Lightroom mobile

Als ich die Meldung heute morgen gelesen habe, gingen mir mehrere Gedanken durch den Kopf. Die Meldung hinterlies letztlich ein flaues Gefühl bei mir!

Ich habe mich eigentlich zunächst gefreut und geschaut, welche Optionen man hat. Sogar RAW Files könnte man bearbeiten. Zwar nur Proxy RAWs mit geringerer Auflösung aber die Synchronisierung zieht die Änderungen verlustfrei in der Desktop Version nach. Das sollte selbst mit meinem iPad 3 noch funktionieren. Die Desktop Version habe ich mir ja letztes Jahr erst gekauft. Prima: Gleich laden!

Doch Stopp! Eine Synchronisierung und Nutzung der Lightroom mobile App ist nur mit CC-Abo möglich! Ist die Boxed-Version von LR also nur noch “B-Ware” und sind Boxed-Kunden bei Adobe nur noch Kunden zweiter Wahl? Denn neue Features erhalten scheinbar nur noch Kunden der Creative Cloud!

Technisch wäre eine Synchronisierung auch anders lösbar aber das ist nicht von Adobe geplant. Klar, sie wollen ja auch möglichst viele Kunden in ihr Cloud-Abo drängen. Mir gefällt das Modell ganz und gar nicht. Zwar sind 12,29 EUR noch überschaubar aber ich zahle doch nicht für eine bereits gekaufte Software doppelt. Ja, die Boxed Version könnte ich dann verkaufen, will ich aber nicht. Denn ich weiß nicht, wie hoch der Abo-Preis nach dem ersten Jahr sein wird. Oder in 2, 3, 4 oder 5 Jahren. Und einmal das Abo abgeschlossen, wird es vermutlich keine Option geben, das Abo zu verrechnen und die dann letzte Version käuflich zu erwerben, wenn man keine weitere Updates mehr machen möchte. Denn es kann ja durchaus sein, dass ein kommendes “Pflicht” Update nicht mehr zu meinem aktuellen OS kompatibel ist. Evtl. muss man ja künftig auch OS-Abos abschliessen. Oder Hardware-Abos. Ob die ganzen Abos dann noch untereinander kompatibel sind? 

Ja, ich bin ein wenig zynisch aber ich finde dieses Abo-Geschichte wirklich ärgerlich. Hätte man wenigstens die Wahl, fände ich es OK. Aber per Zwang und ominösen Kaufanreizen wie Lightroom mobile? Nein, Danke!

Wie ist Eure Meinung?

P.S.: Die vielleicht letzten Boxed-Versionen von Lightroom 5*?

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11 Comments

  1. Ulf
    8. April 2014

    Ja, Markus, dieses Abomodell ist wirklich bescheuert – das ist was für die Profis, die die Programme von Adobe täglich brauchen und verwenden; aber Gelegenheitsnutzer wie ich, die sich so alle drei oder vier Versionen eine Update (ich bin EDU-berechtigt) gegönnt haben, sind damit ziemlich raus.
    Ich bin mir nach wie vor auch nicht sicher, ob das Abo-Modell Adobe gut tun wird. Ich kann verstehen, dass eine Firmal kontinuierlich sprudelnde Geldquellen braucht, aber manche User sind damit wirklich die blöden.

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    1. Markus
      8. April 2014

      Zumindest für die kommenden Monate/Jahre werden wir vermutlich mit der CC leben müssen (bzw. ohne sie) und hoffen, dass wenigstens die Minor-Updates wie 5.4 auch weiterhin den Boxed-Kunden zur Verfügung gestellt werden.

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  2. Jörn
    9. April 2014

    Mir gefällt das Abo-Modell auch nicht. Sollte das auch für Lightroom zwangsweise kommen, hoffe ich darauf, dass Apple mit Aperture doch noch substanziell zur Adobe-Software aufschließen konnte. Dann würde ich wieder wechseln.

    Ansonsten gibt es auch noch andere Mitspieler – sogar welche mit Objektivkorrektur.

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    1. Markus
      9. April 2014

      Ich glaube nicht, dass man das nächste Major-Update von LR noch ohne Abo erhält. Die aktuelle Entwicklung mit Lightroom mobile zeigt mir deutlich, wo die Reise hingeht. Und Du würdest wieder zu Aperture wechseln? 😉

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      1. Ulf
        9. April 2014

        Ja, ich glaube auch eher, dass Lightroom in den Abo-Reigen mit hineinkommt. Allerdings ist die Frage, ob das wirklich eine gute Idee ist. Lightroom setzen wahrscheinlich inzwischen viele Leute ein, die keine ganze Adobe-Suite haben … Vielleicht würde man die verlieren. Die Zwischenlösung wäre: Bestimmte Features von Lightroom (wie die iPad-Bearbeitung) funktionieren nur mit dem CC-Abo, anderes auch ohne.
        Ach ja, wenn Apple mit Aperture doch endlich mal in die Gänge käme. Ich kann Lightroom nach wie vor nicht ausstehen, es ist in manchem umständlich in der Bedienung, auch wenn es natürlich Feature hat, die Aperture nicht kennt. Und auch der RAW-Konverter von Adobe scheint mir zumindest für meine D700 bessere Ergebnisse zu liefern. Bisher halte ich Aperture trotzdem die Treue, weil ich darin viel schneller zu meinen Zielen komme als in Lightroom …
        Hab mir aber mal die iPad-Version angeschaut, da ist schon vieles intelligent gelöst. Nicht schlecht.

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        1. Markus
          9. April 2014

          Tja, es ist wirklich traurig, was Apple mit Aperture macht, bzw. nicht macht. Ich nutze es auch immer noch als Hauptprogramm zur Bearbeitung und Verwaltung. Lightroom dient mir bisher “nur” als Tool für seltenere Dinge wie Perspektivkorrekturen. Mir geht es da wie Dir: Ich finde die Oberfläche und den Workflow von Aperture deutlich gelungener als in Lightroom. Leider ist die RAW Unterstützung von Aperture ein Elend. Die RX10 wird in LR seit Monaten unterstützt. Apple scheint sie nicht auf dem Schirm zu haben. Und so sind es mittlerweile nicht nur einzelne Features die fehlen, sondern die komplette Bearbeitung von RAW Files neuer Kameras. Somit nutze ich Aperture für die Canon DSLR und die RX100 Dateien und LR für die RX10. Das ist nicht wirklich schön. Sollte also ein neues Aperture mit guter Rauschunterdrückung, Persepektivkorrektur und RAW Unterstützung für die RX10 kommen, hätte Apple mindestens einen Käufer 🙂

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          1. Jörn
            10. April 2014

            Wirklich sehr schade, wie Apple seine Aperture-User am ausgestreckten Arm verhungern lässt. Jeder von denen hat in die Software investiert. Das bedeutet nicht nur, dass man zum Kauf des Produktes mit dem Funktionsumfang zufrieden war, sondern auch davon ausgegangen ist, dass das Produkt auch in Zukunft so gepflegt wird, dass es konkurrenzfähig bleibt. Davon ist Apple mittlerweile Meilen entfernt.

  3. Andreas
    11. April 2014

    Wenn’s LR nur noch per Cloud gibt: dann muß ich wenigstens nicht mehr überlegen, ob ich nicht in Zukunft nur noch DxO nutze 😉

    Andreas

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    1. Jörn
      11. April 2014

      Ich hab DxO ja mal getestet, aber nicht mehr auf dem Zettel, wie das noch mal mit der Bildverwaltung war. Greift DxO einfach nur auf die Festplatte zu, oder gibt es auch eine richtige Verwaltung der Bilder?

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  4. Andreas
    11. April 2014

    … oder ich wechsle dann auch gleich noch das OS und arbeite mit Darktable auf Ubuntu…

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    1. Markus
      11. April 2014

      Darktable sagte mir bisher gar nichts. Aber ich habe gerade gesehen, dass es auch eine Version für OSX gibt. Am liebsten wäre mir aber in der Tat ein Update für Aperture. Denn mit Final Cut Pro X und Logic Pro X bin ich ziemlich zufrieden. Fehlt nur noch Aperture Pro X…aber lassen wir das Thema :-/

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