Instagram löschen – Mein finaler Abschied von Zuckerbergs (a-)social Media

Instagram habe ich seit längerem nicht mehr aktiv, sondern nur noch passiv genutzt und werde es nun als letzten meiner Social Media Accounts der Zuckerberg Gruppe endgültig löschen. Warum? 

Instagram gehört wie WhatsApp zu Facebook. Die beiden habe ich bereits seit längerem gelöscht. Aus Gründen. Und auch Instagram hatte ich vor längerer Zeit mal gelöscht. Ich bin aber „rückfällig“ geworden und habe zwar keine Fotos mehr hochgeladen aber bin noch etlichen Leuten gefolgt. Meist aber keinen echten Bekannten oder Freunden, sondern Fotografen oder Schauspielern. Und sicherlich ist Instagram mit seinen Storys und einer überwiegend netten Community (im Gegensatz zu Facebook) ein Ort, wo man sich auf Fotos anderer konzentrieren kann. Aber es wird auch überfrachtet von Werbung. Und ich stelle mir in letzter Zeit immer häufiger die Frage nach dem „warum“.

  • Selber Fotos posten? Nein, danke. Siehe Datenschutzprobleme.
  • Es gibt keine abgesicherte Option, dort gewerblich sicher unterwegs zu sein. Ein Impressum ist nur über einen Link einzubinden. Das ist rechtlich in Deutschland aber nicht sicher.
  • Likes erhalten? Wofür?
  • Zunehmend wird Instagram dazu noch mit (Social) Bots übervölkert.

Daher habe ich mein Konto vor einiger Zeit bereits auf „privat“ gestellt und wollte nur noch anderen Leuten folgen. Hier ist es aber so, wie bei Facebook und Co.: Es ist ein Zeitfresser! Es hält mich davon ab, selber kreativ zu sein. Natürlich bekommt man die eine oder andere Idee. Aber ich will mir das nicht mehr geben. Zu oft guckt man trotzdem in die App. Wenn gerade mal „nichts“ los ist, kann man doch mal eben schauen, was andere treiben. Das Leben der anderen angucken? Ich möchte das nicht mehr. Für andere mag es „entspannend“ sein, für mich ist es das zunehmend nicht mehr. Bei Personen die ich kenne, hat es vielleicht einen Mehrwert aber ansonsten gibt mir das einfach nichts mehr.

Das ist nur meine eigene Meinung und das kann natürlich jeder für sich anders handhaben. Manch einer wird vielleicht sagen

„Ohne Social Media hast Du keine Reichweite, bekommst keine Aufträge, hast keine Freunde, bist nicht mehr dabei“.

Ich halte das für Quatsch! Leben ist da draußen und nicht auf meinem Display.  Das man darüber Aufträge generiert, mag für jemanden mit über 100.000 Followern vielleicht stimmen aber das betrifft nur einen kleinen Anteil. Und um da hinzukommen (ohne Bots) muss man sich mächtig ins Zeug legen.

In der Zeit kann ich andere Dinge erledigen und zum Beispiel in meiner Umgebung die Kontakte pflegen. Die meisten Aufträge in meiner Vergangenheit und Gegenwart als (nebenberuflicher) Musiker und Fotograf kamen nicht über das Internet, sondern weil Leuten meine Arbeit im echten Leben gefallen hat und diese mich daher weitervermittelt haben. Sei es bei Live-Auftritten, bei Studioaufträgen oder bei halt bei Fotoshootings.

Aber wie löscht man seinen Account bei Instagram?

Wer viele Fotos (ausschließlich) bei Instagram gespeichert hat, sollte diese zunächst sichern. Dank DSGVO kann man sich auch sein gespeicherten Inhalte zum download anfordern. Da sieht man dann sämtliche Aktivitäten. Also was Zuckerbergs Konzern so über uns gespeichert hat und an Werbepartner für personalisierte Werbung verkaufen kann.

Den Download anfordern (und das Konto löschen) geht nur über die Desktop Version und nicht direkt in der App. Höchstens über einen Umweg aber am Desktop ist es einfacher.

So gehts:

Man ruft die Instagram-Seite auf seinem Rechner (nicht am iPhone oder iPad) auf und meldet sich oben rechts an. Dort geht man auf „Profil bearbeiten“ und wählt dort unter „Privatsphäre und Sicherheit“ den Punkt „Download anfordern“. Den sollte man noch abwarten, bevor man den nächsten und finalen Schritt unternimmt. Bei mir hat das aber nicht mal eine Stunde gedauert, es kann aber bis zu 48 Stunden dauern.

Genau zu dem Thema bin ich noch über folgende Meldung bei Heise gestolpert. Ist es nicht toll, wie die Großen das Thema DSGVO ernst nehmen und (scheinbar) keine Strafe erhalten? Aber wehe, wir Blogger verwenden Schriftarten von Google. Eine Bestätigung mehr, vom Zuckerberg-Imperium wegzugehen.

Um seinen Account endgültig abzumelden, findet man mittlerweile keinen direkten Eintrag mehr im Menüpunkt „Profil bearbeiten“. Dort kann man den Account nur vorübergehend deaktivieren (was ich schon als Frechheit empfinde!). Man gelangt nur über die Hilfe-Seiten auf den passenden Link. Hier ist er:

https://www.instagram.com/accounts/remove/request/permanent/

Dort kann man noch den Grund der Löschung angeben, klickt auf „Mein Konto dauerhaft deaktivieren“ und schon ist man raus:

 

Ich werde es nicht vermissen.  Was man mit der gewonnen Zeit, die man nicht mehr mit „Social Media Surfen“ verbringt anstellen kann, weiß ich schon: Mehr Lesen*, Fotografieren*, Musik machen oder hören, reale Freunde treffen oder wieder häufiger einen Artikel selber schreiben :-)

 

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6 Comments

  1. Jörn
    1. Juni 2015

    Hi Markus,

    bei Instagram bin ich nach wie vor registriert – ohne den Account zu nutzen. Bislang ist eine Mitgliedschaft die Voraussetzung dafür, dass man die Filter dieser App nutzen kann – und ich nutze die unheimlich gerne. Sobald mein Foto bei Instagram online geht, wird es sofort gelöscht. Ich verwende dann das aus der Kamera-Roll.

    Wäre das nicht so geregelt, hätte ich meinen Account dort längst gelöscht, bzw. gar nicht erst angelegt.

    Antworten
    1. Markus
      2. Juni 2015

      Guten Morgen Jörn,

      die Filter von Instagram habe ich nie genutzt. Daher vermisse ich die nicht. Und eine Mitgliedschaft als Voraussetzung für ein Filter-Plug-in ist schon schräg. Ist ja fast wie der Zwang zur Cloud ;-) Morgengrüße, Markus

      Antworten
      1. Jörn
        2. Juni 2015

        Moin Markus,

        volle Zustimmung: Das ist schräg. Ich will (und nutze) den Instagram-Account nicht. Auf der Plattform gibt es keine Bilder von mir. Aber die Filter gefallen mir schon sehr.

        Antworten
  2. Jörn
    3. Juni 2015
    Antworten
  3. Ulf
    20. November 2018

    Markus,
    schön, dass es dich noch gibt … Dachte schon, du hättest das Bloggen aufgegeben.
    Zu Instagramm hab ich nichts zu sagen, habe ich noch nie verwendet.
    Viele Grüße, Ulf

    Antworten
    1. Markus
      21. November 2018

      Hallo Ulf,
      die Elternzeit habe ich gleichzeitig als Auszeit genutzt. Da gab und gibt es andere Prioritäten :-)
      Viele Grüße, Markus

      Antworten

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