Meinung: Amazon Music Unlimited

Streaming Dienste wie Amazon Music betrachte ich als Musiker mit gemischten Gefühlen. Ein Herz in meiner Brust schlägt als Konsument und eines als Musiker.

Es gibt mehrere Gründe, warum ich nur noch sehr wenige physikalische Alben in Form von CDs in meiner Sammlung habe. Zum einen ist es der Platz, den sie weggenommen haben. Mehrere Türme voll mit CDs brauchen mehrere Regale. Das alles wurde mir zu viel. Dazu kommt, dass diese CDs nicht wirklich da sind, wenn man sie mal braucht.

Man ist im Proberaum zum raushören: Die CD liegt zu Hause. Man fährt Auto und hat Lust auf eine bestimmte CD: Die CD liegt zu Hause. Man ist im Urlaub und möchte am Strand oder in den Bergen die passende Musik hören: CD liegt … ihr ahnt es schon! Also habe ich meine Sammlung mittlerweile über iTunes Match in der Cloud immer und überall verfügbar.

Was aber ist mit neuer Musik? Die kaufe ich bisher immer als Album im iTunes Store und habe sie somit auch überall verfügbar. Oder ich kaufe sie, wie neulich im Fall Nigel Stanford, direkt im Web beim Künstler und lade sie anschließend in mein iTunes Match.

Nun gibt es aber den Fall, dass ich Musik zwar zwischendurch mal hören aber nicht unbedingt das Album oder den Song kaufen möchte. Und hier habe ich bisher als Prime Kunde von Amazon Music profitiert. Da sind ca. 2 Millionen Songs verfügbar, wenn man Prime Kunde ist. Es fehlten aber immer wieder mal ein paar, wenn man bewusst einen Song sucht. So passiert bei Songs, die ich für einen Gig im Dezember benötige. Klar kann man die jetzt bei YouTube hören. Aber da ist die Qualität manchmal so mies, dass ich nicht alle Nuancen vernünftig raushören kann. Daher habe ich mich für ein Testabo von Amazon Music Unlimited entschieden und nutze es seit 2 Wochen. Die ersten 30 Tage sind kostenlos und danach gibt es mehrere Abo-Varianten.

Die Musikauswahl ist deutlich größer mit 40 Millionen Songs! Und das merkt man. Es gab bisher nur einen Song, den ich nicht dort gefunden habe.

Hier die offiziellen Infos zu diesem Dienst von Amazon:

Was ist Amazon Music Unlimited?

Amazon Music Unlimited ist ein Musik-Streaming-Service, der immer die passende Musik für jede Stimmung und jeden Augenblick bietet:

  • Riesige Auswahl von mehr als 40 Millionen Songs
  • Alle Spiele der Bundesliga, der 2. Bundesliga und des DFB-Pokals live
  • Persönliche Empfehlungen für Neuerscheinungen, Künstler, Playlists und Radiosender
  • Jederzeit auch offline verfügbar mit der App für Smartphone und Tablets
  • Unbegrenzt und ohne Werbung

Kunden können aus den individuell passenden Mitgliedschaften wählen:

  • Standard für Non-Prime Mitglieder: 9,99 EUR/Monat
  • Prime-Mitglieder: 7,99 EUR/Monat oder 79 EUR/Jahr
  • Studenten: 4,99 €/Monat
  • Für Familien bis zu 6 Personen: 14,99 EUR/Monat oder 149 EUR/Jahr
  • Limitiert auf ein Echo Gerät: 3,99 EUR/Monat

Was unterscheidet Amazon Music Unlimited von anderen Anbietern?

  • Amazon Music Unlimited kann sprachgesteuert über Alexa (via Echo und Echo Dot) abgerufen werden. Die Alexa-Sprachbefehle werden dabei kontinuierlich erweitert, sorgen für noch mehr Spaß beim Musik hören und umfassen aktuell bereits folgende Funktionen:- Erkennen von Textpassagen: „Alexa, spiele das Lied mit dem Text …“
    – Neuerscheinungen: „Alexa, spiele die neue Single von Adel Tawil“.
    – Popularität: „Alexa, spiele die beliebtesten Songs von Katy Perry“.
    – Stimmung: „Alexa, spiele Musik, die gute Laune macht“ oder „Alexa, spiele ruhige Kindermusik“.
    – Tempo: „Alexa, spiele langsame Jazzmusik“
    – Chronologie: „Alexa, spiele Robbie Williams aus den 90ern“ oder „Alexa, spiele Rock aus den 80ern“.
  • Audioübertragungen der Bundesliga: ab der Saison 2017/2018 alle 617 Spiele der 1. und 2. Bundesliga, sowie der Supercup und die Relegationsspiele live übertragen
  • Exklusive Eigenproduktionen, wie z.B. die beliebten Amazon Original Hörspiele für Kinder
  • Songtext-Feature: Songtexte können für ausgewählte Songs synchron zum Song eingeblendet werden
  • Attraktive Angebote für Prime Mitglieder: nur 7,99 EUR/Monat oder 79 EUR/Jahr

Meine Meinung als Musiker

Was man sich bei der Nutzung solcher Streaming Dienste immer bewusst machen sollte: Die Künstler haben davon finanziell kaum etwas. Die Tantiemen beim streamen der Songs sind lächerlich! Nach wie vor. Ich kenne die Verträge von Amazon Music mit den Künstlern nicht aber es wird in jedem Fall mehr beim Künstler hängen bleiben, wenn ihr die Songs wirklich kauft.

Daher meine große Bitte (und so handhabe ich es nach wie vor): Wenn Euch ein Album gefällt, kauft es bitte als CD oder als Download! Um reinzuhören bzw. es auch mal komplett durchzuhören, eignet sich ein Streaming Dienst allerdings schon sehr gut. Ich werde Amazon Music Unlimited* jedenfalls auch nach den 30 Tagen kostenpflichtig für ein Jahr (das war die günstigste Variante) abonnieren.


Werbung:

Seit heute gibt es übrigens ein absolut günstiges Angebot für Amazon Kunden

3 Monate Amazon Music Unlimited für einmalig 0,99 EUR.


Mit (*) gekennzeichnete Links sind Affiliate/Werbe-Links. Ein Kauf kostet keinen Cent mehr, unterstützt aber meine Arbeit an dem Blog, da ich im Falle eines Kaufs eine Provision erhalte. Mehr Infos dazu auch hier.

12 Comments

  1. Jürgen Drogies
    16. November 2017

    Ich sehe das genauso, wie du es beschrieben hast, habe mich allerdings für Apple Music entschieden. Ich habe viele alte Sachen sogar noch auf Vinyl-LPs. Wenn ich etwas davon hören will, streame ich es. Egal wo, egal auf welchem Gerät.
    Viele Grüße,
    Jürgen

    Antworten
    1. Markus
      16. November 2017

      Du streamst Vinyl-LPs? 😉
      Ich habe ein paar meiner alten Vinyl-Scheiben irgendwann im iTunes Store nachträglich gekauft. Streaming gab es damals noch nicht. Selber digitalisieren war mir zu aufwendig und die Qualität wäre schlechter gewesen. Auch wenn ich kurz über die Anschaffung eines vernünftigen Plattenspielers und die Nachbearbeitung nachgedacht habe. Mein alter Plattenspieler ist mir leider aus dem Regal gefallen. Vielmehr mit dem gesamten Regal auf den Steinboden. Noch ein Vorteil digitaler Alben: Die können nicht kaputt gehen und man muss sie nicht abstauben. Bis auf die Schätzchen, die ich behalten habe, weil ich mitgewirkt habe oder ein Autogramm des Künstlers drauf ist o. ä. Das bekomme ich digital nicht hin 😉
      Viele Grüße, Markus

      Antworten
  2. Ulf
    16. November 2017

    Hallo Markus,
    hm, wer kauft schon Alben als Download, wenn man ein Music-Abo hat? Ich finde es auch unverschämt, wie Künstler bei Spotify & Co. bezahlt werden. Bei Apple Music bekommen sie angeblich etwas mehr – aber auch das sind sicher zu kleine Beträge.
    Meine Lösung ist: Ich nutze ab und zu mal Deezer in der kostenlosen Variante, um eine Album ein oder zweimal Probe zu hören (die Werbung alle 3 Songs kann man aushalten). Wenn es mir gefällt, wird es gekauft (in iTunes), wenn nicht, dann höre ich es sowieso nicht mehr an …
    Aber nur Abo, das will ich nicht. Irgendwann wird sich die Abosache – vielleicht erst in 10 Jahren totlaufen, und was habe ich dann an Musik aus den 10 Jahren? Nichts … Das muss echt nicht sein.
    Was ich mich nach deinem Artikel aber frage: Warum nimmst du nicht Apple Music, wenn bekannt ist, dass Apple die Künstler besser bezahlt?
    Viele Grüße, Ulf

    Antworten
    1. Markus
      16. November 2017

      Hallo Ulf,
      ICH kaufe Alben obwohl ich ein Musik-Abo habe 🙂 Zum einen um den Künstler zu unterstützen und weil ich das Album dann auch noch habe, wenn mein Abo endet. Apple Music ist mir einfach zu teurer. Amazon Music Unlimited kostet mich im Jahresabo 40 EUR weniger als Apple Music. Davon kann ich mir schon knapp 4 Alben kaufen und unterstütze damit die Künstler (hoffentlich) mehr als die paar Cent, die sie vielleicht bei Apple mehr erhalten. Und Amazon Music nutze ich hauptsächlich temporär. Deine Lösung mit Deezer ist – vorausgesetzt das Angebot ist in der kostenlosen Version auch groß genug – natürlich eine Alternative. Aber fließen da trotz der kostenlosen Version ein paar Cents an die Künstler der gestreamten Songs?
      Viele Grüße, Markus

      Antworten
      1. Ulf
        16. November 2017

        Ich gehe davon aus, dass in der kostenlosen Deezer-Variante auch Cent-Bruchteile (mehr ist es ja nicht) an die Künstler fließen.
        Und ansonsten ist es ja auch alles gut, wie du es machst. Mir war nicht klar, dass Amazon Unlimited noch mal deutlich günstiger ist. Aber stimmt das? Kostet das für Prime-User nicht 7,99 Euro? Und Apple Music 9,99 Euro? Und es gibt zwar auch das Jahresabo für beide – aber da ist der Preisunterschied meines Wissens auch nur 20 Euro …

        Antworten
        1. Markus
          16. November 2017

          Ich habe jetzt das Amazon Jahres Abo für 79 EUR p.a. zugrunde gelegt und mit Apples 9,99€ p.M. verglichen. Ich wusste aber bis jetzt auch gar nicht, dass Apple auch ein Jahres Abo anbietet … Kein Wunder, ich lese gerade im Netz „Das Jahresabo ist nur versteckt über die Abo-Einstellungen von Apple Music abzurufen“. Dann sind es nur noch 20 EUR Differenz! Danke für den Hinweis 🙂

          Antworten
  3. juergen
    16. November 2017

    Ich habe mir überlegt, was ich machen werde, wenn die Abo-Sache mal aus der Mode kommen sollte, oder unverschämt teuer wird. Dann werde ich die Alben, die mir wichtig sind, als Download kaufen. Mehr als 3 oder 4 im Jahr sind es für mich nicht, was die aktuelle Musik betrifft. Einzelne Single-Hits habe ich mir oft nach einiger Zeit übergehört, oder man kann sie einzeln kaufen, wenn es nötig würde. Die Entscheidung zum Streaming hat bei mir lange gedauert, vor etwa 2 Jahren habe ich sogar einen kritischen Artikel darüber geschrieben. 😉

    Antworten
    1. Ulf
      18. November 2017

      Das klingt eigentlich ganz vernünftig, Jürgen. Im Moment ist es aber so, dass ich wohl nur 40 bis 60 Euro für Musik im Jahr ausgebe – von daher rechnet sich das nicht. Aber vielleicht unterschätze ich meine Ausgaben auch. Müsste ich mal überprüfen.

      Antworten
  4. juergen
    18. November 2017

    Vor einigen Tagen habe ich in unserer Bremer Tageszeitung Weser-Kurier einen interessanten Artikel über Spotify gelesen. Dort wird das Hörer-Verhalten ausgewertet; die Ergebnisse sind sicher auf dien anderen Streaming-Dienste übertragbar. Ein großer Teil der Hörer verwendet vorgefertigte Playlisten. Eine hohe Anzahl der Titel wird nach wenigen Sekunden weiter geskippt. Übrigens bekommt der Künstler erst Geld, wenn der Titel mindestens 30 Sek. lang abgespielt wird. Darauf soll sich die Musikproduktion schon eingestellt haben, indem die Intros sehr gekürzt wurden. Außerdem wird der Tod der Alben vorhergesagt.

    Mein Hörverhalten ist völlig anders. Das neue Album von Pink (ja, die mag ich ;-)) habe ich schon mehrmals gehört, in andere Neuerscheinungen kurz reingehört, aber fast immer vollständige Titel. Eine eigene Playlist habe ich auch, aber ich habe noch nie eine der angebotenen Playlists abgerufen. Ich hoffe die Alben werden überleben!

    Antworten
    1. Markus
      19. November 2017

      Hallo Jürgen und Danke für den Hinweis auf den Artikel. Das nun schon die Intros gekürzt werden, damit der Hörer mindestens 30 Sekunden beim Song verweilt, ist schon eine echt traurige Entwicklung. Bisher (oder muss ich früher sagen?) war es schon die „3:30 Airplay-Tauglichkeit“, die monumentalere Songs nur den Hörern abseits des Mainstreams vorenthielt. Alben sind und bleiben hoffentlich (wenn sie gut gemacht sind) etwas besonderes. Den Markt dafür gibt es sicherlich immer noch und wird es auch geben. Es kann nur sein, dass er nur von „Dinosauriern“ nachgefragt wird und somit nicht rentabel genug für die Labels ist. Deiner Hoffnung kann ich mich nur anschließen. Und ja: Pink mag ich auch 🙂

      Antworten
  5. Heiko
    28. November 2017

    Hallo Marcus,
    Aus den von Dir genannten Gründen sehe ich Streaming-Dienste ebenfalls kritisch, denn die Künstler verdienen nur Centbeträge.
    Deshalb habe ich mich auch lange gegen ein Abo gewehrt, bin aber schließlich doch schwach geworden.
    Einen Vorteil haben Streaminddienste für mich: man entdeckt sehr viele neue Künstler, die man sich vielleicht vorher gar nicht angehört hätte.
    Gedanken in der Art „Was mache ich in 10 oder 20 Jahren, wenn es den Streamingdienst nicht mehr gibt“ mache ich mir nicht, weder Vinyl noch Tapes oder CDs sind als Datenträger für die Ewigkeit, Unding einigen Jahren muss man vielleicht auch in den Tiefen des Webs nach einem MP3-Codec suchen.
    Ich sehe die Kosten für ein Abo eher als meinen persönlichen Rundfunkbeitrag, den ich freiwillig entrichte.

    Antworten
    1. Markus
      28. November 2017

      Der Gedanke mit dem Rundfunkbeitrag hat natürlich was. Aber dennoch verhindert es mit Sicherheit bei vielen den Kauf eines Albums. Aber so ist das mit den Dingen: alles verändert sich. Und vielleicht ist die Streamingzeit irgendwann auch wieder vorbei. Wie hoffentlich das GEZ Pflichtabo. Aber das ist ein anderes Thema.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.