Test: Cubasis 2.2 für iPad zum Angebotspreis mit neuen Features

Nachdem ich mein iPad Pro aktuell an seine Grenzen als mein geplantes autarkes Kreativwerkzeug bringen möchte und GarageBand iOS beim ersten ernsthaften Recording Versuch als erste App diese Grenze erreichte, habe ich mir Cubasis von Steinberg doch mal genauer angeschaut.

Zu meinem großen Verwundern kostete es nur noch 50% des Normalpreises. Ich brauchte zudem nur das Upgrade von Cubasis LE bezahlen, da ich mit meinem UR22mkII Audio Interface* für das iPad die LE Version kostenlos erhalten habe. Schlanke 16,99 EUR wurden für das Upgrade fällig. Die beiden FX-Packs für je 4,49 EUR waren daher Pflichtkäufe für mich. Zwei Tage danach (also heute) kriege ich nun auch die offizielle Mail von Steinberg, die mit dem Sonderpreis die neue Version und einen neuen In-App Kauf feiert:

Cubasis Sonderpreis vom 04. Juli bis zum 18. Juli 2017: €27.99 (regulärer Preis €54.99), Aktionspreis für Classic Machines, FX Pack 1 und FX Pack 2 (erhältlich als In-App Kauf) gültig bis zum 18. Juli 2017: €4.49 (regulärer Preis €7.99).

Bevor ihr weiter runterscrollen müsst und den Deal verpasst, kommt hier der

Link zum App Store für Cubasis 2*!

Warum nun doch Cubasis?

Audiospuren!

GarageBand iOS hat keinen Sample-Editor und auch Fades oder Crossfades zwischen Events sind nicht möglich. Cubasis kann das ohne Probleme schon in der Arranger-Spur mit den bekannten „Anpackern“ oben links (Fade in) bzw. rechts (Fade Out) am entsprechenden Audio-Event. Klasse. Gerade bei Comping von Audiospuren unverzichtbar. In GarageBand iOS nicht möglich.

Wer typische Operationen an selektierten Bereichen einer Audiodatei wie „Trim“, „Reverse“, „Erase“ und „Normalize“ durchführen möchte, kann das direkt im integrierten Sample-Editor, der durch Doppelklick auf eine Audiodatei aufgeht:

Weiterer Vorteil, wenn man ein wenig mehr machen möchte: Es gibt einen echten Mixer.

Dieser hat sogar ein leicht abgespecktes Chanel Strip Plug-in aus der großen Version

und einen vollparametrischem 4 Band Studio-EQ.

Dazu gibt es mit RoomWorks SE (nach Registrierung) einen wirklich gut klingenden Hall:

Es gibt noch einige weitere gute Effekte und wem das nicht reicht als In-App Käufe noch zwei Packs mit je einer Handvoll weitere Effekte!

Wenn es bei den ganzen Optionen mal zu viel Effekte für die CPU werden, kann man in Cubase auch Tracks freezen.

Automationen für Parameter wie Volume aber auch Effektparameter wie Filter Cutoff und Co. sind ebenso mit an Bord.

Skalierbarkeit: Man kann im Gegensatz zu GarageBand die Spuren auch schmaler oder breiter machen (Vertikales Zoomen durch „Pinch to Zoom“). Diese Funktion ist allerdings nicht wie das horizontale Zoomen im Arrangerfenster, sondern in der Trackliste links davon auszuführen. Warum beides nicht an einer Stelle funktioniert, wird sicher seine Gründe haben, erschließt sich mir aber zunächst als Anwender nicht.

Alles in allem ist die Funktionsvielfalt eine runde Sache, die mich sehr an meine alten Cubase Zeiten erinnert. Denn trotz der ganzen Features wirkt das Interface auf meinem 12,9″ iPad Pro nicht überladen.

Sounds – virtuelle Instrumente

Die akustischen Sounds sind leider nicht durchgängig auf höchstem Niveau. Da hat GarageBand (auch in Sachen GUI – Gitarren, Streicher, etc.) die Nase vorn und mit Alchemy zudem noch einen saustarken Synth am Start. Aber: Die wichtigsten Sounds sind dabei und man kann ein Demo erstellen. Wenn man dann noch ein paar Sounds durch spezialisierte Apps ersetzt (Inter-App sei Dank!) kommt man schon sehr weit.

Für Piano-Sounds empfehle ich übrigens wärmstens das iGrand Piano for iPad* von IK-Multimedia! Ich habe mir seinerzeit direkt das Total Keys Bundle* gekauft.

Drums: Die GarageBand Drummer sind sowohl funktional als auch soundtechnisch deutlich moderner und frischer! Kaum habe ich diese Zeilen geschrieben kriege ich eine Update Benachrichtigung für Cubasis auf meinem iPad Pro! Und was gibt es dort: Neben neuen Funktionen wie „Note Repeat“ für die Programmierung von Chords und Beats sowie Track Duplicate (sehr gut!) gibt es einen neuen In-App Kauf:

Wie man sieht, habe ich diesen sofort getätigt. 808 und 909 reichen mir schon als Grund. Das ersetzt zwar immer noch nicht die geniale Drummer-Spur in Logic oder GarageBand (ja, sogar die iOS Version hat den Drummer!) aber versöhnt mich ein wenig. Die Sounds knallen richtig gut (wenn es um E-Drums geht!) Und im Zweifelsfall erstelle ich mir für Naturdrums die Drummerspur in GarageBand und importiere diese in Cubasis. Zwar über den Umweg der iCloud aber es geht. A propos Drums und „Note Repeat“: Eine Humanize Funktion gibt es an dieser Stelle nicht aber man kann im Nachhinein natürlich mit der Quantisierung andere Werte oder gar einen Swing-Faktor einstellen.

Hier noch die offizielle Feature-Liste für Cubasis 2 von Steinberg:

  • Unbegrenzte Anzahl Audio- und MIDI-Spuren
  • 24 zuweisbare Eingänge und Ausgänge
  • 32-Bit Fließkomma Audio-Engine
  • Audio I/O Auflösung bis zu 24-Bit/96 kHz
  • iOS 32- und 64-Bit Unterstützung
  • Echtzeit Time-Stretching und Pitch-Shifting auf Basis des Zplane Élastique 3 Algorithmus
  • Micrologue Synthesizer mit 126 einsatzbereiten Presets
  • MicroSonic mit über 120 Sounds basierend auf HALion Sonic, Haliotron und Allen Morgan Drum-Kits
  • MiniSampler zum Erstellen eigener Instrumente (inklusive 20 Factory Instrumente)
  • Mixer mit Channel Strip in Studioqualität für jede Spur und 17 Effektprozessoren
  • RoomWorks SE Reverb mit einzigartigem professionellen Sound und intuitiver grafischer Anzeige
  • Voll automatisierbares Spin FX PlugIn mit DJ-Effekten
  • Über 550 MIDI-Loops und Time-Stretch fähige Audio-Loops
  • Virtuelles Keyboard, Chord- und Drum-Pads
  • Sample-Editor und Key-Editor mit MIDI CC Unterstützung
  • Aktualisierter MIDI-Editor mit ultra-intuitiver und präziser Bedienung
  • MIDI Auto Quantisierung
  • Automation, MIDI CC, Program Change und Aftertouch Unterstützung
  • Export zu Cubase, iCloud Drive, externen Festplatten, Wireless Flash Drives, Dropbox, SoundCloud, AudioCopy & E-Mail
  • Unterstützt Core Audio und Core MIDI kompatible Hardware
  • MIDI über Bluetooth LE Unterstützung
  • Volle Unterstützung von Audio Unit, Inter-App Audio und Audiobus 3, um kompatible Apps als Insert/Send Effekte oder virtuelle Instrumente einzusetzen und in Cubasis aufzunehmen
  • Audio-Import aus iTunes Music Library, iCloud Drive oder iTunes File Sharing, nutzen Sie AudioPaste oder richten Sie einen Wi-Fi Server in Cubasis ein
  • Audio Mixdown und MIDI Export
  • MIDI Clock und MIDI Thru Unterstützung

Link zum App Store für Cubasis 2*!

Fazit:

Jetzt habe ich tatsächlich nach langer Zeit mal wieder über eine Musik App geschrieben. Und das, nachdem ich im Bericht zum iPad Pro noch auf GarageBand gesetzt habe. Das trifft auch immer noch zu, wenn ich in Logic Pro X an einem Projekt weiterarbeiten möchte. Aber wenn es um eine autarke Produktion am iPad Pro geht, hat Cubasis die Nase vorne! Das ganze erinnert mich an meinen Bericht Cubase vs. Logic. Lange ist’s her und nun kann man komplette Demoproduktionen am iPad machen! Kinders, wie die Zeit vergeht!

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4 Comments

  1. Jürgen Drogies
    5. Juli 2017

    Hallo Markus,
    danke für den interessanten Artikel! Die Möglichkeit, Audio in der Steinberg-App zu bearbeiten, ist schon sensationell. Um Audioaufnahmen mit einem mobilen Gerät zu machen, braucht man oft ein besseres Mikrofon, als das im Gerät integrierte. Mir fällt da mein Großmembran-Mikro IK Multimedia iRig Mic Studio ein, dessen Sound meinem Neumann TLM 102 ebenbürtig ist aber weniger als die Hälfte kostet. Es braucht nicht einmal ein Interface, sondern funktioniert am Computer über USB, am iOS-Gerät über Lightning und unter Android mit Mini-USB. Ist schon toll, was mit den Mobilgeräten inzwischen möglich ist!
    Viele Grüße, Jürgen

    Antworten
    1. Markus
      5. Juli 2017

      Hallo Jürgen, da schicke ich das Dankeschön doch direkt an Dich zurück für den Tipp mit dem iRig Mic Studio! Genau das habe ich noch gesucht, um auf das Interface (unterwegs) zu verzichten. Der Sound ist dem TLM 102 ebenbürtig? Das wäre schon extrem gut. Und einen Kopfhörerausgang hat es auch direkt! Cool. Wie ist denn die Ausgangslautstärke? Und ist es direktes Monitoring oder das Rücksignal aus der DAW? Ich glaube, dass landet nachher entweder in meinem Einkaufskorb oder ich fahre mal zum Musikgeschäft um die Ecke (wenn die das haben). Viele Grüße, Markus

      Antworten
  2. Heiko
    5. Juli 2017

    Moin Markus,
    mit Cubasis für’s iPad habe ich auch schon mal geliebäugelt.
    Funktioniert denn der Export von Files über Dropbox & SoundCloud?
    Ich nutze als Haupt-DAW Studio One, insofern bräuchte ich dann eine Möglichkeit, Spuren „oldschool“ als ganzes zu bouncen, um die dann händisch in Studio One anzulegen.
    Viele Grüße!

    Antworten
    1. Markus
      5. Juli 2017

      Hallo Heiko, eine sehr gute Frage, die ich auch im eigenen Interesse für die eventuelle Weiterarbeit in Logic Pro X direkt gecheckt habe! Kurze Antwort: Alles geht 🙂
      Man kann verschiedene Cloud Dienste (ich habe hier Dropbox, Amazon Drive und iCloud am Start) aber auch Sound Cloud ansprechen. Alernativ den Shared Folder der App für iTunes. AudioCopy mit kompatiblen Apps geht auch.
      Beim „Mixdown“ gibt es eine Option „Create separate files for tracks“! Super 🙂
      Zusätzlich noch die Optionen „Mixdown between locaters“ und „Include effect tail“. Alles anklicken.
      Als Ergebnis hat man dann wahlweise WAV, M4A oder FLAC Audiodateien. Bei Midi-Projekten geht natürlich auch „Midi“.
      Die Audiotracks erscheinen nach erfolgtem Rendering einzeln in der MediaBay. Von dort kann man sie (allerdings auch nur einzeln) auf die Cloudienste hochladen. Die Tracks habe ich danach einfach nach Logic gezogen und alles läuft synchron und im gewünschten Mischverhältnis! Prima!
      Alernativ (je nach Umfang des Projektes vielleicht eine Option …) kann man ein ZIP File des Projects erstellen. Das ZIP File enthält neben einer Cubase Projekt Datei auch alle verwendeten Audiofiles als WAV. Allerdings nur die Events und diese natürlich auch einzeln. Für den Import nach Cubase ist das OK. Denn wenn man das große Cubase hat, kann man mit der Import-Erweiterung direkt das Projekt öffnen. Aber natürlich fehlen Dir in Studio One oder anderen DAWs die Time-Stamps der Audiofiles in Relation zum Projekt. Da Du in Cubasis keine Audio-Events „kleben“ oder über die ursprüngliche Recordinggrenze „aufziehen“ kannst (geht nur bei Midi-Events) muss man einen Trick nutzen, damit alle WAV Files gleich lang sind und Du sie in der DAW Deines Vertrauens anlegen kannst:
      – In jedem Audio Track muss es ein Event am Anfang geben (kann leer sein) und ein Event am Ende (auch leer) damit Anfang und Ende bei allen Audio Tracks für den nächsten Schritt gleich sind.
      – Dann musst Du alle Tracks „freezen“. Das erzeugt jeweils eine neue Spur mit einer neuen durchgehenden WAV Datei!
      – Du hast also im Ergebnis n-Spuren mit der Bezeichnung „Freeze“ als Namensergänzung im ZIP-File die alle synchron zueinander sind und die Du in die DAW Deiner Wahl ziehen kannst 🙂 Nicht ganz so bequem wie der Multitrack-Export aber es geht.
      Viele Grüße, Markus

      Antworten

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