Test: Exif Editor für iOS – Metapho

Passend zu meinem neuen Vorhaben, Fotos künftig als erste Station am iPhone importieren, zu sichten und zu sortieren, brauche ich dort auch ein Tool um EXIF Daten zu ändern.

Oft kommt es vor, dass der zugewiesene Ort oder das Datum eines oder mehrerer Fotos nicht stimmen. Am Desktop Rechner kein Problem aber ich will ja künftig zeitnah Ordnung halten. Und das iPhone habe ich immer dabei. Bei meiner Recherche habe ich nach langen Fehlversuchen und Fehlkäufen nun endlich die (fast) perfekte App für mich gefunden: Metapho.

Den für mich größten und unverständlichsten Nachteil direkt zu Beginn: Man kann in der App selber nicht die angelegten Alben und auch nicht die automatischen „Jahre/Sammlungen/Momente“ durchsuchen. Man sieht immer nur die „Camera Roll“. Es gibt zwar diverse Filter mit denen man sich behelfen kann aber warum man nicht die Standard Ansichten der Foto App wählen kann ist mir unklar. Das nehme ich aber gerne in Kauf, denn die Vorteile überwiegen.

Anzeigen, Ändern und vor allem Speichern der Metadaten direkt im Originalfoto!

Richtig: Es muss kein neues Foto exportiert werden wie dies in anderen Apps der Fall ist.

Korrektur des Aufnahmedatums

Das Ändern des Datums erfolgt nicht durch die Eingabe eines Datumsformats wie 20150911090543, sondern wie aus den iOS Kalendern gewohnt über – wie nennt man die Dinger eigentlich- Slider? Ihr wisst, was ich meine. Und wenn nicht ist hier ein Screenshot:

Alternativ kann man das Foto übrigens in einer Art Zeitstrahl einfach dahinschieben wo sich dazu passende Fotos befinden. Das kann man auch zur Feinjustierung nutzen, wenn man zumindest den korrekten Monat und das Jahr kennt und vorher per Slider eingestellt hat.

Ich empfehle übrigens dringend „Rewrite Date Tags“ zu aktivieren. Ansonsten wird das Datum beim kopieren auf ein anderes Gerät eventuell wieder nicht korrekt angezeigt. Denn in den Metadaten gibt es diverse Felder. Dringend anhaken!

Batch Verarbeitung: Man kann mehrere Fotos selektieren und gleichzeitig verarbeiten.

Sowohl das Datum der Fotos als auch die Ortsangabe kann man bei mehreren Fotos gleichzeitig ändern.

Achtung bei Datumsänderung im Batch! Hier muss man beachten, dass nicht alle Fotos auf das eingestellte Datum und die Uhrzeit geändert werden, sondern nur das erste Foto exakt auf das eingestellte Datum und die Uhrzeit. Das erkennt man auch im „Kleingedruckten“ oben im Screenshot: „The original photo will be adjusted by -10 Jahre, 1 Monat, 10 Tage, 4 Stunden, 30 Minuten und 20 Sekunden“. Alle weiteren selektierten Fotos werden nur relativ zur Originalzeit der jeweiligen Fotos um die genannten Tage, Stunden, Minuten und Sekunden verschoben. Das hat bei mir Anfangs zu ein wenig Verwirrung geführt, bis ich dem Grund auf die Schliche gekommen bin.

Nachträgliches Geotagging

Dies ist neben dem ändern des Aufnahmedatums die zweite Hauptfunktion von Metapho. Aus Entwicklersicht vermutlich die wichtigste Intention der App, denn Fotos kann man wie oben erwähnt zwar nicht nach Alben oder der „Jahre/Sammlungen/Momente“ Ansicht filtern, wohl aber nach ungetaggten und getalgten Fotos sowie nach Favoriten. Weiterhin gibt es noch ein paar andere Filter nach Art der Fotos.

Beim ändern der Ortsangaben werden als Suchergebnis (bei Namensuche) auch Adressen aus Kontakten angezeigt. Metapho merkt sich die letzten benutzten Adressen übrigens, so dass man einfach aus der Liste den korrekten Ort anklicken kann. Gefällt mir sehr gut. Alternativ kann man jeden Ort der Welt entweder per Adresse suchen oder auf der Kartenansicht eine Nadel setzen.

Die Änderung der Ortsangabe kann Metapho übrigens auch per Zufall erledigen. Warum auch immer man einem Foto einen zufälligen Ort auf der Welt zuweisen möchte. Interessanter ist da schon die Option, den Ort eines anderen Fotos zu übernehmen. Ideal z. B. um ein Referenzfoto aus dem iPhone für das Geotagging anderer Fotos zu übernehmen:

Die Einbettung in die nativen Apps funktioniert tadellos

So kann man direkt aus dem „Teilen“ Dialog Metapho aufrufen. Dies ist eine effektive Möglichkeit die Bilder ohne Metadaten zu versenden. Man möchte vielleicht nicht unbedingt diese versteckten Infos mit jedermann teilen.

Aber auch im „Bearbeiten“ Modus kann man Metapho aufrufen um direkt aus Fotos heraus das Datum oder den Ort zu ändern. Das geht dann natürlich nur mit einem Einzelfoto. Mehrere Fotos kann man nur direkt aus Metapho gleichzeitig bearbeiten.

Und sonst noch? 

Ich habe Metapho auch zu „Forschungszwecken“ benutzt. So kann man direkt im iPhone feststellen, was die einzelnen Bearbeitungs-Apps so mit unseren Fotos unter der Haube anstellen. Lightroom mobile z. B. entfernt die mit Metapho hinzugefügte Ortsangabe einfach beim speichern (obwohl das Exportieren mit Positionsinformationen in den Einstellungen angehakt war). Ortsangaben, die aus dem iPhone selber stammen werden von Lightroom übrigens beibehalten. Die Frage ist nun, ob es an Metapho oder Lightroom liegt. Bearbeite ich mit Metapho nachträglich GPS-getaggtes Foto mit Snapseed sind die Positionsdaten jedenfalls noch da. Interessant ist in jedem Fall, dass es Unterschiede gibt, ob Metapho die Positionsdaten hinzugefügt hat oder sie aus der iPhone Kamera bzw. dessen GPS Modul stammen. Andere Apps hingegen entfernen oder überschreiben Infos in den Metadaten.

So ist z. B. seit dem neuesten Update bei Fotos mit der Fuji X100S die verwendete Filmsimulation in den Metadaten enthalten:

Selbst die Apple eigene Bearbeitung löscht diese Info! Sobald man das Bild auch nur beschneidet, ist die Angabe nicht mehr erkennbar. Snapseed hingegen überschreibt genau dieses Feld mit der Infos, dass dieses Foto mit Snapseed (inkl. Versionsnummer) bearbeitet wurde. Alles nicht dramatisch (bis auf das entfernen der Positionsdaten durch Lightroom).

Fazit:

Wenn man seine Fotos mit dem iPhone und der Foto App verwaltet ist Metapho ein unverzichtbares Tool um für Ordnung zu sorgen. Denn Apples „Jahre/Sammlungen/Momente“ Ansicht unter Fotos lässt sich nur durch Datumsangaben und Ortsangaben indirekt beeinflussen. Für individuelle Ordnung kann man nur mit eigenen Ordnern und Alben sorgen. Hierzu folgt bald auch ein Tipp zum anlegen einer Ordnerstruktur auf dem iPhone oder iPad. Da man dank PhotoSync* auch diese Ordnerstruktur beim Exportieren auf dem PC oder Mac wiederfindet, kann man dies bedenkenlos nutzen. Eine ähnliche Exportfunktion sucht man übrigens in der macOS Fotos App von Apple vergeblich. Das nachträgliche Hinzufügen von Geotaggs ist gerade auf Reisen super, wenn man die „richtige“ Kamera kein GPS Modul besitzt oder dieses zu langsam ist. Einfach zusätzlich ein Referenzfoto mit dem iPhone machen und nachträglich die GPS Koordinaten dieses Fotos auf die anderen übertragen. Und zwar direkt unterwegs einfach auf dem iPhone oder iPad. Klasse!

Für mich ist Metapho ein klarer Redaktionstipp und sollte in keiner App Sammlung fehlen. 

Metapho im App Store*

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