iPad Pro 12″ mit Tastatur und Maus als Notebookersatz

Eine Tastatur und eine Maus an einem iPad? Steve Jobs würde sich vermutlich im Grab rumdrehen wenn das nicht ohnehin schon bei einigen Ideen von Apple in der letzten Zeit passiert ist.

Das iPad ist zweifelsfrei mein Lieblingsgerät von Apple. Nun habe ich mein iPad Pro 12″ der 2. Generation (Lightning) um Tastatur und Maus ergänzt und es kommt mit iPad OS verdammt nah an mein mobiles Wunschgerät heran.

Das iPad wird zwar immer wieder als Tool für Kreative verkauft aber – so meine subjektive Einschätzung – eher als Gerät zum Konsumieren benutzt. Die „Touch“ Idee ist super zum scrollen und „durch Fotos swipen“ aber ersetzt beim tippen niemals eine echte Tastatur. Für iMessage und Co. mag das reichen aber schon eine lange Mail mag ich nicht damit schreiben.

Die Suche nach der Tastatur

Als erstes kommen einem natürlich die ganzen Hüllen mit Tastatur in den Kopf und ich habe lange gesucht und überlegt. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind sauteuer und machen das iPad schwerer. Man kann es auch nicht einfach rausnehmen weil man dann keinen Schutz mehr hat. Ich mag das iPad mit der leichten Apple-Hülle. Und so möchte ich es auch immer wieder mal in die Hand nehmen oder in die Tasche packen, wenn ich Fotos oder Videos zeigen möchte. Wenn ich aber unterwegs arbeite oder zumindest längere Texte schreibe, dann möchte ich einfach eine Tastatur mit in die Tasche packen und gut ist. Daher habe ich mich für die wohl kostengünstigste Lösung entschieden. Eine einfache Bluetooth Tastatur die mit 2 AA-Akkus betrieben wird. Davon liegen ohnehin genug bei mir herum. Eine Tastatur mit fest verbautem Akku wollte ich daher nicht. Es ist nach langem hin und her diese hier geworden:

CSL Bluetooth Slim Tastatur*

Es sollte klar sein, dass ich bei dem Preis keine hohen Ansprüche gestellt habe. Daher war ich umso mehr überrascht, dass sich angenehm darauf schreiben lässt. Es ist keine Apple Tastatur (wobei dies ja dank der letzten MacBook Pro Reihe auch kein Garant mehr ist!) aber es lässt sich schnell und gut darauf tippen. Sie könnte leiser sein aber damit kann ich leben. Die Verbindung funktioniert superschnell und bisher halten die Akkus auch sehr gut. Und ein zweites Paar kann ich mir schnell mit in die Tasche schmeißen. Oft habe ich ohnehin immer genug dabei wenn ich mit meinen mobilen Blitzen unterwegs bin. Über die letzten Jahre hinweg habe sich hier übrigens die Eneloop Akkus* bewährt.

Die passende Maus

Hier habe ich nicht sehr lange suchen müssen, da wir seit einiger Zeit eine sehr günstige und zuverlässige Maus im Haus haben. Die Magic Mouse funktioniert ja unerklärlicherweise nicht am iPad und ich mag sie auch nicht sonderlich. Sie ist mir zu flach und ich führe ständig irgendwelche ungewollten Aktionen damit aus. Daher ist es für das iPad Pro nun die folgende Maus geworden:

Jelly Comb Bluetooth Maus*

Wo stellt man denn die Maus beim iPad ein?

Apple war ja mal für seine einfache Bedienung bekannt. Auch diese Zeiten sind zum Teil vorbei. Die Maus kann also nicht einfach unter Bluetooth aktiviert werden, sondern über den folgenden Weg:

Einstellungen -> Bedienungshilfen -> Tippen -> Assistive Touch -> aktivieren!

Im Abschnitt „Zeigegeräte“ nun die Bluetooth Maus hinzufügen. Dort konfiguriert man auch die Tastenbelegung der Maus. Bei mir wie folgt:

  • Taste 1: Einfachtippen
  • Taste 2: Menü öffnen
  • Taste 3: Home

Im Punkt „Hauptmenü anpassen“ kann man das Assistive Touch Menü (bei mir Taste 2) nach Wunsch konfigurieren. Das ist nett um sich wichtige Funktionen auf das Hauptmenü zu legen.

Ist die Maus angeschlossen habe ich übrigens eingestellt, dass der kleine runde „Assistive Touch“ Kreis ausgeblendet wird. Einfach die Option „Menü immer einblenden“ deaktivieren. Bei nicht angeschlossener Maus ist er allerdings sichtbar.

Der Vorteil einer Maus liegt auf der Hand: Man kann das iPad komplett aus der Ferne bedienen. Denn die Maus simuliert in diesem Fall einfach nur den Finger. Das erfordert ein wenig umdenken in der Bedienung aber das hat man schnell heraus. Ich möchte es nicht mehr missen. Ein Freund von mir nutzt so eine „Eingabehilfe“ in Form einer faltbaren Bluetooth Tastatur mit Trackpad übrigens an seinem Android-Smartphone, welches er per HDMI an das TV anschließt um so seine Fotos zu zeigen. Seine Trackpad Lösung funktioniert zwar nicht mit iOS aber ich werde das mit meiner Maus und dem iPad oder iPhone testen.

Zum Testen muss ich mir aber zunächst einen weiteren überteuerten Apple Adapter* zulegen. Der Lightning auf HDMI Adapter kostet mehr als die genannte Maus und Tastatur Kombination zusammen!

Fazit

Für mich hat sich diese verhältnismäßig kleine Ausgabe total gelohnt. Tastatur- und Qualitätsjunkies werden sich vermutlich eine etwas teurere Tastatur gönnen. Für mich erfüllt die oben genannte allerdings ihren Zweck und kann auch mal schnell in meine Tasche geworfen werden. Sie ist total leicht und es lässt sich damit um Länger besser schreiben als mit einer virtuellen Tastatur.

Die Maus eignet sich wunderbar um das iPad aus der Ferne zu bedienen. Das heißt für mich auch, dass ich das iPad 30 – 40 cm entfernt von Tastatur und Maus aufstellen kann und einen guten Abstand zum schreiben habe. Dank iPad OS und diesen beiden kleinen „Eingabehilfen“ kann ich mein iPad nun fast wie ein Notebook nutzen. Die normale Funktion als „iPad only“ behält es ja immer noch. Ich nutze es aktuell im Verhältnis 50:50.

Nachteil: Nach wie vor hat das iPad kein offenes OS, so dass wir von den App Anbietern abhängig sind, was den Umgang mit Dateien angeht. Ich muss immer noch Videodateien von einer externen Platte auf den internen iPad Speicher kopieren um schneiden zu können. Lightroom bietet bald zumindest den direkten Import von SD Karten an. Nein, es ist noch kein kompletter Ersatz wenn man schnelle Workflows benötigt. Aber es geht in die richtige Richtung und ist deutlich günstiger als ein aktuelles MacBook Pro :-)

Wie ist Eure Meinung zum Thema „iPad als Notebookersatz“?

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5 Comments

  1. Jörn
    17. November 2019

    Faszinierend, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind. Ich schreibe sehr gerne auf der Software-Tastatur des großen iPad-Pro-Modells. Irgendwie reizt mich auch die Bedienung mit der Maus nicht. Im Gegenteil: Ich mag es, alle Funktionen direkt unter meinen Fingern zu haben.

    Was mich sehr reizen würde – und das sage ich schon seit einigen Jahren – wäre, wenn man am iPhone ein großes Display anhängen könnte. So etwas in der Art, wie das vom iMac-5K. Und diese Kombi dann mit Maus und Tastatur. Das wäre cool. Und Apple betont doch immer wieder, dass deren Prozessoren schneller als die meisten Notebooks sind.

    Geschrieben auf dem iPad Pro 12,9“

    Antworten
    1. Markus
      17. November 2019

      Hi Jörn,

      Zitat „Ich schreibe sehr gerne auf der Software-Tastatur des großen iPad-Pro-Modells“.
      Ergänzung von mir „wenn Sie nicht gerade wegen der Touch Probleme ausfällt oder Aussetzer hat!“ :-)

      Ansonsten kannst du das iPhone schon jetzt an ein größeres Display hängen! Auch dafür kannst du den HDMI Adapter kaufen und nutzen. Aber dann hast Du ein großes iPhone auf dem Monitor und bist immer noch auf die Apps und deren Funktionen angewiesen. Aber bei Bedarf immerhin auf einem 27“ Monitor oder einem 55“ TV. Nein. Einen iMac ersetzt man damit aktuell nicht. Da müsste man schon das neue MacBook Pro an einen größeren Monitor hängen. In Top Ausstattung 7.139 EUR :-) Plus Monitor. Aber das ist ein anderes Thema.

      Sonntagsgruß, Markus

      Antworten
  2. Jörn
    17. November 2019

    Hi Markus,

    was immer Apple in seine neueren Updates gepackt hat: Bei meinem iPad führte es dazu, dass das Gerät kaum noch Aussetzer hat. Mit dem aktuellen Stand kann ich jedenfalls sehr gut leben.

    Was das iPhone am Display betrifft: Schade. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Vermutlich braucht es dafür dann ein iPhone mit Mac OS – nicht mit iOS.

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  3. Ulf
    26. November 2019

    Hallo Markus, vielleicht sollte ich die Maus am iPad auch mal ausprobieren. Tastaturen verwende ich da schon länger, denn mit der virtuellen Tastatur geht es viel langsamer und ich mache deutlich mehr Fehler beim Tippen.
    Ansonsten: Das iPad verwende ich nach wie vor nur für bestimmte Sachen, vieles ist mir noch zu limitiert. Ich mag z. B. nicht, dass ich keine gescheiten Fenster habe, die ich freischwebend platzieren kann. Da ist mir das MacBook doch lieber, um mit verschiedenen Apps zu arbeiten. Mal schnell für den Blog-Post ein Foto bearbeiten, hier Text aus einer Datei holen etc. Geht auf dem MacBook einfach schneller. Und den Datei-Browser auf dem iPad mag ich nach wie vor nicht, auch wenn er besser geworden ist. Ich würde echt sehr gerne mal macOS auf einem iPad ausprobieren. Nachdem viele Apps von iOS inzwischen ja auch auf dem Mac laufen, hätte man das Beste aus zwei Welten … Wird bloß leider so nicht kommen, fürchte ich.
    Viele Grüße, Ulf

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    1. Markus Cremer
      30. November 2019

      Hallo Ulf,
      macOS auf dem iPad wird vermutlich nichts. Da bin ich bei Dir. Momentan landen ja umgekehrt eher die iOS Apps auf macOS.
      Die von Dir genannten Einschränkungen unterschreibe ich ebenfalls. Vieles ist aber wirklich besser geworden und je nach Anwendungsfall auch brauchbar. Es ist ein bisschen wie Photoshop auf dem iPad: Es geht … aber es ginge auch besser :-)
      Viele Grüße
      Markus

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