photokina 2014

DIE Messe für Fotografen wollte ich mir dieses Jahr nicht entgehen lassen. Zunächst war der Besuch der photokina 2014 mit Jörn geplant aber es kam (wie sagt Jörn so gerne?) aus betriebstechnischen Gründen anders. So habe ich mich alleine nur mit meiner Sony RX10 bewaffnet über die Messe treiben lassen. Meine Eindrücke habe ich in Form eines kleinen Films und einiger Zeilen festgehalten. Fotos? Nur ein paar. Warum? Lest weiter.

Hier aber zunächst mein Film mit Eindrücken zur photokina:

Schon am Anfang war ich verwundert, dass ein Riesenplakat von Blackmagicdesign über dem Eingang hing. Gefolgt von Werbung für Flugdrohnen*, GoPro* Kameras, deren zahlreicher Klone sowie sonstigen Dingen für Filmer. Zwar war eigentlich nur eine Halle für „Movies“ gedacht aber das Thema Film war omnipräsent auf der photokina. Oder lag es an meiner selektiven Wahrnehmung? Jedenfalls kann ich sagen, dass ich von den Hallen 1,2,3,4,5,6 und 9 in umgekehrter Reihenfolge nur 9,6,5 und 4 gesehen und mich dort hauptsächlich auf das Thema „Film“ konzentriert habe. Meine persönlichen Highlights waren daher auch die Vorträge von Nino Leitner und James Tonkin zu Themen rund um das Filmen. In Sachen Fotos war es ein Vortrag von Pavel Kaplun zum Thema „schärfen“ in Lightroom bzw. Photoshop.

Auf der Sony-Bühne ging es ebenfalls um das Filmen. Und zwar nicht mit einer der klassischen Sony Filmkameras, sondern der Sony A7s*. Dessen Low-Light Fähigkeiten konnte ich gegen Ende selber testen. Es ist unglaublich, dass man selbst in fast komplett dunklen Räumen mit der Kamera filmen und sogar sehr schnell fokussieren kann. Wahnsinnige 400.600 ISO kann man einstellen. Die sind natürlich nicht mehr rauschfrei (wer hätte das gedacht) aber man kann dennoch ISO Werte nutzen, von denen andere Kameras nur träumen. Es ist DIE lichtstärkste Kamera aktuell und eine der wenigen Kameras, die mich auf der Messe wirklich interessiert hat. Und dafür hätte ich nicht auf die Messe fahren müssen, denn eine Messeneuheit war die A7S ja nun nicht.

Eine echte Neuheit war natürlich die Lytro ILLUM Lichtfeldkamera. Eine freie Kamera war aber nicht zu ergattern. Und lange anstehen wollte ich nicht, da mich zwar die Technik, nicht aber die Kamera selber fasziniert.

Und Neuigkeiten von Canon und Nikon? Mir ist tatsächlich gegen Ende aufgefallen, dass ich noch nicht einmal deren Stände besucht habe 🙂 Und ich habe es nicht vermisst! Meine Canon reicht mir nach wie vor für Studio-Einsätze. Und für unterwegs und spontane Einsätze habe ich die Sony RX10* lieben gelernt. Mit ihr sind auch das Messevideo und die paar Fotos entstanden. Das sie mittlerweile 160 EUR günstiger ist, war zu erwarten aber ich bereue keinen Tag, sie gekauft zu haben. Zumal sie mit dem Firmware Update einiges an Features mehr bekommt. Das Update, welches endlich einen besseren Video-Codec liefert (und 120 fps bei 720p) konnte auf dem Riesenstand von Sony leider keiner aufspielen. Da die Software für das Update nur für Windows erhältlich ist, konnte ich dieses auf dem Mac bisher nicht selber durchführen. Das ist auch der Grund, warum das Video oben kein Colorgrading erhalten hat. Bei dem AVCHD Codec „zerbröselt“ es mir sonst. Ich bin gespannt, wie sich der XAVC-S Codec da künftig schlagen wird. Hier geht’s übrigens zu meinem Testbericht zur Sony RX10.

Der Fuji-Stand war es leider so voll, dass ich die X100T nicht persönlich anfassen und testen konnte. Denn das wäre die zweite Kamera gewesen, die mich gereizt hätte. Auch die X100S oder die „Ur“ X100 sind für mich nach wie vor „sexy“. Generell haben Sony und Fuji für mich in den letzten Jahren mehr echte Highlights auf den Markt gebracht als Nikon oder Canon. Letztere haben zwar nach wie vor die „Arbeitstiere“ unter den Kameras aber echte Hingucker mit „Wow“ Effekt haben beide Firmen in meinen Augen in den letzten Jahren nicht gebracht.

Unterbrochen wurde mein Messetag von einer kleinen Pause im Freigelände, wo die obligatorische Greifvogelschau stattfand. Die BBQ Station war voller als der Fuji-Stand, so dass ich mich für eine überteuerte Bockwurst mit noch überteuerterem Wasser in einer der Snack-Stände in der Halle entschied.

Ein recht interessantes Produkt zur Betrachtung von Bildern auf dem iPhone, iPad, iMac oder gar TV habe ich am Stand von dioVision gesehen und für das iPhone auch mitgenommen. Durch das aufsetzen einer gewölbten Folie oder (bei den größeren Modellen einer Plexiglasscheibe) entsteht ein recht räumlicher Eindruck des Bildes. Das funktioniert recht gut, lässt sich aber hier naturgemäß nicht zeigen. Der Nachteil bei iPad und iPhone: Man kann das Display nicht mehr bedienen. Für Diashows oder die Leute, die ihr iPad als Fotorahmen nutzen, ist es dennoch witzig. Für den Fernseher oder iMac wäre es mir zu teuer aber der Entwickler arbeitet bereits an einer kostengünstigeren Lösung.

Die photokina selber fand ich trotz der Kennzeichnung der Hallen wie auch zwei Jahre zuvor recht unübersichtlich. Vorträge waren zwar in einer kleinen Messebroschüre aufgelistet aber ich rannte doch trotz Planung immer wieder in die falsche Ecke der Halle. Das ging aber scheinbar nicht nur mir so, denn zu „Stosszeiten“ hetzten einem mit Tüten bepackte Besucher entgegen, scheinbar auch auf der Suche nach dem nächsten Vortrag und der richtigen Ecke.

Produktfragen kann man im Zweifel besser im Fotofachhandel loswerden (oder in Foren nachlesen). Hier hat sich auch Sony leider nicht mit Ruhm bekleckert, wobei wirklich alle total bemüht und nett waren!

Mein Fazit: Im Prinzip ist es das Flair einer solchen Messe und die Vorträge die mich immer wieder reizen, mir diese Strapaze anzutun. Denn es gibt eigentlich nichts anstrengenderes, als den ganzen Tag auf einer Messe rumzulaufen. Was man in der Zeit gemütlich an Tutorial Videos oder Produktpräsentationen zu Hause mit einer Tasse Kaffee geniessen könnte, hätte mehr Informationsgehalt, als in 8 Stunden Messe effektiv hängen bleibt 🙂 Aber live die Vorträge der Leute aus der Branche zu hören und anschliessend persönlich befragen zu können, ist dann halt doch was anderes.

Produkte habe ich keine fotografiert, sondern ein paar der Models dort. Damit ich wenigstens ein paar Fotos zeigen kann 😉

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5 Comments

  1. Jörn
    24. September 2014

    Hey Markus,

    danke für deinen Messerundgang! Was du über Sony und Fujifilm schreibst, kann ich auch unterschreiben. Beide Firmen haben viele interessante Produkte veröffentlicht – nicht erst zur Messe. Für mich hat (logisch) die Canon EOS 6D durchaus den von dir vermissten WOW-Effekt. Das einfach deshalb, weil sie für ihre Klasse sehr günstig ist und sie zudem WLAN und GPS mitbringt. Ich bin übrigens froh, dass Canon in Köln keine EOS 6D MK2 vorgestellt hat!

    Noch kurz zurück zu Sony: wie findest du die A7x-Gehäuse? Ich mag die irgendwie nicht (aber durchaus die Technik und den Preis).

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    1. Markus
      25. September 2014

      Die A7 Gehäuse kommen bei weitem nicht an das „Haben-wollen“ Gefühl der X100-Serie heran. Aber ich mag im Gegensatz zu Dir diese recht kleinen Gehäuse dennoch. Unauffälliges Filmen oder Fotografieren ist damit sehr gut möglich. Und dank der neuen Zeiss-Loxia-Linie gibt es sehr gute aber mit 850 und 1.150 EUR natürlich nicht supergünstige Objektive. Sie bieten ausschließlich manuellen Fokus, eignen sich aber mit einem Weg von 180 Grad ideal zum kreativen Filmen und manuellen ziehen des Fokus. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich irgendwann eher zu diesem System als zu Canon Vollformat wechsel (obwohl ich da schon 2 gute Festbrennweiten hätte).

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      1. Jörn
        25. September 2014

        Hallo Markus,

        ja, das mit dem „Haben-wollen-Gefühl“ hatte ich bei der Sony A7x-Serie nicht wirklich. Ich weiß, dass diese Kameras ziemlich gut sind, aber mein Ding sind die nicht. Vermutlich bringt Sony irgendwann die entsprechenden Nachfolger heraus. Mal schauen, wie die sich anfühlen. Wobei ich mir im Gegensatz zu dir gerade nicht vorstellen kann, von Canon zu Sony zu gehen. 😉

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  2. Marc
    22. Juni 2017

    Die Fotos überzeugen! Suche gerade nach Bildern mit der Sony RX10, da ich sie von einem Kollegen abkaufen möchte samt großem Zubehörpaket.

    LG aus Bergisch Gladbach

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    1. Markus
      24. Juni 2017

      Hallo Marc, danke für das Feedback! Ich habe ja nach einem Ausflug zu anderen Kameras mittlerweile die RX10MK2 und bin mehr als zufrieden mit ihr. Aktuelle Fotos und auch Videos der Kamera finden sich in meinen Kroatien-Artikeln 😉 Hoffe, Du bekommst die RX10 für einen guten Kurs. Wenn es Dir um Fotos geht, reicht die RX10MK1, bei Video würde ich definitiv den Aufpreis zur RX10MK2 in Kauf nehmen. Wie auch immer Du Dich entscheidest: Wenn es nicht super kompakt sein muss ist die RX10 Serie ein genialer Kompromiss aus Bildqualität, Flexibilität und Gewicht. Viele Grüße aus Kaarst, Markus

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