MacBook White – das bessere MacBook?

Zugegeben: Ein wenig provokativ ist die Überschrift. Die Antwort kann ich auch nur für mich geben. Und da lautet sie “Ja”. Der Grund liegt für mich in einer kleinen aber entscheidenden Schnittstelle: Firewire.

Wer diese nicht benötigt, für den stellt sich die Frage vermutlich nicht, ausser er muss auf’s Geld achten. Und auch hier wird für manchen mit Sicherheit das kleine Weiße eine gute Wahl sein.

Aber fangen wir von vorne mit einer weiteren Frage an: Was haben ein MacBook und ein Roland Keyboard gemeinsam?

Nun: Alles fing damit an, dass Tanz in den Mai bevorstand. Für die letzte Probe vor dem Gig habe ich mein Roland Keyboard inklusive Case die Treppe herunter getragen. Naja, zumindest fast, denn die letzten 5 Treppenstufen ist es gefallen. Das Ding wiegt mit Case ca. 30 Kilo und die sind mir in einem Schwächeanfall aus der Hand gerutscht. Es rutscht also über die Fliesen in Richtung Wand und wird dort sanft von meinem Notbookcase gestoppt. Tja, leider war das Notebook auch darin und anschließend hatte das Display einen “interessanten” Look. Sprich: Es war zersplittert! So richtig traurig war ich darüber nicht, schließlich war es “nur” ein Windows Gerät (und schon 5 Jahre alt) und meine Wand hat keine Beschädigung davon getragen 😉 Als Trotzreaktion habe ich am selben Abend noch im Refurbished Store Ausschau nach einem MacBook gehalten. Das fehlte mir noch in meiner “Sammlung” und der bevorstehende Holland-Urlaub, von welchem ich diese Zeilen an meinem neuen MacBook tippe, war ideal für einen Praxistest.

Die technischen Features sind durch ein kleines, fast unbemerktes Update des weißen MacBook’s fast identisch mit dem Unibody MacBook. Lediglich der RAM hört beim Unibody auf den Namen “DDR3” und ist daher schneller getaktet, was sich auch in der Performance der darauf zugreifenden 9400er Grafikkarte bemerkbar macht. Der Prozessor und der Frontsidebus sind gleich schnell (in Bezug auf das “kleine” Unibody). Aber die Daten kann jeder auf der Apple-Homepage nachlesen. Damit will ich nicht langweilen. Ich berichte direkt aus der Praxis. Und da, soviel sei verraten, hat mich das kleine Weiße mehrmals überrascht!

Meine Wahl ist also auf ein Refurbished MacBook white gefallen. Es war im Apple Store für 829 EUR erhältlich. Ein paar Tage später war es schließlich da. Das ging wieder mal flott und das Tracking hat bei mir einwandfrei funktioniert. Hier ein paar Fotos der obligatorischen Auspackzeremonie:

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Das MacBook (nicht lachen) riecht richtig gut. Sprich: Fabrikneu, obwohl es gebraucht ist. Ich konnte lediglich ein paar kleine Kratzer am Netzteil feststellen, sonst keinerlei äußeren Fehler.

Am nächsten Tag habe ich mir bei Conrad ein paar Upgrades gegönnt. 4 GB Speicher von Kingston für 49 EUR. Hier war ich froh, dass ich “nur” DDR2 Speicher benötige. Der ist momentan wirklich supergünstig. Dann für ebenfalls nur 49 EUR noch eine 250 GB Festplatte mit 7.200 Umdrehungen gekauft und ab nach Hause. Die Festplatte ist von Samsung. Lieber hätte ich eine von Western Digital oder Hitachi gehabt, da ich gelesen habe, dass es Probleme mit Samsung und Mac geben soll. Das kann ich aber bisher nicht bestätigen! Alles läuft wie es soll. Für den Tausch benötigt man eine Münze, einen Torx- sowie einen kleinen Kreutzschlitzschrauber. Das eigentliche Aufrüsten hat keine 10 Minuten gedauert. Die alte 120 GB Hitachi Platte habe ich in ein externes Gehäuse (18 EUR bei Gravis) gebaut. Lediglich die 2 GB DDR2 RAM (667 Mhz) liegen jetzt bei mir rum. Hat jemand Verwendung? Könnte sie günstig abgeben 😉

Die neue HD muss man auf jeden Fall mit dem Festplattendienstprogramm formatieren, bevor man Mac OSX installiert (Gruß an Jörn *g*). Nach der Installation schnell in den System-Profiler geschaut: Alles klar!

Die darauf folgende Installation von Logic Studio hat “etwas” länger gedauert. Bis halb zwei Nachts war ich beschäftigt. Insgesamt gut 2,5 Stunden für über 40 GB Content. Aber ich wollte unbedingt Mainstage testen. Dazu demnächst mehr bei www.musicianslife.de

Wozu braucht man ein Notebook im Urlaub? Tja, bei schlechtem Wetter, um Musik zu machen, seine Fotos und Videos direkt vor Ort zu bearbeiten und um zu surfen, wenn man es im Meer nicht kann.

Ich habe das MacBook jetzt bereits mehrere Tage im Einsatz und bin hellauf begeistert. Ich hatte mir extra das MacBook white wegen der Firewire Schnittstelle gekauft, da ich meine Videokamera und meine externe Audiokarte (FA-66) darüber anschliessen möchte. Nun: Beides habe ich zu Hause vergessen! 🙁 Mein erster Gedanke war: Toll, das mit latenzfreien Einspielen von Spuren in Logic oder das testen von Mainstage kannst Du vergessen! Von wegen: Die internen Treiber des MacBook’s erlauben eine Puffergröße von nur 128 Samples! Damit lässt sich wunderbar live spielen. Zumindest für diesen (Test-)Fall brauchte ich mein Audio-Interface gar nicht! Beim PC auch trotz Asio4All undenkbar und nicht zu vergleichen!

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Als Videokamera musste meine kleine Samsung L200 herhalten, die leider ein nicht direkt von iPhoto (bzw. Quick Time) lesbares Format im AVI Container aufnimmt. Die Videos habe ich mit MPEG Streamclip in MPEG4 umgewandelt und jetzt erscheinen sie auch direkt in iMovie als iPhoto-Videos. Ein wenig umständlich aber das liegt an der Samsung und nicht am MacBook.

Ich habe direkt mit dem neuen iMovie’09 gearbeitet und muss sagen: Für mich ist es der perfekte Kompromiss aus iMovie HD und iMovie’08. Es ist immer noch supereinfach zu bedienen, hat zwar keine Timeline aber dafür endlich Möglichkeiten zum Zeitraffer, Zeitlupe, Reverse-Video und einige Videoeffekte. Genial für einen schnellen Film sind auch die neuen Themen. Ich hoffe, es folgen noch ein paar, da 6 Themen schnell ausgelutscht sind. Aber für den Holland Urlaub werde ich mir Zeit sparen und eines der Themen verwenden!

So, nun geht der Urlaub bald zu Ende und ich konnte mich zwischendurch immer wieder mal mit dem MacBook beschäftigen. Mein Fazit: Ein geiles Teil. Nachteile: Keine perfekte Verarbeitung wie beim Unibody (aber immer noch um Längen besser als meine bisherigen PC-Notebooks!), kein DDR3 Speicher (dafür aber günstiger im Aufrüsten). Vorteile: Günstiger Preis, fast identische Performance wie das Unibody (im Netz ist auch die Rede von einer längeren Akkulaufzeit), FIREWIRE! Die Preformance ist übrigens ausreichend um bespielsweise die Logic Studio Demos mit bis zu über 60 Audiospuren ohne Aussetzer abzuspielen. Ich vermute mal, dass ich selbst für den Live Einsatz auf der Bühne mit dem MacBook hinkomme.

Der Urlaubsfilm ist übrigens direkt vor Ort mit iMovie’09 zu 90% fertig geworden. Zu Hause, wo ich die letzten Zeilen jetzt tippe, habe ich den Rest schnell erledigt. Das Rendern dauert natürlich etwas länger als bei meinem 3,06 GhZ iMac aber ein flüssiges Arbeiten war bei iMovie kein Problem.

Eines habe ich übrigens noch gemacht: Windows XP über Bootcamp installiert. Ich benötige es zum einen für meine Steuererklärungen, und zum anderen zum gelegentlichen Zocken von Titeln, die es für Mac noch nicht gibt. Ausprobiert habe ich “Flatout 2” sowie “GTA-San Andreas”. Beide Games laufen auf der 9400er Onboard Karte selbst mit DDR2 Speicher ohne Probleme, wenn man es mit Anti-Aliasing nicht übertreibt.

Um auf den Anfang zurück zu kommen: Mein MacBook wird von einem Crumpler-Hardcase vor weiteren Keyboard-Angriffen geschützt 😉

Für mich sind das MacBook (sowie das Case) eine klare Kaufempfehlung!

10 Comments

  1. Michael
    19. Mai 2009

    Hey danke für den Bericht! Da kommt man direkt ins grübeln ob einem nicht doch das “kleine weiße” genügt, statt des doch etwas teureren Alu-Books.

    Michael

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  2. heiko
    19. Mai 2009

    Hi Markus,

    ich hatte mit dem weißen MacBook mal einen völligst sinnfreien Performance-Test unter Logic 8 gemacht.
    Mein Ergebnis war auch, dass ich mehr EXS24 und Space Designer aufziehen konnte, wie ich jemals wirklich brauchen werde.
    Einzig mit dem 15″-Screen meines MBP lässt sich doch unter Logic angenehmer schaffen wie auf dem kleinen MacBook.

    Grüße,

    Heiko

    Antworten
  3. Martin
    19. Mai 2009

    Bin nach wie vor ein Fan dieser Macbooks.
    Jedesmal wenn ich eines dieser neuen aus Aluminium anfassen will, elektrisiere ich mich erstmal. Darauf kann ich verzichten.

    Antworten
  4. Jörn
    19. Mai 2009

    “Die neue HD muss man auf jeden Fall mit dem Festplattendienstprogramm formatieren, bevor man Mac OSX installiert (Gruß an Jörn *g*).”

    Har, har, har … 😀

    Schöner Bericht! 😉

    Jörn

    Antworten
  5. Sascha
    19. Mai 2009

    Schade, dass sie nicht das Schwarze behalten haben.
    Ich denke über eine Petition nach!

    Antworten
  6. metaphor
    6. Juni 2009

    hi!

    bin zufällig auf diesen threat gestoßen. plane mir auch macbook zuzulegen, nur weiß ich eben noch nicht ob macbook white oder 13″ alu.

    der knackpunkt ist bei mir unter anderem auch: FIREWIRE.

    ich finde apple hat es mit seiner “weniger ist mehr philosophie” beim neuen macbook (zumindest beim 13″) dezent übertrieben ;)!!!

    ich mache eben auch am rechner musik (reason, cubase) und wenn ich auf den mac umsteige bräuchte ich eben ein audio-interface, wo firewire wohl nach wie vor die bessere wahl ist, statt ein usb-2.0-interface, oder?

    vo preisunterschied der beiden books mal abgesehen: kann jemand von euch die extreme anfälligkeit dr oberfläche des weißen macbooks bestätigen, da hört und ließt man ja doch einige “horrorgeschichten” (kratzer, haarrisse, ausplatzer, verfärbungen etc.).

    wäre net wenn ihr mir einige gedankenanstöße liefern könntet.

    Antworten
  7. markus
    6. Juni 2009

    Hallo Metaphor,

    empfindlich ist die Oberfläche auf jeden Fall. Aber es ist auch ein Gebrauchsgegenstand. Risse jedoch sind nicht akzeptabel. Da habe ich aber auch bisher keine Probleme mit.

    Wenn Du ohnehin ein neues Audiointerface benötigst, kannst Du auch ein USB Interface nutzen. Ich hatte allerdings bereits mein FA-66 (sehr zu empfehlen) und daher keine Lust neben dem Aufpreis für das Unibody auch noch ein neues Interface zu kaufen.

    Ausserdem hat meine DV-Kamera auch eine FW-Schnittstelle. Daher das weiße MacBook.

    Ich kann es immer noch empfehlen und habe heute Abend meinen ersten Live-Gig mit Mainstage. Mal sehen, wie morgen meine Meinung ist

    Gruß

    Markus

    Antworten
  8. metaphor
    6. Juni 2009

    hallo markus,

    erstmal vielen dank für die rasche antwort. gegenwärtig mache ich noch musik auf nem win-xp-rechner und da funktoniert eigentlich alles sehr gut drauf, zumal ich momentan eh nicht so viel mache (beats basteln und mischen).

    habe nen athlon x2 4200+, 2GB DDR2-667 Kingston Value Ram und ne M-Audio Audiophile 2496 drin. Reicht auch vollkommen aus, wie gesagt.

    Gründe für den Mac sind bei mir auch mal einen Rechner zu haben, der nicht nach nem Jahr oder spätestens 2 Jahren “veraltet” ist und der dementsprechende Werterhalt eines Macs. Das Design und die Qualität der Verarbeitung kommt natürlich auch hinzu. Ich meine einen ansatzweise vergleichbaren Laptop bekommt man natürlich auch bei Firmen wie DELL aber ich hab so viele Tests gelesen und Videos angesehen, dass ich mich für deren Produkte nicht vollends begeister kann.

    Bin von Apple begeistert, da ich zum einen Einen ipod touch 2. Gen. mit 16 GB mein Eigen nenne und zum Anderen neulich bei einem Freund vor seinem neuen Alu Macbook Pro saß. HAMMER!!!

    Also, somit wird es definitv ein Mac werden, nur die Qual der Wahl ist noch der Knackpunkt.

    Berichte mal von deinem Live-Gig.

    Danke für die Infos,

    Gruß,

    Inger.

    Antworten
  9. […] nanoPAD ist flach wie eine Flunder und wiegt 330 gr. Zudem hat es ziemlich exakt die Breite meines MacBook’s. Wer es farblich gerne passend hat, kann es passend zum (weißen) MacBook auch in weiß erwerben. […]

    Antworten
  10. […] aber mit Mainstage 2 unterwegs bin, freue ich mich darauf endlich vernünftige Samples an Bord meines MacBooks zu haben. Im Studio kann diesen Sounds auch keine andere Library das Wasser reichen. Daher von mir […]

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