Lightroom mobile und RAW Dateien

Obwohl Lightroom mobile nur mit der Adobe Cloud funktioniert, habe ich es zum Test installiert und in den letzten 2 Wochen damit experimentiert. Die Idee dahinter ist gut aber der von mir gewünschte Workflow für den Import von RAW Dateien lässt sich noch nicht abbilden.

Hier geht es zum aktuellen Artikel. Viele Probleme sind nun behoben!

Wann würde ich auf dem iPad Bilder bearbeiten oder vorab sichten wollen? Ganz klar: Unterwegs und ggfs. direkt während oder kurz nach dem Fotografieren. Normalerweise nehme ich das MacBook Pro mit und importiere und sortiere die Fotos dort. Mit Lightroom mobile würde dann ja künftig ein iPad reichen – dachte ich. Weit gefehlt. Das iPad kann zwar wie gewohnt die RAW Dateien meiner Canon oder Sony über das Camera Connection Kit importieren und zeigt sogar die JPG-Vorschauen innerhalb der „Foto“ App an. Lightroom mobile aber kann diese Dateien nicht importieren.

Mit RAW Dateien kann Lightroom mobile nur umgehen, wenn es sich um Proxy-RAWs (in der Größe beschränkte RAWs) handelt, die beim synchronisieren über die Adobe Cloud erzeugt werden. Und das geht nur, wenn diese vorher in der Desktop Version von Lightroom importiert wurden. Da kann ich dann auch direkt mein MacBook Pro mitnehmen.

Es mag zwar Anwendungsbeispiele geben, wo man vorher die Dateien noch schnell auf dem Desktop oder Notebook importiert, danach aber nur mit leichtem Gepäck die Tür verlassen möchte. Dann sollte man aber dennoch vorher warten, bis die Synchronisation abgeschlossen ist, um nicht seinen wertvolle Datentarif aufzubrauchen. Gut, dass man innerhalb von LR mobile festlegen kann, dass nur bei vorhandener W-Lan Verbindung synchronisiert wird.

Mit JPGs klappt das ganze zwar auch unterwegs über den CCK Import aber i. d. R. werden die Adobe Cloud Anwender, wenn diese schon monatlich Geld dafür ausgeben, auch Geld mit Ihren Aufnahmen verdienen. Und da gehe ich eher davon aus, dass sie dann auch RAW Dateien verwenden. Nicht zwangsläufig aber vermutlich überwiegend. Hier sollte Adobe also schnell nachbessern und eine Möglichkeit bieten, beim Import zumindest die eingebetteten JPG Vorschauen zu verwenden. Dann wäre zwar keine Bildbearbeitung aber zumindest ein vorsortieren möglich. Die „richtigen“ RAWs würden dann beim nächsten Synchronisieren per Adobe Cloud automatisch auf dem Desktop landen. Das wäre ein Mehrwert.

Momentan fehlen im Gegensatz zur „großen“ Lightroom 5 Version* auch noch alle lokalen Anpassungen wie Verlaufs- und Radialfilter, Bereichsreparatur, Rote-Augen-Korrektur und Korrekturpinsel sowie weitere Punkte wie die Gradiationskurve, HSL, Teiltonung, Details und die Objektiv- und Perspektivkorrekturen. Die möchte man sicherlich nicht alle mit Proxy RAWs nutzen (z. B. Details oder die Objektiv-Korrektur) aber ein wenig mehr Funktionen wären schon schön (z. B. eigene Presets nutzen zu können). So ist es aktuell nur eine nette erste Version mit viel Potential. Wenn man sich anschaut, was sich in den letzten Lightroom Versionen getan hat, bin ich aber zuversichtlich, dass auch LR mobile noch einige Updates erfahren wird. Leider nur für Mitglieder der Adobe Cloud.

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7 Comments

  1. Marc
    29. April 2014

    Hallo Markus,
    so wie Du es hier beschreibst, frage ich mich wirklich, welchen Workflow Adobe damit adressiert hat? Da finde ich die Idee, eine kleine Version der Kamera-RAWs als JPEG direkt auf das iPad zu übertragen, damit eine Sichtung vorgenommen werden kann, schon besser, als die Idee von Adobe, die Bilder erst in die Desktop-Version zu laden und dann über (mobile) Datenverbindungen auf das iPad zu transferieren. Wo ist da der Mehrwert im Prozess?

    So gerne ich das iPad nutze, damit wird Adobe nicht in die Creative Cloud ziehen.

    Gruß,
    Marc

    Antworten
    1. Markus
      29. April 2014

      Hi Marc, prozessual sehe auch ich da keinen Vorteil. Umgekehrt würde ein Schuh draus. Denn da suche ich schon lange einen Weg, vernünftig und ohne Umwege Bilder vom iPad in meine Hauptanwendung zu laden. Bei Aperture ging das eingeschränkt über Fotostream. Mittlerweile habe ich aber alle Bearbeitungsoptionen am iPad auf Eis gelegt. LR mobile wäre mit dem von uns gewünschten Workflow schon nah‘ an einer guten Lösung dran. Warten wir mal ab, ob Adobe auf seine User hört. Ich bin hier in Sachen Updates zumindest zuversichtlicher als bei Apple und Aperture!

      Der einzige Grund, warum ich trotz aller Ablehnung des Modells überlege in die Cloud zu gehen, ist das Angebot mit LR und PS. Der Vorteil bei PS gegenüber dem von mir bisher verwendeten Pixelmator (super Programm!) liegt in der Bearbeitung der Fotos im RAW Format inkl. der Nutzung des RAW-Filters auf die Fotos, wenn man PS aus LR aufruft. Ich schwanke hier und nutze den Testzeitraum noch aus, ehe ich mich entscheide. VG, Markus

      Antworten
  2. Michael Geyer
    11. Mai 2014

    Also ich für meinen Teil exportiere derzeit immer den aktuellen Katalog eines Shootings von meinem Desktop Rechner und importiere diesen wieder auf meinem Macbook.

    Dieser schritt fällt nun weg, da ich einfach das mobile nutze….ich finds klasse 🙂

    Antworten
    1. Markus
      11. Mai 2014

      Hi Michael, das hängt halt vom Workflow ab. In Deinem Fall dann ersetzt das iPad ja das MacBook und erspart Dir das Ex- und Importieren von Katalogen um sie unterwegs dabei zu haben. Für diesen Zweck ist die mobile-Version schon schick. Aber über die Cloud kriegt man die Sammlungen leider nur auf das iPad und nicht auf einen anderen Rechner mit einem zweiten Katalog. Das wäre auch noch eine wünschenswerte Funktion der Cloud: Synchronisieren von zwei Katalogen zwischen MacBook und Desktop. Aber warten wir ab, was noch alles kommt 🙂

      Antworten
  3. Florian
    13. November 2014

    Hi
    Leider klingt das alles sehr enttäuschend für mich, ich bin jetzt bald ein halbes Jahr auf Reisen und wollte eigentlich meine Fotos am iPad schon bearbeiten 🙁
    Gibt es irgendwelche alternativ Apps, die in Richtung lightroom (Desktop Version) gehen?
    Lg Florian

    Antworten
    1. Markus
      14. November 2014

      Ich werde Dir in einem separatem Artikel ausführlich antworten. Aber um es kurz zu machen: (Ernsthafte) RAW-Bildbearbeitung am iPad mit einem vernünftigen Workflow und Integration in Desktop Versionen gibt es momentan aus meiner Sicht keine. Selbst Apple hat es mit iPhoto nicht auf die Reihe bekommen und es nun auch noch ohne Vorwarnung auf iOS8 eingestellt. Dazu werde ich mich, wenn ich wieder fit bin, in erwähntem Artikel auslassen. Zur Zeit liege ich leider ein wenig flach. Für RAW Fotos kann ich Dir aber jetzt schon ein klares „Nein“ als Antwort geben (außer, man kann mit den oben beschriebenen Einschränkungen leben, was auf einer Reise ohne zusätzliches MacBook wohl kaum der Fall sein wird). Was Apple mit der neuen Photo App an Möglichkeiten bieten wird, bleibt abzuwarten. Für Stand-Alone Programme (und nur für JPGs) würde ich am iPad am ehesten „Snapseed“ und „Pixelmator“ nutzen. Letzteres habe ich aber noch nicht auf mein iPad (3) laden und testen können. Hier bitte ich noch um etwas Geduld 🙂 VG, Markus

      Antworten
  4. Florian
    14. November 2014

    Hhhmmmm…….Also echt, ich versteh einfach nicht warum lightroom dieses Potenzial nicht besser umgesetzt hat?! Mobile qualitative Bildbearbeitung für unterwegs – wäre wirklich viel viel mehr drinnen gewesen. Noch dazu bekommt die Version nur mit einen Adobe Account. Das war einfach nur ein Griff ins Klo

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