Test: iPhone Low Light App – Slow Shutter Teil 1

Manche iPhone Fotos sind schon jetzt kaum noch von denen guter DSLRs zu unterscheiden. Voraussetzung: Genügend Licht. Es gibt aber auch bei wenig Licht dank App Store eine Lösung.

Vorab: Nein, an die Qualität von Kameras mit größerem Sensor kommt das iPhone auch mit App nicht heran. Aber das Ergebnis eines kurzen Tests der „Slow Shutter„* App hat mich dann doch überrascht. Eigentlich kann man beim iPhone technisch keine längeren Verschlusszeiten einstellen. Durch Tricks unter der Haube der App (mehrere Aufnahmen werden zusammengefügt) gelingt es dem Entwickler aber, verschiedene Techniken längerer Verschlusszeiten zu simulieren. Die App bietet 3 Modi:

  • Motion Blur
  • Light Trail
  • Low Light

Während die ersten beiden Modes eher künstlerische Anwendungen simulieren (Wasser glätten, Menschen „ausblenden“, Lichtspuren von z. B. Autos erzeugen, etc.) geht es im dritten Capture Mode „Low Light“ ganz klassisch um Langzeitbelichtungen bei Nacht.

Bei den globalen Einstellungen der App sollte man, um Verwacklungen zu vermeiden, den Self-Timer aktivieren oder aber per Kopfhörer den Auslöser drücken (Volume-Shutter aktivieren). Die Auflösung habe ich auf 12 MP gestellt (iPhone 6s plus) und das Seitenverhältnis auf 4:3 belassen (iPhone Standard). Man könnte es auch auf Quadratisch (1:1) oder 16:9 ändern. Als Dateiformat belasse ich es ebenfalls bei JPG, da man (ich) den Unterschied bei PNG oder TIFF nicht sehen kann.

Die Einstellungen des „Low Light“ Modes beschränken sich auf 2 Regler:

  • Exposure Boost (Off, Low, High)
  • Shutter Speed (Minimum, 1/4, 1/2, 1, 2, 4, 8, 15, 30, 60 Sekunden oder Bulb)

Das besondere im Gegensatz zu einer „normalen“ Kamera: Es ist nicht möglich das Bild überzubelichten. Das ist auch gut, da es keine Lichtwaage gibt, die einen die korrekte Belichtung einstellen lässt. Nach dem Aufnahmevorgang kann man im Bereich „Edit“ die Belichtung (Exposure) im Nachhinein noch anpassen. Da es nicht nur ein Foto, sondern im Hintergrund mehrere Fotos sind, geschieht dies ohne Verlust. Des Weiteren können Helligkeit, Kontrast, Sättigung und Farbton im Nachhinein angepasst werden. Bei den beiden Reglern vor dem Aufnahmevorgang hilft eigentlich nur ausprobieren. Das Beispielfoto habe ich mit 15 Sekunden Belichtungszeit (die übrigens auch in Lightroom angezeigt werden) und Exposure Boost auf „Low“ fotografiert.

Die App bietet beim Aufnahmevorgang eine Live-Vorschau in einem kleineren Fenster sowie die Standard-Optionen der Standard Kamera wie Blitz, Fokus Lock und Exposure Lock.

Was wir neben der App benötigen ist auf jeden Fall ein Stativ*. Ich nutze den verlinkten GorillaPod seit einiger Zeit und bin aufgrund des geringen Gewichts und der Kompaktheit immer noch begeistert.

Hier als kleines Beispiel ein Foto bei ziemlicher Dunkelheit mit der Slow Shutter App* (Tonwertkurve in Lightroom* korrigiert):

iPhone Low Light-2

Das Rauschen hält sich für ein iPhone-Nacht-Foto absolut in Grenzen ist aber in 100% Ansicht sichtbar. Es sind sogar noch Strukturen erkennbar die bei der normalen App (vom viel stärkeren Rauschen abgesehen) überhaupt nicht mehr vorhanden sind.

Mit der normalen Kamera App sieht das so aus (Tonwertkurve in Lightroom* korrigiert):

iPhone Low Light-1

Ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Während das letzte Foto nicht einmal dokumentarischen Wert hätte, kann man mit der Slow Shutter App ein Foto aufnehmen, was es auf jeden Fall in ein Fotobuch schaffen kann – ein geeigneteres Motiv als mein Testobjekt vorausgesetzt 🙂

Bis hier hat die App schon meine klare Empfehlung.

In den nächsten beiden Teilen schauen wir uns die beiden anderen Modi der App an. Und sollte ich in der Zwischenzeit mal wieder in den Abendstunden den Medienhafen besuchen, werde ich die App dort mal unter „Live-Bedingungen“ testen.

Links:

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verwendetes Stativ: Joby JB01256-BWW GripTight GorillaPod Stand für Smartphone*

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2 Comments

  1. lichtbildwerkerin
    5. April 2016

    Hi Markus,
    das ist ein beachtliches Ergebnis! Da ich bisher kein Stativ für das iPhone habe, habe ich diesen Modus der App noch nie benutzt. Ich habe mir deines notiert, mal schauen…..
    LG, Conny

    Antworten
    1. Markus Cremer
      5. April 2016

      Hallo Conny, ich war auch überrascht. Hätte man mit mir gewettet, ob so etwas mit dem iPhone überhaupt geht … Die Wette hätte ich verloren. Selbst „imittierte“ Langzeitbelichtungen von Wasser sind im gewissen Rahmen möglich. Das letzte Fotos dieser Serie ist damit entstanden. Da hatte ich leider kein Stativ bei und konnte nicht so lange „belichten“ wie ich eigentlich wollte. Das hole ich aber bald nach und berichte im zweiten Teil meines Tests. Liebe Grüße, Markus

      Antworten

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