Test: elgato video capture

Wer kennt diese Abende nicht, an denen man in Erinnerungen schwelgt und sich alte VHS-Videos über den eingestaubten Videorekorder anschaut. Meist wünsche ich mir dann, diese alten Schätze vor dem Verfall der Bänder zu schützen und  die Videos zentral mit allen anderen Videos im Zugriff zu haben. Elgato hat hier eine Lösung für PC und Mac Benutzer: elgato video capture. Schauen wir uns das Paket mal genauer an!

Der Inhalt der Packung

Elgato hat mir das Video Capture zu Testzwecken überlassen. Der Test spiegelt aber meine persönliche Nutzungserfahrung mit Hard- und Software wieder.

elgato video capture Inhalt

  • Elgato Video Capture Hardware
  • Composite-zu-SCART-Adapter
  • Composite Video/RCA Stereokabel
  • Installations CD

Auf der CD befindet sich ein Hinweis, dass man die Software auch unter www.elgato.com/downloads erhält. Da ich gerne die aktuellste Version nutze, lade ich die Software direkt von der angegebenen Seite herunter und lasse die CD links liegen.

Installation

elgato video capture Installation

In meinem Fall installiere ich die Software auf einem MacBook Pro (13 Zoll, Anfang 2011) mit 2,3 GHz Core i5, 8 GB RAM, OS X 10.9.1 sowie einer 120 GB SSD.

Die Software wird in den Programm-Ordner verschoben und nimmt dort knapp 94 MB in Anspruch. Ein 7-seitiges Benutzerhandbuch in mehreren Sprachen liegt als PDF der CD oder dem Installations-Image bei.

Der Praxistest

Oder: Warum das Gesamtpaket absolut narrensicher ist!

Man startet die Software und wird durch alle Schritte geführt. Einfacher geht es wirklich nicht.

elgato video capture Step 2

Im Fenster “Erste Schritte” wird man nach dem Titel des Videos und der ungefähren Länge gefragt. Danach folgen 6 Schritte, die alle kurz und bündig im Programm selber erklärt werden. Hier dennoch eine Übersicht:

elgato video capture Step 1

Step 1: Die Hardware per USB mit dem Rechner verbinden. Check.

elgato video capture Step 3

Step 2: “Video” anschließen, wobei man natürlich auch direkt den Ton mit anschließen kann. Dazu einfach die mitgelieferten Kabel verbinden und den Scart-Stecker mit dem (vorher abgestaubten) Videorekorder verbinden. Sollte die Quelle einen S-Video-Ausgang besitzen, so sollte man diesen verwenden. Im Programm wählt man die verwendete Quelle und das Bildseitenverhältnis aus. In der Regel wird dies bei älterem Material 4:3 sein. Beim Drücken von “Play” sehe ich direkt das Bild vom Video und höre auch den Ton. Klasse und Check.

elgato video capture Step 4

Step 3: “Ton” anschließen. Bereits im 2. Step erledigt. Check.

elgato video capture Step 5

Step 4: “Aufnehmen”. Man kann ruhig ein wenig eher den Aufnahme Button drücken, da man im nächsten Step das Video trimmen kann. Weiterhin kann man nach der Anfangs festgelegten ungefähren Länge die Aufnahme automatisch stoppen lassen. Alternativ kann man jederzeit manuell stoppen. Den Ton kann man ausstellen, was sich aber natürlich nicht auf die Aufnahme auswirkt. Aber so kann man nebenbei weiter arbeiten, Musik hören und im Hintergrund trotzdem das Video aufnehmen. Während der Aufnahme beansprucht die Software ca. 35% der CPU-Leistung meines MacBook Pro. Das ganze kann also ohne Probleme nebenbei laufen. Sehr schön. Man sieht übrigens jederzeit die Aufnahmenzeit und die Größe der Videodatei. Das im komprimierten Format H.264 aufgenommen wird, hat zwei Vorteile: Zum einen belegt die Videodatei weniger Speicherplatz und die Komprimierung ist im Falle der VHS Tapes so gut wie belanglos, da das Quellmaterial ohnehin nicht in HD vorliegt. Zum anderen kann dieses Format direkt von iMovie oder Final Cut Pro weiterbearbeitet werden.

elgato video capture Step 6

Step 5 “Schneiden”: Nein, hier ist kein Schnittprogramm á la Final Cut Pro implementiert. Vielmehr sind es die rudimentären Schnittfunktionen von QuickTime. Aber zum trimmen ist das vollkommen ausreichend. Man muss also nicht peinlich genau den Start, bzw. Stop Button im richtigen Moment anklicken.

elgato video capture Step 6

Step 6: “Abschließen”. An diesem Punkt angekommen, ist das Video bereits im Benutzerordner “Filme” unter dem Anfangs angegebenen Titel gespeichert! Weiterhin bieten sich nun folgende 4 Optionen:

  • Das Video mit QuickTime (PC: Windows Media Player) wiedergeben
  • Das Video in die iTunes-Bibliothek (PC: Windows-Media-Player-Mediathek) kopieren
  • Das Video mit iMovie (PC: Windows Live Movie Maker) bearbeiten
  • Das Video direkt zu YouTube hochladen

Man kann auch mehrere Optionen hintereinander auswählen bis man das Programm letztlich beendet oder einen neuen Film aufnimmt.

Den Standardspeicherort für den Film kann man übrigens im Menüpunkt “Einstellungen” des Programmes ändern.

Ein paar Worte zur Auflösung

In Zeiten von 1080p Full-HD und 4K Ultra-HD fragt sich vielleicht der ein oder andere, ob 640×480 Pixel (4:3) ausreichend sind. Dazu hier eine Übersicht der wichtigsten Formate der Vor-HD-Zeit und deren Pixelabmessungen:

  • VHS: 320 x 200 Pixel
  • S-VHS: 640 x 480 Pixel
  • Hi8: 576 x 420 Pixel

Wie man sieht, reicht die Auflösung für unsere Zwecke also vollkommen aus. Hier braucht man sich keine Sorgen um Qualitätsverlust zu machen. Der stammt i. d. R. eher von den nicht mehr ganz sauber justierten Videoköpfe des alten Videorekorders (Gott, habe ich das Wort vor diesem Bericht lange nicht geschrieben!).

alpendeich_redaktionstipp

Fazit

Ich habe diesen Bericht geschrieben, während das erste Video bereits im Hintergrund auf die SSD meines MBP gebannt wurde. Die Bedienung gestaltet sich so dermaßen einfach, dass man das Digitalisieren der alten VHS-Filme auch seinen Großeltern überlassen könnte. Diese werden vielleicht auch noch das eine oder andere Schätzchen haben, das man sich so auf die heimische Festplatte kopieren kann. Das dies nur in Echtzeit geht, versteht sich von selbst. Die Qualität steht und fällt natürlich mit dem Quellmaterial. 640×480 reichen im 4:3 Format aber vollkommen aus um alte VHS oder S-VHS Aufnahmen zu sichern. Das Programm ist selbsterklärend, hat die wichtigsten Funktionen und beschränkt sich auf das Wesentliche: Das einfache Digitalisieren und Bereitstellen von Videos. Das Paket ist absolut gelungen und im wahrsten Sinne des Wortes preiswert. Es ist seinen Preis wert und verdient somit zu Recht den alpendeich Redaktionstipp!

Preis

Hersteller:

Die wichtigsten technischen Infos der elgato Homepage:

Systemvoraussetzungen:

  • Macintosh: Mac OS X v10.5.8 oder neuer, Intel Core CPU
  • PC: Windows 7 oder neuer, 2.0 GHz Intel/AMD CPU
  • 1 GB RAM; integrierter USB 2.0 Port

Technische Spezifikationen:

Elgato Video Capture erkennt automatisch die Videoformate NTSC, PAL und SECAM, sodass es weltweit einsetzbar ist.

  • Videoauflösung: 640×480 (4:3) oder 640×360 (16:9)
  • Videoformat Mac Software: H.264 mit 1,4 MBit/s oder MPEG-4 mit 2,4 MBit/s
  • Videoformat PC Software: H.264 mit 1,4 MBit/s
  • Audio: AAC, 48kHZ, 128 kBit/s

Die erstellten Dateien können direkt mit videofähigen iPads, iPods, iPhones und Apple TV synchronisiert sowie in iMovie oder Windows Live Movie Maker bearbeitet werden, ohne dass ein erneutes Encoding notwendig ist.

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1 Comment

  1. Eduard Schilling
    26. April 2017

    Kann mir da bitte jemand helfen? Bin total verzweifelt.
    Das ist schon das zweite Elgato Video Capture, das erste habe ich an Amazon wieder zurückgeschickt, da keine Software dabei war, obwohl auf der Verpackung inclusive stand.
    Das zweite bestellt, wieder keine Software dabei. Ich habe sie dann heruntergeladen und installiert. Beim öffnen kommt immer wieder die gleiche Meldung: “Bitte schließen Sie Ihr Elgato Video Capture Gerät an einen USB 2.0 Anschluss an.
    Ich habe die Software an zwei verschiedenen Mac´s installiert und verschiedene USB Anschlüsse ausprobiert, auch an USB 2.0 Hup angeschlossen – keine Chance.
    Hat jemand eine Idee?

    Antworten

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