Keine iPhone Fotos mehr

Man liest immer wieder, dass sich der ein oder andere Fotograf als Aufgabe setzt, mal eine Zeit lang nur mit dem Smartphone zu fotografieren. Um zu beweisen, dass man auch damit gute Fotos machen kann. Ich gehe jetzt aber dennoch den umgekehrten Weg. Ich werde nicht mehr mit meinem iPhone fotografieren!

Das liegt nicht daran, dass man mit meinem iPhone 7 plus (oder aktuelleren Smartphones wie dem Google Pixel 3 oder dem Huawei P20) keine guten Fotos machen kann. Kann man. Aber Fakt ist, dass man mit der X100F, oder anderen Kameras mit größerem Sensor, technisch (!) deutlich bessere Fotos machen kann und mir das Fotografieren damit einfach mehr Spaß macht. Und ich will mir den kreativen Part der Fotografie auch nicht von einer K.I. gesteuerten Software abnehmen lassen.

Qualität und Fotografieren statt Quantität und Knipsen

Ich habe mich ohnehin schon eingeschränkt, was die Anzahl meiner Fotos angeht. Habe ich hier auch bereits drüber geschrieben. Auch wenn ich schon viele Fotos nicht mehr mache, sondern den Moment live geniesse, ist man doch versucht mit der Smartphone Kamera alle Momente „festzuhalten“ und am besten direkt online mit der Welt oder der Familie zu teilen. Sofort. Nicht Abends, sondern sofort in diesem Moment. Den Moment danach verpasst man dann natürlich, weil man an seinem Smartphone mit dem Teilen beschäftigt ist. Warum kann das nicht bis Abends warten? Warum muss alles immer sofort jedem mitgeteilt werden?

Außerdem sind es meist auch nur dokumentarische Fotos, die es nicht in ein Fotobuch oder einen Print schaffen. Die fristen dann in den Unmengen anderer Fotos ihr Dasein und werden vielleicht bei einer Aufräumaktion gelöscht. Tut nicht weh, hilft aber auch keinem. Und ja: man kann sehr wohl gute Fotos mit dem Smartphone machen aber mir macht das mittlerweile bei Weitem nicht mehr so viel Spaß. Das Fotografie-Erlebnis ist für mich ein völlig anderes bei einer „richtigen“ Kamera. Am offensichtlichsten ist das für mich bei einer Kamera wie der X100F. Da kann ich – schon bevor ich die Kamera einschalte – die Werte für Blende, Verschlusszeit und ISO einstellen. Man beschäftigt sich mehr mit dem Foto und dem Motiv. Und die Bearbeitung mache ich dann Abends in Ruhe und erinnere mich an den Moment.

Ein kleiner Nebeneffekt: Der Kaufdrang bei der Vorstellung einer neuen Smartphone-Generation mit einer noch besseren Kamera hat bei mir deutlich nachgelassen.

Nun also werde ich mir noch genauer überlegen, ob es sich lohnt einen Moment zu fotografieren und, falls ja, meine X100F zücken. Die habe ich zwar nicht so häufig dabei, wie mein Smartphone aber dann habe ich eben Pech. Ich behaupte, man macht sich so noch deutlich mehr Gedanken, ob man ein Foto überhaupt macht oder nicht doch einfach den „Speichern“-Knopf im Kopf drückt. Denn, ob man es glaubt oder nicht, Erinnerungen kann man auch in der eingebauten Kopfkamera festhalten.

Und oftmals hat im Nachhinein EIN ausgedrucktes Foto mehr Bedeutung als 1.000 Fotos auf der Festplatte.

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