ausschließlich – für das Triggern von Drumsounds eignet, ist diese Funktion auch für diese gedacht. Ist sie aktiviert, kann man auf dem X/Y-Pad in Verbindung mit den Trigger-Pads Wirbel simulieren. Das funktioniert einwandfrei. Auf der X-Achse kann man die Geschwindigkeit der Wirbel variieren, wohingegen auf der Y-Achse die Velocity geregelt wird. So erhält man sehr realistische Wirbel und kann bei entsprechendem Einsatz (geringe Velocity) sogar Ghost-Notes erzeugen. Super!

Der „Flam“-Taster hingegen sorgt für einen Doppelschlag, wie er gerne bei Snares genutzt wird. Die X-Achse steuert hier den Abstand des doppelten Schlags zum ursprünglichen Schlag durch das Trigger-Pad. Die Y-Achse ist wieder für die Velocity zuständig. Auch das klappt wunderbar.

Der „Hold“-Taster kann den letzten Wert des X/Y-Pads speichern. Das macht z.B. Sinn, wenn man sich auf einzelnes Instrument wie z. B. die Snare konzentrieren möchte und immer exakt die selben Rolls oder Flams einspielen möchte. Für diesen Zweck ein nützliches Feature. Wer es im Live-Betrieb nutzt, sollte darauf achten, dass er mit dem Kontrol-Editor nur für die Trigger-Pads „Roll/Flam Enable“ aktiviert, die den Effekt auch erhalten sollen. Eine Kick-Drum mit aktiviertem „Roll“ Effekt eignet sich höchstens für etwas härtere Gangarten.

Man sollte diese Effekte aber nicht ausschließlich den Drums vorbehalten. Auch in der Chord-Funktion der Trigger Pads kann man damit moderne Gated-Sounds erzeugen:

Schade ist lediglich, dass man keine Möglichkeit hat, das Tempo zu synchronisieren.

Alles in allem möchte man das X/Y-Pad nicht mehr missen.

Hier mal ein kleines Beispielvideo mit den oben erwähnten Funktionen:

httpv://www.youtube.com/watch?v=K3TpPxZcPt8

Vergleich zum Akai LPD 8

Um auf die Eingangs gestellte Frage, wie es sich im Vergleich zum LPD 8 schlägt, zurück zu kommen: Gut! Zwar kann es nicht wie das LPD 8 Programmwechsel senden und auch die im LPD 8 vorhandenen 8 Drehregler findet man hier nicht. Diese sind aber ohnehin recht fummelig ausgefallen und waren einer meiner Kritikpunkte beim LPD 8. Anstelle dieser Drehregler erhält man bei Korg das flexible X/Y-Pad. Der so gewonnene Platz wird durch 4 zusätzliche Trigger-Pads belegt. Meiner Meinung nach das schlüssigere Gesamtkonzept. Auch wenn die Pads des nanoPAD etwas kleiner ausfallen als beim LPD 8 und keine Hintergrundbeleuchtung haben, sind sie dennoch sehr gut bespielbar. Und darauf kommt es in erster Linie an. Allerdings muss man zugeben, dass das LPD 8 den insgesamt robusteren aber dadurch auch „klobigeren“ Eindruck macht. Das schmalere und flexiblere Gerät ist für mich das nanoPAD.

Abschließend

Hätte es nicht die Probleme mit den ersten beiden Geräten gegeben, hätte es auch in Anbetracht des Preises zum Redaktionstipp gereicht. So allerdings gibt es Abzüge in der B-Note in Sachen Verarbeitung und daher „nur“ eine 1. Wenn man nicht gerade eines der „Montagsgeräte“ erhält, ist es absolut gut bespielbar und für den Preis eine klare Empfehlung.

Das gefällt mir nicht

Bei manchen Modellen gibt es Verarbeitungsprobleme und das nanoPAD ist nicht ganz so robust wie das LPD 8. Leider ist das Tempo der Roll’s und Flam’s nicht synchronisierbar

Das gefällt mir

Die Die Äußerst gute und schnelle(!) Ansprache der 12 Trigger Pads und die Anzahl der Pads. Das X/Y-Pad Chord Funktion und natürlich die Möglichkeiten, die der Korg Kontrol Editor bietet. Schön ist auch der kostenlose ezDrummer lite und der Coupon fur Ableton Live

Markus Cremer

Preis für den Nachfolger (nanoPAD 2)

Vertrieb

Hersteller

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6 Comments

  1. Nico Erfurth
    24. Oktober 2010

    Also ich kann von dem Ding wirklich nur abraten, bei mir sieht das bei den Problemen sehr ähnlich aus. Beim ersten nanoPad hingen fast alle Tasten, beim zweiten jetzt „nur“ noch 8+10. Aber das ist so einfach unbrauchbar. Musicstore hat mir das Pad zwar problemlos umgetauscht, aber eigentlich will ich nicht 5 mal das Retour-spiel machen um dann irgendwann ein funktionierendes Pad zu haben welches dann nach einigen Wochen ggf. auch wieder defekt ist.

    Die Verarbeitung dürfte hier das Hauptproblem sein, bei beiden nanoPads war der „Deckel“ gewölbt, wenn man den ein wenig runterdrückt wird das ganze Ansprechverhalten ein wenig besser, aber auch nur ein wenig.

    Ich hab auch ein LPD8 dazu und das ist um LÄNGEN besser.

    Antworten
  2. Norbi
    20. November 2010

    Hey ich habe seit gestern mein Nanopad und komme nicht zurecht. Was muss ich als erstes tun damit ich auf dem Korg spielen kann. Ich habe den Ezdrummer geladen und als ich auf die pads gedrückt hatte kam nix!! Niergendwo ein Tönchen. Wie funktioniert die richtige konfiguration ? Wäre über deine Hilfe sehr dankbar!

    Norbi

    Antworten
  3. Markus
    22. November 2010

    Du musst zunächst das nanoPAD als Midi-Device innerhalb des EZdrummers auswählen. Die Pad Belegung selber kannst Du im Korg Kontrol Editor einstellen.

    Antworten
  4. Kevin Kirchner
    12. September 2011

    Diese Test ist wahnisnnig unseriös. Was soll das? Im Vergleich mit einem LPD8 ist das Nanopad eine schändliche Katastrophe. Tasten hängen, andere funktionieren gar nicht. Das X/Y-Touchpad ist viel zu schwergängig und das schlimmste: mein Exemplar ist kein Einzelfall, vielmehr sind funktionierende Nanopads Mangelware. Das Problem ist eine sagenhaft billige Verarbeitungsqualität, die über kosmetische Mängel weit hinausgeht. Es gibt nur einen Nachteil des LPD8: das XY-Pad. Ansonsten ist es dem Korg-Produkt haushoch überlegen.

    Es ist absolut irre, ein solches Konzept und Potential derat vor den Baum zu karren.

    Antworten
  5. Steffen
    29. Oktober 2011

    Leider muss ich Kevin’s Meinung bestätigen. Korg scheint die Nano-Serie (zumindest nanoKey und nanoPad) nicht wirklich in der Praxis getestet zu haben, und so toll die Idee im Prinzip auch ist, in der Praxis ist vor allem das nanoPad quasi unbenutzbar.
    Auch das Touchpad reagiert wirklich erst auf stärkeren Druck, und die Flam-Funktion scheint ein Theoretiker programmiert zu haben, denn realistische Flams sind nur in einem schmalen Bereich am rechten Rand (vielleich 5-10mm breit) brauchbar, links davon sind es keine Flams sondern zwei Trommelschläge in viel zu großem zeitlichem Abstand. Dazu brauche ich keine extra Flam-Funktion.
    Das nanoKey behalte ich dennoch trotz 3 schlecht reagierender Tasten, einfach weil es in jede Laptop-Tasche passt.

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  6. Markus
    30. Oktober 2011

    Hallo zusammen,

    auf die Verarbeitungsprobleme habe ich im Abschnitt „Der zweite Eindruck: Hardware“ ausführlich hingewiesen. Was daher am Test „unseriös“ sein soll, erschliesst sich mir nicht ganz. Wir testen hier absolut unabhängig von den Herstellern und sagen daher auch recht unverblümt unsere Meinung. Und das letzte mir vorliegende Modell hatte keinerlei Probleme und liess sich einwandfrei bespielen.

    Übrigens scheint Korg die Kritik ernst genommen zu haben. Das nanoPad2 hatte bei mir von Anfang an keinerlei Probleme.

    Viele Grüße

    Markus

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