Test – Elgato EyeTV Netstream DTT – Review

Wenn mal wieder der Streit um die Fernbedienung entbrannt ist, weil die bessere Hälfte “FrauTV”, man selber aber “CSI Miami” schauen möchte, könnte das EyeTV Netstream DTT von Elgato die Lösung für zumindest dieses Problem sein.

Mit dem Fernsehen ist es ja meist so, dass entweder gar nichts vernünftiges kommt oder aber zwei vermeintlich gute Sendungen zur selben Zeit. Wir haben nur noch DVB-T im Haus und schauen das Fernsehprogramm bisher ausschließlich am LCD-TV. Der dort angeschlossene DVB-T Receiver von Xoro* ist zwar ein Dual-Receiver und kann neben dem aktuellen Programm ein weiteres aufnehmen aber das nützt nichts, wenn man gleichzeitig zwei Sendungen live sehen möchte. Einen zweiten Fernseher besitzen wir nicht, wohl aber diverse Apple-Geräte. Somit lag es nah, sich einen DVB-T Receiver für eines dieser Geräte zu holen. Aber warum nur für eines, wenn es ein Gerät für alle gibt und es auch noch zwei unterschiedliche Programme auf zwei verschiedenen Geräten wiedergeben kann. Idealerweise sollte es noch nicht einmal mit den Geräten selber, sondern nur mit dem Router verbunden werden. Genau diese Wünsche erfüllt das Elgato EyeTV Jetstream DTT*.

The Box

Von Elgato habe ich ein Netstream zu Testzwecken erhalten. Der Artikel spiegelt aber meine eigene Nutzungserfahrung wieder.

Der Inhalt der Box ist übersichtlich aber komplett. Die eigentliche Hardware erinnert mich an ein ein AppleTV in Alu-Optik. Sie wirkt trotz Plastik recht edel und ist fast zu schade um sie hinterher im Schrank oder einer Schublade verschwinden zu lassen. Neben diesem kleinen Kästchen befinden sich die Software CD, 2 Activation Keys, ein Quick Start Guide, ein Netzwerkkabel, eine Stabantenne mit Magnetfuß (und optionalem Saugnapf) sowie ein Netzteil mit diversen Adaptern für andere Länder im Paket.

Die Installation

Wichtig ist der Ort, wo man die Hardware aufstellt. Zwei Dinge braucht man dort:

  • Zugang zum Router
  • Ein gutes DVB-T Fernsehsignal

Man kann entweder die beiliegende Stabantenne oder eine vorhandene Hausantenne verwenden. Ist der Empfang mit der Stabantenne am Standort des Routers gut genug oder befindet sich der Anschluss der Hausantenne in dessen Nähe, hat man ideale Voraussetzungen. Ansonsten braucht man entweder ein längeres Netzwerkkabel oder ein längeres Antennenkabel. Je nachdem, wo man die Hardware platzieren möchte. Angeschlossen wird das Gerät wie folgt:

Installation eyeTV netstream DTT

Hier ein Bild der Anschlüsse an der Rückseite des Netstream:

EyeTV 3

Um das EyeTV Netstream DTT einzurichten, muss zunächst die beiliegende CD mit EyeTV 3 installiert werden. Mac-typisch wird einfach das Programm in den Programmordner kopiert und gut ist. Nach dem Start der Software muss man die verwendete Hardware in folgendem Fenster auswählen:

 Nach Klick auf “Weiter” wird die Hardware automatisch erkannt:

Ist dies nicht der Fall, sollte man die Hardware aus- und wieder einschalten. Bei mir hat es auch erst nach einem Neustart der Hardware funktioniert. Wichtig ist, dass auf der Rückseite am Netzwerkkabel das grüne und orangene Licht blinkt, was zu erkennen gibt, dass die Netstream-Box “pollt”, also mit dem Router verbunden ist.

Ist dies erledigt, kann man noch optional 1 Jahr lang kostenlos den “tvtv”-Internet Programmführer (EPG) nutzen. Ich habe mich mal dort angemeldet, damit ich berichten kann, ob es sich lohnt.

Zum Abschluss des Setups muss man noch den Programmsuchlauf starten, der einem letztlich auch Aufschluss darüber gibt, ob der Empfang OK ist. Bei mir war nach ein wenig Antennenjustage alles im Lot und die 26 Sender hatten guten Empfang. Ich verwende übrigens die kleine Stabantenne, die einen überraschen guten Job macht! Und ich wohne nicht direkt neben dem Fernsehturm.

Die Bedienung des EPG ist denkbar einfach.

Möchte man eine Sendung aufnehmen, klickt man einfach auf einen kleinen Punkt unten links in der Sendung. Pro Minute werden ca. 29 MB für die Aufnahme verwendet. Dies liegt daran, dass in MPEG-2/H.264-Qualität aufgenommen wird, welche auch von den Sendern über DVB-T ausgestrahlt wird. Filminfos werden übrigens mit abgespeichert und können editiert und mit eigenen Hinweisen ergänzt werden. Ein nettes Detail. Das EPG sieht ein wenig anders aus, wenn man es aus dem Vollbild-Modus aufruft:

Klickt man aus dieser Ansicht auf eine Sendung erscheint folgendes Bild:

Das man zwei Sendungen gleichzeitig an einem Gerät aufnehmen kann ist gut. Macht man dies, ist allerdings für andere Nutzer im Netzwerk das Netstream gesperrt. Hier zählt also wie bei der Fernbedienung: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst 🙂

Der Empfang selber ist sehr gut, was aber natürlich auch von der Signalstärke abhängt. Eine Verzögerung zum normalen Fernsehdecoder war übrigens kaum bis gar nicht feststellbar. So jubeln die  Nachbarn nicht schon über’s Tor während man sich noch 5 Sekunden davor befindet. Das man mit der Software EyeTV3 neben einem komfortablen EPG (ja, das kostenlose Jahr bei tvtv sollte man meiner Meinung nach in Anspruch nehmen) auch die Möglichkeit zum Time-Shiften hat, ist selbstverständlich. Man kann ohne Probleme in den Sendungen vor-und zurückspulen sowie diese pausieren. Die am MacBook Pro oder iMac aufgenommenen Sendungen kann man bequem über die Software in verschiedene Formate exportieren. Dies geht sogar, während man eine andere Sendung noch aufnimmt (einen leistungsstarken Rechner vorausgesetzt). Hier eine Übersicht der Formate:

Somit kann man diese Filme auch in seiner iTunes-Library sichern und auf dem iPhone, iPod touch oder iPad anschauen.

EyeTV 3 bietet noch einige Features mehr. Exemplarisch nenne ich mal folgende:

  • PiP (Picture in Picture)
  • Teletext
  • Zeit der Aufnahme verlängern (vor und nach der eigentlichen Sendung)
  • optionale Altersbeschränkung
  • Freigabe der Filmarchive
 Jetzt müsste nur noch was vernünftiges in der Glotze laufen. Aber da hat die Software leider keinen Einfluss drauf 🙂

Die App

Aus dem App-Store kann man sich für das iPhone oder iPad die kostenlose App “EyeTV Netstream” laden.

Am iPad sieht die App sehr übersichtlich aus. Die Programmvorschau reicht bis zu 7 Tage im voraus. Auch Airplay und das Senden von Programminfos per Tweet, Mail oder Airprint werden unterstützt. Dennoch habe ich ein paar Verbesserungsvorschläge. Ich vermisse die Möglichkeit, am iPad aus der Programmübersicht heraus einen Film aufzunehmen bzw. im Vorfeld zu programmieren.

Den kleinen Pfeil um die Sendung anzusehen finde ich persönlich etwas zu klein geraten. Da hätte ich einen Button “Jetzt ansehen” (wie bei EyeTV 3 am Mac) besser gefunden.

In der Live-Ansicht kann man allerdings jederzeit auf den bekannten “roten Kreis” klicken um eine Aufnahme zu starten.

Diese lässt sich hinterher auch im Filmarchiv anschauen.

Schliesst man das iPad an den Mac an, kann man über iTunes die Filme auf den Mac kopieren.

Im Hochformat blendet die App einen Browser ein um im Web mal eben was nachzuschauen.

Web-Interface

Das Netstream lässt sich übrigens auch unter Windows oder Linux betreiben. Unter Mac ist das Netstream als Bonjour-Netzwerkgerät ins Netzwerk eingebunden. Schauen wir uns bei der Gelegenheit mal das Web-Interface an. Man findet es unter den “Bonjour”-Lesezeichen. Wer diese nicht aktiviert hat, kann dies in Safari unter Einstellungen -> Lesezeichen nachholen:

Auf die Web-Oberfläche des Netstreams gelangt man ohne Passwort und findet dort 5 Reiter sowie ein Schloss-Symbol vor.

Der Reiter “Status” zeigt Infos zur Signalstärke und der Verwendung der 2 Tuner an. Unter “Allgemein” kann man die Sprache wählen, das Netstream zurücksetzen sowie dessen Firmware aktualisieren. Letzteres mache ich in meinem Fall auch. Mittlerweile erhält man Version 1.1.4. Dies geht übrigens nur, wenn man zuvor auf das Schloss klickt und “0000” eingibt. Diese Pin kann man ebenfalls im Reiter Allgemein ändern. Der Reiter “Sender” ist selbsterklärend, zeigt aber, dass alle Sender global im Gerät gespeichert werden und bietet die Möglichkeit für z. B. Linux Geräte eine m3u Datei herunterzuladen. Der Reiter “Netzwerk” zeigt die aktuelle Anbindung ans Netzwerk, welche per Default auf “DHCP” steht, was man im Normalfall auch nicht ändern sollte. Unter “Installieren” kann man sich die passenden Programmversionen für die einzelnen Betriebssysteme herunterladen.

Das gefällt mir nicht

Wenn ich einen Wunsch hätte, wäre es ein eingebautes W-LAN Modul im Netstream. Mir ist bewusst, dass dies die automatische Einrichtung im Netzwerk verhindern würde aber man hätte zumindest optional eine Möglichkeit, das Gerät nach der Einrichtung weiter weg vom Router positionieren zu können.  Z. B. um den Empfang zu verbessern ohne Netzwerkkabel oder Antennenkabel durch die Wohnung oder das Haus ziehen zu müssen.

Das gefällt mir

Hat man eine optimale Position für Router und die Netstream Box gefunden ist die Einrichtung ein Kinderspiel. Durch die Bonjour-Technik wird das Gerät automatisch gefunden und ins Netzwerk eingebunden. Die Installation und Bedienung von EyeTV 3 ist ebenfalls unkompliziert. Die aktuelle 3er Version ist wirklich sehr gelungen. Der größte Pluspunkt aber ist die Flexibilität von Netstream. W-LAN Empfang und ein schnelles Netzwerk vorausgesetzt, kann man künftig ohne Kampf um die Fernbedienung “sein” Programm geniessen. Egal auf welchem Gerät und ohne erst Hardware anschliessen zu müssen. Für mich war das Netstream jedenfalls die richtige Entscheidung. Aber Vorsicht: Der Streit um die Fernbedienung könnte jetzt zum Streit um’s iPad werden 🙂

Systemvoraussetzungen

  • Macintosh: Intel Core® Prozessor, Mac OS X v10.5.8 oder neuer
  • PC: Windows 7, 2.0 GHz Intel/AMD CPU oder Intel Atom CPU
  • iOS Geräte: iPod touch (ab 4. Generation), iPhone (ab iPhone 4) und iPad; benötigt mindestens iOS 4.3.5
  • 1 GB RAM
  • Heimnetzwerk mit 100Base-T Ethernet (802.11n für drahtlose Verbindungen)

Hersteller

Links

Markus Cremer

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