Sony RX10 II

Mit der RX10 MK2 bringt Sony im Sommer 2015 den lang erwarteten Nachfolger für die RX10* auf den Markt. Hier meine Meinung dazu.

Update Januar 2017: Mittlerweile habe ich die Sony RX10 II* selber seit ein paar Monaten. Einen Umweg habe ich kurz von der RX100M3* über die Panasonic TZ101* gemacht, bin dann aber neben der Fuji X100S* bei der RX10 II gelandet. Ein schönes Gespann für alle Gelegenheiten! Die RX10 II habe ich übrigens genau wie die X100S gebraucht gekauft. Denn die Neupreise sind ja aktuell jenseits von Gut und Böse! Siehe auch mein Artikel zur Fuji X100F.

Zunächst die für mich wichtigsten Verbesserungen gegenüber der RX10:

  • 4K Video mit 100 Mbps im XAVC S Codec mit 24, 25 oder 30 fps
  • S-log2 Gamma Picture Profile für ein flaches Bildprofil (bedeutet deutlich mehr Spielraum für nachträgliches Color-Grading von Videomaterial)
  • Slow Motion Video bis hin zu 1000 fps (40 fache Zeitplupe bei PAL mit 25 fps Wiedergabe). Zwar gibt Sony an, dass selbst bei 1000 fps in Full-HD gefilmt wird, der Haken liegt aber im Sensor Readout. Also darin, wie viele Pixel wirklich ausgelesen (und anschließend hochskaliert) werden was die Qualität natürlich leiden lässt. So beträgt der Sensor Readout bei 1000 fps in der “Shoot Time Priority” nur noch 800 x 270. Eine genaue Übersicht findet ihr auf der Sony-Seite mit den Spezifikationen unter HFR. Hier bleibt abzuwarten, wie die ersten echten Videos in der Realität aussehen. Auf jeden Fall lassen sich mit echten 120 fps bei Full HD schon schöne 4-5 fach Zeitlupen in höchster Qualität erstellen. Mehr als bei meiner RX10 (trotz Firmware-Update werden die Slow-Mo Videos ja nur in 720p aufgezeichnet).
  • Zentralverschluss mit 1/32.000
  • verbesserter Autofocus mit einer Geschwindigkeit von bis zu 0,09 Sekunden (zum Vergleich: die Alpha 6000* erreicht 0,06 und ist die schnellste Systemkamera mit Wechseloptik und APS-C Sensor. Da liegt die neue RX10 II also dicht dran)
  • Serienbilder bis zu 14 fps
  • Optischer Sucher löst nun mit 2,36 Millionen Punkten auf

Nachdem ich die RX10 nun über ein Jahr besitze, kann ich behaupten, dass es die für mich beste Universalkamera am Markt ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die RX10 II sie in dieser Hinsicht ablösen wird. Zumindest was die reinen Fakten angeht. 4K ist definitiv die Zukunft. Und sei es zum Teil nur, um das Material auf 1080p runterzurechnen um die Vorteile zu nutzen. Und natürlich sind auch alle Vorteile, die sich aus dem schnelleren Prozessor ergeben klasse!

Ein großes ABER sehe ich aber dennoch bei dieser Kamera. Der Preis ist mit 1.600 EUR (!) meiner Meinung nach deutlich zu hoch, um nicht zu sagen “gierig” angesetzt. Sony übertreibt es hier in meinen Augen gewaltig. Ich habe die RX10 seinerzeit für 999 EUR und somit zum “early adopter” Preis gekauft. Ich habe es nicht bereut und die Ausgabe auch schnell über Aufträge wieder “drin” gehabt. Aber wenn man bei Sony in den eigenen Reihen vergleicht, bekommt man für deutlich weniger Geld bereits die in meinen Augen sagenhaft gute Alpha 6000*. Diese filmt seit dem letzten Firmware Update auch mit XAVC-S. Ja, es ist ein anderes Konzept und ich mag nach wie vor das All-in-One Konzept der RX Serie. Aber 1.600 EUR ist eindeutig zu hoch angesetzt.

Mein Fazit

Aktuell würde ich definitiv zur “alten” RX10 greifen*. Wenn der Preis für die RX10 II irgendwann in die Nähe der 1.000 EUR Grenze fällt, kann man immer noch zuschlagen. 4K wird aktuell von den wenigsten Kunden verlangt und die Fotos der “alten” RX10 sind immer noch für die meisten Jobs ausreichend. Dasselbe gilt in abgeschwächter Form übrigens auch für die RX100 IV. Ich habe immer noch die Ur-RX100 (I) und würde allenfalls wegen des optischen Suchers, der besseren Optik und des schwenkbaren Displays auf die RX100 III upgraden. Die RX100 IV finde ich mit 1.150 EUR zwar ebenfalls zu teuer angesetzt, sie ist aber für mich die interessantere Kamera von beiden. Sie hat dieselben Features der RX10 II (abgesehen von der zoomschwächeren, dafür aber lichstärkeren Optik), ist aber nach wie vor handlich! Wir werden sehen, wie der Markt die Preise reguliert.

Alternativen

Panasonic bietet mit der FZ1000* eine gute Alternative zur RX10 an. Sie hat ebenfalls einen 1″ Sensor, filmt aber bereits mit 4K, hat einen größeren Brennweitebereich und ist ca. 50% günstiger als die RX10 II. Allerdings hat die Panasonic den schlechteren Video-Codec.

Mit der LX100* bietet ebenfalls Panasonic eine interessante Alternative zur RX100. Sie hat einen MFT (Micro Four Thirds) Sensor, der also größer als der 1″ Sensor der RX-Serie ist und filmt ebenfalls in 4K. Die Größe ist hingegen nicht mehr hosentaschentauglich wie die RX100. Optisch hingegen gefällt sie mir (vor allem in silber) deutlich besser als die RX100! Das Bedienkonzept mit eigenen Elementen für Verschlusszeit, Blende und Belichtungskorrektur gefällt mir sehr gut! In diesem Fall würde ich aber vermutlich überlegen, ob ich nicht den Aufpreis zur RX100 IV zahlen würde, wenn diese unter die 1.000 EUR Marke fällt.

Mich interessiert Eure Meinung zu den neuen RX-Kameras von Sony und deren Alternativen!

Links:

Mein Testbericht zur RX10

Mein Testbericht zur RX100

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