Test: Korg microPiano

Beim Sichten meiner Geräte von Korg habe ich gerade festgestellt, dass sie alle recht klein oder virtuell sind. Nun habe ich mir wieder etwas zum anfassen gegönnt und es ist zwar nicht “nano” aber immerhin noch “micro”. Die Rede ist vom wohl kleinsten (und auch bei Gigs benutzbaren) Stagepiano der Welt: Dem Korg microPiano.

Auf die Idee zum microPiano hat mich ein Konzert von Laith al Deen gebracht, dessen Keyboarder ein Akustik-Set mit dem microPiano gespielt hat. Der Sound über die P.A. hat mich derart positiv überrascht, dass ich das Teil auch für mein Live-Quartett “Die Tontauben” haben wollte. Und ich habe es bisher nicht bereut. Es ist ein echter Hingucker und klingt wirklich sehr anständig.

microPIANO - Front

Haptik, Optik, Anschlüsse

Das microPiano ist, wen wundert es, sehr leicht (5,2 kg). Das Gehäuse ist komplett aus Plastik und der Deckel hat ein Finish in rotem Klavierlack erhalten. Gefällt mir! An der Unterseite sind Gummifüße befestigt, die ich allerdings direkt abgeschraubt habe, damit es besser auf einem Keyboardständer hält. Die Tastatur ist anschlagdynamisch bespielbar und besteht aus 61 Mini-Tasten. Zur Bespielbarkeit später mehr. An Anschlüssen besitzt es die Buchse für das Netzteil, einen Kopfhörer, bzw. Lineausgang (3,5″ Klinke) sowie einen Anschluss für’s Sustainpedal. Bei letzterem gilt zu beachten, dass die Polarität umgedreht zu denen von Yamaha ist. Ein Pedal mit umschaltbarer (oder richtiger) Polarität ist also Pflicht. Ich habe mich für das M-Audio SP-2 Sustain Pedal* entschieden und bin bisher sehr zufrieden. Dass die beiden Boxen mit 2 x 1 Watt sicherlich nicht ausreichen um gegen Akustik-Gitarre, Cajon, Cello und Gesang anzukommen, ist klar. Für das heimische Spiel “just for Fun” reichen sie aber, wenngleich die Sounds darüber nicht so gut zur Geltung kommen. Ich hatte zwischenzeitlich schon die Idee aus Gründen der Effekthascherei die beiden Boxen live mittels Stereomikrofonierung abzunehmen, habe diesen Gedanken aber schnell verworfen 🙂 Mittels 3,5″ Klinke auf 2 x Monoklinke und dann in die Stage-Box zu gehen, ist zwar nicht die feine und professionelle Art aber: Es funktioniert und das ist die Hauptsache. Wer keine Lust auf Kabel hat, kann das microPiano auch mittels 6 Batterien der Größe AA betreiben. Ich fahre an dieser Stelle sehr gut mit den Sanyo Eneloop* Akkus und dem passenden Ladegerät*.

microPIANO - Seite

Wie macht es sich denn Live?

Ausgesprochen gut, wenn man sich einmal an die Tasten gewöhnt hat. Und das ist mitunter recht anstrengend. Denn wer 88 Tasten mit Hammermechanik von z. B. dem Yamaha P-105 gewohnt ist, der muss sich umstellen. Nicht nur die Größe und der Abstand der Tasten zueinander, sondern auch die fehlende Dynamik sind echte Herausforderungen. Weiterhin fehlen naturgemäß über 2 Oktaven. Daher gibt es das Piano Sample auch in 3 Variationen = Oktavlagen. Damit kann man sich dann bedingt behelfen. Aber trotz dieser Widrigkeiten macht das microPiano Spaß und ich habe schon einige Gigs ausschliesslich (!) mit dem microPiano gespielt und alle waren begeistert. Und das liegt auch an den wirklich gut klingenden Sounds. Ich benötige hauptsächlich A-Piano und E-Piano und die sind durch die Bank Live-tauglich. Auch die Piano/Strings Layer Kombination klingt gut. Sounds selber splitten oder layern geht leider nicht, so dass man sich mit den immerhin 61 Sounds begnügen muss. Diese bieten aber genügend Material um sich auszutoben. Nachfolgend die Übersicht von der Korg Produktseite:

  • Klavier: 12 Klangfarben, darunter 5 Klänge mit kurzen Phrasen
  • E-Piano: 5 Klangfarben, darunter 2 Klänge mit kurzen Phrasen
  • Clav: 2 Klangfarben, darunter 1 Klang mit kurzer Phrase
  • Cembalo: 3 Klangfarben, darunter 1 Klang mit kurzer Phrase
  • Spielzeugklavier: 2 Klangfarben, darunter 1 Klang mit kurzer Phrase
  • Vibraphon: 2 Klangfarben, darunter 1 Klang mit kurzer Phrase
  • Marimba: 2 Klangfarben, darunter 1 Klang mit kurzer Phrase
  • Celesta: 1
  • Kalimba: 2 Klangfarben, darunter 1 Klang mit kurzer Phrase
  • Steeldrum: 2 Klangfarben, darunter 1 Klang mit kurzer Phrase
  • Spieluhr: 3 Klangfarben, darunter 1 Klang mit kurzer Phrase
  • Orgel: 9 Klangfarben, darunter 4 Klänge mit kurzen Phrasen
  • Flöte: 2 Klangfarben, darunter 1 Klang mit kurzer Phrase
  • Akkordeon: 1
  • Streicher: 5 Klangfarben, darunter 2 Klänge mit kurzen Phrasen
  • Harfe: 2 Klangfarben, darunter 1 Klang mit kurzer Phrase
  • Glocken: 6 Klangfarben, darunter 2 Klänge mit kurzen Phrasen

Wenn ich Zeit und Muße habe, werde ich an dieser Stelle mal einige Beispiele veröffentlichen, die das microPiano in Aktion zeigen.

alpendeich_redaktionstipp

Fazit

Das microPiano von Korg macht Spaß, klingt gut, ist ein Hingucker und daher von mir eine absolute Kaufempfehlung, wenn man mit den Einschränkungen leben kann. Es ist nicht geeignet um das Klavier- oder Keyboardspiel zu lernen! Dafür sollte man auf ein Gerät mit normal großen Tasten zurückgreifen. Es ist auch kein Kinderspielzeug, wenngleich es so aussieht. Für einen fairen Preis erhält man ein gut klingendes Gerät, welches sowohl im Proberaum als auch auf der Bühne gut funktioniert. Lediglich die Steuerung des Effektgerätes hätte ich mir noch gewünscht um live den Hall ein wenig zu reduzieren. Aber das fällt ohnehin “nur” wieder dem Tontechniker und weniger dem Publikum auf. Somit kann ich sehr gut damit leben und bereue den Kauf keine Minute!

Der Vollständigkeit halber hier noch die Spezifikationen von Korg

Tastatur

  • 61 Tasten, Minitastatur mit natürlicher Ansprache (anschlagdynamisch)

Klangerzeugung

  • Stereo-Samples

Polyphonie

  • 120 Noten/60 Noten (stereo)

Demosongs

  • 40 Musiktitel

Anschlüsse

  • Kopfhörer-/Line-Ausgang (Stereo-Miniklinke)
  • Anschluss für Dämpferpedal (Pedal ist optional)

Verstärkung

  • 1W x2

Lautsprecher

  • 10cm x 5cm (oval) x2

Stromversorgung/Leistungsaufnahme

  • DC9V oder 6x AA-Alkalibatterien bzw. 6x Ni-MH-Batterien (Typ AA) (Sonderzubehör)

Batterielaufzeit

  • ±15 Stunden

Abmessungen (B x T x H)

  • 782 x 291 x 139mm

Gewicht

  • 5,2kg

Deckelfarben

  • Schwarz (BK), Rot (RD)

Lieferumfang

  • AC-Netzteil

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2 Comments

  1. Peter
    9. Februar 2017

    Hallo,

    funktioniert das wirklich mit den NiMH-Akkus bei dir? Bei mir regt sich da leider gar nix, wenn ich solche Akkus reintue. Normale Batterien tun ihren Dienst, sind aber sehr schnell leer… Ich hatte allerdings jetzt nicht diese speziellen Sanyoo-Akkus benutzt…

    Viele Grüße,
    Peter

    Antworten
    1. Markus
      9. Februar 2017

      Hallo Peter,

      die Eneloop haben bei mir super funktioniert und verrichten bis heute ihren Dienst in allen möglichen Geräten! Die kann ich wirklich wärmstens empfehlen.

      Viele Grüße,
      Markus

      Antworten

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