MacBook Pro Retina 2013 SSD Upgrade

Heute ist wieder Basteltag. Während Apple gerade sein neues MacBook Pro 2019 vorgestellt hat, habe ich mir lieber ein gebrauchtes MacBook Pro aus 2013 zugelegt und dieses von der internen 512 GB Apple SSD auf eine 1 TB Samsung EVO 970 SSD (nicht PRO!) aufgerüstet. Ihr könnt das auch und ich zeige Euch jeden Schritt und nenne die Teile, die funktionieren.

Mein Modell

Ich habe für diesen Umbau ein MacBook Pro mit 15″ Retina Display von Ende 2013 genutzt. Es hat die Modellbezeichnung 11,3. A1398 lautet die Modell Nummer und die EMC lautet 2745 (weil es den 2,6 GHz i7 QuadCore besitzt).

Material

Was brauchen wir? Ich habe, nach meinen bisherigen positiven Erfahrungen mit Samsung SSDs, wieder zu einer Samsung gegriffen.

Samsung 970 EVO 1 TB M.2 NVMe*

Achtung: Die neuere 970 Pro soll nicht funktionieren! Das Plus an Leistung lässt sich ohnehin an der Schnittstelle nicht umsetzen. Schon die „normale“ Variante ist doppelt so schnell wie an der Schnittstelle möglich wird. Also reicht die auch von der Performance vollkommen aus.

Da Apple – natürlich – wieder auf eine proprietäre Schnittstelle setzt, kommt man um einen (mein Lieblingswort) ADAPTER nicht herum. Nehmt diesen hier:

Kalea M2 Adapter Karte 12+16 Pin*

Er hat sich mehrfach bewährt auch leistet auch bei mir gute Dienste. Zudem enthält er netterweise direkt die beiden benötigten Werkzeuge.

Für die Neuinstallation des OS (wichtiger Hinweis dazu auch weiter unten!) solltet ihr entweder eine SD Karte oder einen USB Stick mit mindestens 16 GB parat haben und diesen natürlich VOR dem Umbau vorbereiten :-):

SD-Karte von SanDisk mit 16 GB*
USB Stick von SanDisk mit USB 3.0 und 16 GB*

Ein Spudger ist ohnehin immer hilfreich und wird hier benötigt um die Batterie für die OP zu trennen:

Spudger von iFixit im Set mit anderen hilfreichen Tools*

Ich kann Euch direkt beruhigen. So kompliziert wie der Austausch der SSD in einem iMac Mid 2011 ist diese Operation nicht. Das kriegt wirklich jeder hin, der auch einen Toaster bedienen kann :-)

Software – MacOS ab High Sierra dringend benötigt!

Sollte die Recovery in Eurem MacBook Pro noch auf ein OS unter HighSierra aufsetzen (wovon ich bei dem 2013er Modell ausgehe!), empfehle ich dringend die vorherige Erstellung eines bootfähigen Mediums auf einem USB Stick oder einer SD-Karte um High Sierra oder Mojave zu installieren. Eine Anleitung von Apple dazu gibt es übrigens hier. Ohne High Sierra oder höher wird das NVM Express (MVMe) Interface nicht unterstützt!

Ich nutze solche Operationen ohnehin immer für einen „Clean Install“. Dabei sichere ich im Nachhinein die Daten selber zurück und gehe nicht über die Time Machine. Die läuft bei mir wirklich nur für Notfälle mit. Geplante Recoverys mache ich stets händisch um keinen „alten Müll“ aus der alten Installation mit rüberzuziehen.

Schritt für Schritt

Zunächst legen wir den Patienten auf den Bauch und entfernen die Schrauben des Deckels. Die Schrauben legen wir genauso hinter das MacBook wie wir sie auch entfernen. Sie sind nämlich nicht alle gleich lang! Beim Abnehmen des Deckels fangen wir an der Seite an, die dem Klappmechanismus am nächsten ist und verwenden ein wenig Kraft. Der Deckel ist nämlich an zwei Stellen mit Plastikpinnen am Gehäuse gesichert (siehe Foto). Anschließend sollte es so aussehen:

Das war doch gar nicht so schwer oder? Jetzt nur noch die Batterie wieder anschließen (!) und den Deckel zunächst durch leichtes Drücken in der Mitte wieder mit den Plastikpinnen befestigen und erst dann zuschrauben.

Resteverwertung bzw. ein Plädoyer für das MacBook Air 2017!

Die nun übrige 512 GB SSD aus dem MacBook Pro habe ich übrigens in ein MacBook Air 2017 eingebaut. Es gibt trotz der recht betagten Hardware gute Gründe, sich noch das MacBook Air aus 2017 zu kaufen. Das Display ist keiner davon aber ansonsten gibt es in meinen Augen nur Vorteile gegenüber dem aktuelleren MacBook Air. Der Preis ist einer. Man bekommt es für ca. 800 EUR (neu!) mit 128 GB SSD. Dazu hat es noch den guten, alten MagSafe Anschluss, 2 USB 3 Anschlüsse, einen SD-Karten Reader sowie ein Thunderbolt 2 (20Gbp) Anschluss. Das neue Air aus 2018 hat nur 2 Thunderbolt 3 (USB-C) Anschlüsse, wovon einer vom Ladekabel belegt ist. Für den Rest braucht man Adapter.

Hauptvorteil ist aber: Die SSD lässt sich – im Gegensatz zum 2018 MacBook Air – noch tauschen. Im 2018er ist sie verlötet! Pfui, Apple! Würde ich die nun im MacBook Pro verbaute SSD im MacBook Air verbauen, hätten wir für ca. 1.000 EUR ein MacBook Air mit 1 TB SSD Speicher. Günstiger geht es mit der Menge an Speicher nur mit Windows Notebooks oder einem gebrauchten MacBook Pro oder Air :-)

Fazit

Wie ihr gesehen habt, ist ein SSD Upgrade für ein älteres MacBook Pro oder auch ein MacBook Air 2017 ein Kinderspiel. Spart Euch also den teuren Apple Speicher und kauft lieber ein gebrauchtes MacBook Pro und rüstet es auf. Ich bin mir sicher, dass meines noch lange halten wird. Und das hier sind die Werte nach dem Einbau. Nicht so schlecht für ein 2013er Gerät oder? :-)

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6 Comments

  1. Jörn
    23. Mai 2019

    Glückwunsch zum MacBook Pro und der besseren Leistung!

    Antworten
    1. Markus Cremer
      23. Mai 2019

      Danke Dir :-)

      Antworten
  2. Ulf
    25. Mai 2019

    Coole Sache, Markus – gut beschrieben. Ich werde es zwar (zumindest in nächster Zeit) nicht brauchen, aber viele User, die ein bisschen basteln wollen, um ihre MacBook Pro aufzuwerten, werden dir danken.

    Antworten
    1. Markus Cremer
      25. Mai 2019

      Hi Ulf, danke Dir. Ich hoffe auch, ich kann damit einigen Leuten helfen :-)

      Antworten
  3. Morten
    2. Juli 2019

    Danke für deinen Beitrag! Ich habe das 11,1er Modell und das ist in letzter Zeit super lahm geworden und hoffe dass ich mit dem Upgrade wieder ungestört arbeiten kann. Hast du einen Benchmark von vor dem Umbau? Das wäre interessant zu sehen
    Nochmal Danke und viele Grüße

    Morten

    Antworten
    1. Markus
      4. Juli 2019

      Hallo Morten, einen Benchmark vor dem Umbau habe ich leider nicht gemacht. Das dein Modell lahm geworden ist, lässt sich vermutlich schon mit einer Neuinstallation (Clean Install) beheben. Denn sooo langsam sind die von Apple verbauten SSDs auch nicht. Aber die Neuinstallation mit der o. g. SSD sollte auf jeden Fall zu einem schnellen MacBook Pro führen. Viel Erfolg und ich hoffe, du hast danach wieder Spaß an deinem MBP :-) Markus

      Antworten

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