Das Ende von Apples Aperture – Kein Aperture Pro X

Gerade kam durch den „Flurfunk“ eine Nachricht bei mir an, die mich im ersten Moment doch geschockt hat. Zwar hat man es immer wieder vermutet, nun ist es (fast) traurige Gewissheit: Apple stellt die Weiterentwicklung von Aperture ein. 

Mit Yosemite kommt „Photos“ auf den Mac und löst gleichzeitig Aperture und wohl auch iPhoto ab. Somit werden Diskussionen um ein mögliches Aperture Pro X mit einem Paukenschlag beendet. Dies war zwar aufgrund der fehlenden News in den letzten Jahren bei beiden Programmen vorhersehbar, es macht mich trotzdem betroffen!

Was halte ich davon? Ich bin in dieser Hinsicht enttäuscht von Apple! Warum ist es Apple nicht gelungen die Weiterentwicklung voranzutreiben? Sie unterstützen angeblich sogar noch die Migration hin zu Adobe Lightroom. Letzteres kann ich aufgrund der Rivalität nur schwer glauben aber davon abgesehen, brauchen Pro User mit Sicherheit nicht Apples Hilfe um die Bilder nach Lightroom zu migrieren.

Ich bin aufgrund der RX10 ohnehin mittlerweile mit Lightroom vertraut. Da Apple viel zu lange nicht die RAW Dateien der RX10 unterstützt hat, habe ich für neue Fotos (auch der Canon) nur noch Lightroom verwendet. Lediglich die Dateiverwaltung der alten Fotos habe ich noch Aperture überlassen. Einerseits, weil es wesentlich schicker und einfach war als die von Lightroom, andererseits war ich schlicht zu faul, ein funktionierendes Dateiverwaltungssystem komplett umzustellen. Wobei „faul“ auch durch „zu wenig Zeit“ ersetzt werden kann. Daher bin ich in der Tat stinkig, dass mich Apple jetzt sogar dazu zwingt, entweder die Fotos nach „Photos“ zu migrieren oder aber nach Lightroom. Warum dies nun notwendig wird? Weil ich gerne das aktuellste OS nutze und absehbar ist, dass Aperture irgendwann nicht mehr kompatibel zum aktuellsten Apple OS sein wird! Denn die Weiterentwicklung von Aperture wird konsequent eingestellt. Ich hätte gerne die alten Fotos bei Aperture gelassen und, wenn eine Aperture Pro X Version herausgekommen wäre, auch wieder mit neuen Fotos bei Aperture gelandet. Nun hat Apple mir diese Entscheidung abgenommen. Ich bin daher froh, dass ich Lightroom bereits als äußerst effektives Entsicklungstool für RAW Dateien schätzen gelernt habe. Andererseits bin ich sauer, dass nun eine Menge Arbeit in Sachen Migration der alten Fotos auf mich zukommen wird. Mein erster Gedanke war darüber hinaus: „Na gut, dann kaufe ich halt das Adobe Cloud Abo für Fotografen“. Zumindest soll dies ja nun angeblich konstant für 12,29 EUR für alle erhältlich sein. Wie ich das finde? Irgendwie schräg, dass Apple mich in Richtung Adobe schickt. Und Adobe läuft auch gut auf Windows PCs! Apple, Apple, Apple: Diese Richtung gefällt mir absolut nicht!

Wie seht Ihr Apples Entscheidung? Auch enttäuscht? Und an die Musiker / Filmemacher unter Euch: Auch, wenn Apple dementiert, dass es sich auf die Weiterentwicklung von Logic Pro X und Final Cut Pro X auswirken wird, sollen wir das glauben?

P.S.: Danke an Jörn, bzw. Ulf für den „Flurfunk“!

15 Comments

  1. Jörn
    27. Juni 2014

    Was Aperture betrifft, habe ich gemischte Gefühle. Einerseits habe ich die Software schon lange nicht mehr verwendet. Ich hab‘ sie nicht mal mehr installiert. Lightroom ist funktional dermaßen überlegen, dass ich schon häufiger gesagt habe, dass ich überhaupt nicht weiß, wie Apple diesen Vorsprung einholen will. Wollen sie offenbar auch gar nicht. Soweit der Teil, der mich nicht mehr interessiert hat.

    Was ich schlimm finde ist, dass Adobe nun einen wichtigen Konkurrenten „verloren“ hat. Ich gehe davon aus, dass Adobe diese Gelegenheit nutzen wird und Lightroom-User in die Bezahl-Cloud zwingt. Spätestens mit Version 6.

    Da ich derzeit nur DxO ( http://www.dxo.com/de/fotografie/dxo-optics-pro/fotosoftware ) als hinreichend leistungsfähige, aber konzeptionell komplett anders aufgestellte Software-Alternative kenne, weiß ich momentan auch nicht so recht, wohin meine Foto-Software-Reise gehen wird. Ich möchte eigentlich nicht auf Lightroom verzichten, aber ich möchte auch kein Software-Abonnent werden.

    Mist!

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    1. Markus
      27. Juni 2014

      Ja, es ist immer Mist, wenn ein Konkurrent wegfällt! Das sich Apple aber freiwillig die Butter vom Brot nehmen lässt, finde ich befremdlich.

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  2. Andreas
    27. Juni 2014

    Cloud kommt nicht in Frage, dann wird’s vielleicht DxO in Kombination mit PhotoMechanic…

    Andreas

    Antworten
    1. Jörn
      27. Juni 2014

      Ich bin da noch sehr unentschlossen. Vielleicht bietet Adobe Lightroom weiter zum Kauf an …

      Antworten
      1. Markus
        27. Juni 2014

        Da glaube ich nur bis zur Version 5.9 dran. Spätestens dann wird Adobe entweder das Cloud System zurücknehmen (aus meiner Sicht sehr unwahrscheinlich) oder auch Lightroom ausschließlich über die Cloud anbieten. Ich verstehe ohnehin nicht, warum es noch zum Kauf erhältlich ist. Ich gebe meine Version jedenfalls noch nicht ab. Wobei ich auch da nur auf ein OS festgelegt wäre, wenn es nicht mehr weiterentwickelt würde. Der Gedanke, jeden Monat etwas für Software abzudrücken, ist immer noch befremdlich für mich. Natürlich kommt es für User, die regelmäßig die Updates gekauft haben, auf’s selbe raus (oder im Falle der aktuellen Fotografen Cloud sogar noch günstiger) aber es ist gefühlt einfach nicht dasselbe! Lediglich die Features von Photoshop und die Tatsache, dass ich es für Druckaufträge brauche, könnten mich doch noch in die Cloud bringen. Ich werde das vermutlich noch recht kurzfristig entscheiden und hier berichten.

        Antworten
  3. Jörn
    27. Juni 2014

    CC zurücknehmen? Daran glaube ich nun nicht. Laut Heise-Ticker haben sehr viele User einen Abo-Vertrag abgeschlossen. Mehr, als man bei Adobe erwartet hätte. 🙁

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    1. Markus
      27. Juni 2014

      Ich glaube halt auch nicht daran. Die Info von Heise kannte ich nicht, bestätigt das aber nur noch mehr. Wenn der Preis bei 12,29 EUR bliebe, wäre es sogar noch fair. Hoffen wir, dass die Fotografen-Cloud stabil bleibt. Ansonsten würde Adobe in einem Jahr vermutlich so schnell User verlieren, wie sie vorab gewonnen haben.

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      1. Jörn
        27. Juni 2014

        Ich habe eben erst in Google+ gesehen, dass genau das nicht der Fall sein soll. Da haben User kommentiert, die sich über Serverprobleme ausgelassen haben.

        Antworten
  4. Jörn
    27. Juni 2014

    Hier noch der Link zum Beitrag (man muss vermutlich eingeloggt sein): https://plus.google.com/114210357725226688774/posts/HPVjuJi6TDS

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    1. Markus
      27. Juni 2014

      „Stabil“ war zwar in Bezug auf den Preis gedacht aber auch die Performance der Cloud ist natürlich ein Punkt. Und da habe ich auf Twitter in den Tagen nach dem 2014 Update auch ähnliches gelesen. Aber nichts tragisches, da die Programme „offline“ ja immer noch zu nutzen sind (bis zu 30 Tage, soviel ich in Erinnerung habe).

      Antworten
      1. Jörn
        27. Juni 2014

        Na gut, wenn jetzt die verbliebenen 25 Aperture-User ein CC-Abo abschließen, wird das die Adobe-Cloud vermutlich nicht nennenswert belasten, aber ab von all dem ist und bleibt der Punkt, dass ich kein Abonnent werden möchte. Morgen schaue ich mir mal Tinos Software-Tipp an.

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        1. Markus
          27. Juni 2014

          *lach* Galgenhumor ist seit heute in der Tat angebracht! Aber überstürzen würde ich jetzt nichts. Noch gibt’s Lightroom auch ohne Abo. Und das auch eine gekaufte Version keine Garantie für die Ewigkeit ist, wurde uns heute allen einmal mehr klar. Bleib gepflegt bei Lightroom und geniesse es, bis Du gezwungen wirst, zu wechseln.

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          1. Jörn
            27. Juni 2014

            Einen Wechsel würde ich dann in Betracht ziehen, wenn Adobe substanzielle Updates herausbringt, die ich nur mit CC bekomme. Zu dem Zeitpunkt kann ich dann zwar noch Lightroom 5.5 verwenden, bekomme aber nicht mehr die neue Features. Das würde mich schon sehr stören.

  5. Heiko
    7. Juli 2014

    Hallo Markus,
    was Final Cut und Logic angeht, denke ich ebenfalls, dass es nach Aperture früher oder später auch diese Programme „erwischen“ wird, bzw. das eine Konsolidierung stattfinden wird.
    Warum?
    Die Aufteilung in „i“-Programme (iMovie, iPhoto, GarageBand) und Pro-Programme (Logic, Final Cut, Aperture) war den beiden Produktlinien geschuldet, die Steve Jobs nach seiner Rückkehr zu Apple entworfen hat – also iBook und iMac für den Heimanwender und PowerBook und PowerMac, bzw. später MacBook Pro und MacPro für den professionellen Markt. Diese Aufteilung ist ja schon länger mehr oder weniger hinfällig, vielmehr sieht sich Apple mit der Aufgabe behaftet, OS X und iOS zu harmonisieren.
    Apple sieht den Fokus seiner Usergruppe nicht mehr im kreativ-professionellen Bereich, sondern in der Vernetzung unterschiedlichster (digitaler) Lebensbereiche, wie z.B. die Implementierung von HomeKit und HealthKit in iOS 8 zeigt.
    Insofern ja, ich gehe davon aus, dass Apple Logic und GarageBand in eine DAW-App verschmilzt und Final Cut und iMovie zu einer Video-App zusammenfasst, bzw eine große Musikproduktions- und Video-App.

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    1. Markus
      7. Juli 2014

      Klingt (leider) logisch …

      Antworten

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