Adobe Photoshop Lightroom 5: Erste Eindrücke

Lange hat es gedauert und lange blieb ich Aperture 3 treu. Nun habe ich es (endlich?) getan: Ich habe mir Lightroom 5 gekauft. Wie ich es finde? Lies weiter …

Ausschlaggebender Punkt war letztlich der aktuell sehr günstige Preis. Warum überhaupt wechseln? Schließlich war ich mit Aperture 3 und seiner Bedieneroberfläche sehr zufrieden. Zwei Dinge fehlen Aperture: Eine Objektiv- und Perspektivkorrektur sowie vernünftiges Entrauschen. Auch wenn ich diese beiden Dinge nur bei vielleicht 10% meiner Fotos benötige, wollte ich LR eine Chance geben, Aperture abzulösen. Und wenn es nichts mit uns wird, habe ich zumindest relativ günstig ein Tool für diese beiden Funktionen als Ergänzung zu Aperture.

Importieren und Bildverwaltung

Das Konzept von Lightroom erinnert mich an meine Windowszeit, in welcher ich Fotos noch manuell im Dateisystem abgelegt und verwaltet habe. Wer Aperture oder iPhoto kennt weiss, dass die Fotos im Finder nicht direkt zu sehen sind, da sie im jeweiligen Programmpaket verschachtelt abgelegt sind. Zwar kann man dort seine Masterdateien finden, so ist es aber nicht gedacht. Vorteil von Aperture: Aufgeräumtes Dateisystem und alles an einer Stelle. Nachteil: Timemachine zickt zum Teil beim Backup des Programmpaketes, so dass es durchaus passieren kann, dass Bilder im TM-Backup fehlen! Das ist mir selber schon passiert aber ich mache zum Glück immer zwei zusätzliche Backups.

Lightroom hingegen importiert die Fotos in das Dateisystem. Mit Ordnern, welche auch im Finder zu sehen sind aber tunlichst nicht im Nachhinein über diesen geändert werden sollten. Änderungen wie verschieben, löschen und umbenennen bitte immer in Lightroom vornehmen. Lightroom findet ansonsten die Fotos nicht wieder. In Lightroom gibt es demnach nicht die von iPhoto oder Aperture bekannten „Ereignisse“ bzw. „Projekte“, sondern klassische Ordner im Dateisystem. Vorteil: Diese werden auch sauber von Timemachine gesichert. Zusätzlich kann man wie auch bei Aperture beim importieren direkt eine Kopie auf einer anderen Festplatte anlegen. Alle Änderungen an den Fotos werden nur im Lightroom Katalog gesichert. Sortieren kann man Bilder in Lightroom neben den Dateiordnern über das Bewertungssystem und „Sammlungen“, welche am ehesten einem Album in Aperture entsprechen. Schöner sieht die Bildverwaltung definitiv in Aperture mit seinen Projekten aus, welche ich mit der Maus überfliegen kann und direkt die enthaltenen Fotos sehe. Dagegen ist Lightrooms Oberfläche der Bibliothek regelrecht altbacken und nicht sehr „sexy“.

Zusammenlegen von Katalogen

Eine Funktion in Aperture, welche ich regelmäßig genutzt habe: Mediatheken zusammenlegen. Wenn ich unterwegs am MacBook Pro Fotos importiert und mit der Sichtung, Bewertung und Bearbeitung angefangen habe, diese aber am iMac zu Ende bringen wollte, so war dies kein Problem. Einfach die Mediathek (welche alle Originaldateien inkl. der Änderungen enthält) mit der am iMac zusammenlegen. Bei doppelten Fotos kann man die letzte Version importieren. Alles kein Problem und supereinfach.

In Lightroom hat keiner von meinen Freunden je eine ähnliche Funktion benutzt. Es gibt sie aber! Unter „Datei“ -> „aus anderem Katalog importieren“ ist genau die Funktion versteckt. Es können alle Masterdateien inkl. der Änderungen vom MBP am iMac importiert werden und man kann festlegen, wie man mit Duplikaten umgeht. Perfekt und gut, dass es diese Funktion gibt. Das hätte ich wirklich vermisst.

Bildbearbeitung / Entwickeln

Hier sammele ich gerade noch Eindrücke, so dass ein Urteil sicherlich zu früh wäre. Die automatische Tonwertkorrektur liefert in Aperture definitiv die (für mich) bessere Ausgangsbasis für weitere Anpassungen. Merkwürdig finde ich, dass die Gradiationskurve für die einzelnen Farbkanäle in LR nur anwählbar ist, wenn ich das kleine „Kurvensymbol“ in diesem Bereich anklicke und die Regler ausblende. Die Anwahl der Presets liefert in LR nur eine Vorschau, wenn man den Navigator geöffnet hat. In Aperture öffnet sich automatisch eine Vorschau. Aber gut, man gewöhnt sich an alles und ich fühle mich einfach in Aperture aktuell noch mehr zu Hause als bei LR. Andererseits ist ein solcher Wechsel bei weitem nicht so komplex wie im Audiobereich von Logic zu Cubase, so dass mich solche Dinge sicherlich nicht davon abhalten LR zu nutzen. Andere Dinge hingegen könnte dies schon schaffen, womit wir zu den ersten Bugs kommen.

Integration

Gerade ist mir noch aufgefallen, dass beim senden eines Fotos per Mail aus LR nicht das Mailprogramm geöffnet wird und ich auch keinen direkten Zugriff auf meine Adressen habe :-/ Beim Ziehen eines bearbeiteten Fotos aus LR in den Finder oder eine andere Anwendung werden die Anpassungen nicht mit „exportiert“ sondern lediglich das Originalfoto kopiert. Nicht schön. Ich muss also wirklich den Exportdialog bemühen! Das ist in Aperture schöner gelöst. Es wird immer das bearbeitete Foto verwendet (was ja auch Sinn macht!).

Bugs in Lightroom

Mir ist es in den paar Tagen, in denen ich mit LR gearbeitet habe schon ein paar Mal passiert, dass ich es neu starten musste. Hauptproblem war, dass der Mauszeiger nur noch ein normaler Pfeil war und keine Funktion zum zoomen oder bewegen eines Bildauschnittes zeigte! Das nervt dann schon. Weiterhin hatte ich Darstellungsprobleme beim auf- und zuziehen des linken Bereiches. Das Bild war dann nur noch halb zu sehen und hat sich nicht (wie sonst) automatisch verkleinert und angepasst. Diese Meldung hier erhalte ich im Diashow Modul: „dynamiclinkmediaserver has encountered an error.“. Mal sehen, wann der erste Bugfix kommt. Weitere Bugs sind auch Adobe bekannt und es wundert mich schon, da es schließlich eine Betatest-Phase gegeben hat. So werden die Rauschreduzierung und Schärfeanpassungen bei Dateien < 1/3 der Originaldateigröße nicht mit exportiert! Habt Ihr eigene Bugs entdeckt?

Vorläufiges Fazit

An die Bibliothek kann man sich gewöhnen, schön ist aber anders. Das Wechseln der Module dauert auch auf meinem recht zügigen MBP mit SSD immer ein Weilchen. Das geht bei Aperture wesentlich schneller. In Sachen Ergonomie der Benutzeroberfläche gehen die Punkte (für mich) aber so was von eindeutig an Aperture! Gerade am 13″ MBP fällt auf, dass Aperture eine wahre Wohltat für die Augen ist und wesentlich mehr Platz für’s wesentliche (das Bild) liefert. Selbst wenn ich alle Bereiche in LR verkleinere und dem Bild das Maximum an Platz zur Verfügung stelle, ist das Bild in Aperture um gefühlte 20 % größer. In Lightroom komme ich mir bei 13″ total beengt vor. Das Gefühl hatte ich in Aperture nie! Vielleicht ist die Oberfläche von Aperture einfach aufgeräumter. Der reine Funktionsumfang von LR ist in Sachen Rauschreduzierung und Perspektivkorrektur dem von Aperture natürlich um Meilen voraus. Bereiche wie HSL und Teiltonung muss ich mir genauer anschauen. Bei den Grundeinstellungen gefällt mir der Klarheit-Regler von den Ergebnissen besser als der Definition-Regler in Aperture. Ich bin gespannt, wie die Ergebnisse in der Praxis aussehen und ob ich ähnlich schnell und komfortabel mit LR arbeiten kann wie bisher mit Aperture. Eine gewisse Ein- oder Umgewöhnung ist aber auf jeden Fall notwendig. Für mich ist aktuell noch nicht klar, ob ich komplett auf LR umsteige oder es nur für die Fälle nutze, wo Aperture einfach die Tools fehlen. Mein Bauchgefühl sagt mir, es läuft auf letzteres hinaus. Aber endgültig werde ich das erst in ein paar Wochen wissen. Wie waren Eure Erfahrungen mit dem Umstieg von Aperture auf LR?

 

21 Comments

  1. Jörn
    14. Juli 2013

    Danke für deinen Eindruck! Was mich betrifft: Ich habe bislang nicht einen Bug registriert, aber vielleicht nutze ich die Software auch nicht so umfangreich wie du? Ich drücke wirklich nur einmal auf „Automatik“, aktiviere die Korrekturen und korrigiere dann die nötigen Regler. Das war’s zumeist schon. Vielleicht hast du Apps auf deinem iMac laufen, die sich mit Lightroom nicht vertragen?

    Ja, Aperture sieht auch für mich besser aus, aber ich habe mir die Lightroom-Oberfläche inzwischen so weit wie möglich an den Aperture-Look angepasst, indem ich „Leisten“ oben und unten abgeklickt habe. So sehe ich immer größere Fotos, als wenn alle Leisten aktiv sind. Ich sehe z. B. auch nicht die „Buttons“ für Bibliothek, Entwickeln, Karte, usw. Das ist alles ausgeblendet. Ich navigiere innerhalb der Software fast nur per Tastatur.

    Was Mailen aus Aperture oder Lightroom betrifft: Habe ich nie verwendet. Auch in Aperture habe ich zu versendende Bilder immer erst in der gewünschten Auflösung aus der Anwendung exportiert und diese Datei(en) dann an die Mail gehängt.

    Jörn

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    1. Markus
      14. Juli 2013

      Ich habe auch genau diese Dinge ausgeblendet aber komme immer noch nicht auf die Bildgröße in Aperture. Mir ist noch etwas aufgefallen: Im Vollbildmodus konnte ich in Aperture immer noch auf meine Werkzeuge zugreifen. Das geht in LR nicht. Das mit dem Mailen war für mich immer sehr praktisch, zumal ich ja in Aperture selten die Fotos exportiert habe. Ich konnte direkt aus anderen Anwendungen (z. B. Mail oder Final Cut Pro X) auf die bearbeiteten (!) Fotos in Aperture zugreifen ohne diese exportieren zu müssen.

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      1. Jörn
        14. Juli 2013

        Na ja – man sieht deutlich, dass beide Programme aus unterschiedlichen Häusern stammen. Die ketzerische Frage wäre jetzt, ob es bei Apple Standard ist, besser auszusehen, aber weniger zu können … 😉

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  2. Markus
    14. Juli 2013

    Hehehe, Du Ketzer 🙂 Für mich sind diese Dinge aber nicht nur eine Frage des Aussehens. Aperture vereinfacht schlicht den Workflow bei den genannten Punkten. Klar, dass ich jetzt auch auf solche Dinge schaue, die für mich in der Praxis relevant sind. Noch etwas ist mir gerade in LR aufgefallen (Sammlungen vs. Alben): Aus einer Smart-Sammlung kann ich keine Fotos löschen! Wenn ich aber gerade über eine Smart-Sammlung zu löschende Fotos (z. B. alle mit nur einem Stern Bewertung) selektieren und anschliessend löschen möchte, geht dies nicht! Und auch bei „normalen“ Sammlungen lösche ich zwar das Foto aus der Sammlung aber nicht von der Festplatte. Du siehst: Zumindest für mich ist beim täglichen arbeiten nicht alles Gold was glänzt. Mein Verdacht, dass ich zum Verwalten der Fotos weiterhin Aperture nutze und LR nur für bestimmte Bearbeitungen einsetze, verhärtet sich.

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    1. Jörn
      14. Juli 2013

      Lass das mit dem Verhärten noch nicht zu und gib dir noch etwas Zeit. Ich vermisse Aperture gar nicht mehr. Man kann (und muss) sich einfach nur umgewöhnen.

      Antworten
    2. Andreas
      19. Juli 2013

      Du kannst doch erat innerhalb der Sammlungen die zu löschenden Bilder als zu entfernen markieren und dann zum Schluß aus der Bibliothek löschen.
      Gruß
      Andreas

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      1. Markus
        19. Juli 2013

        Das ist natürlich auch eine Option. Danke! Siehe auch meinen Kommentar bei Jörn: Jetzt müsste man nur noch konsequent direkt bewerten und ausmisten 🙂 Aber das ist kein Problem der Software, sondern des Users…

        Antworten
  3. Andreas
    14. Juli 2013

    Hallo Markus,

    gerade zu Deinem letztem Punkt ist es meiner Meinung einfach eine Frage des Arbeitstiles. Warum vergibst Du an Fotos einen Stern – wenn Du sie hinterher löschen willst? Mach das doch mit einem x – dann bekommen die Fotos die schwarze Flagge und die kannst Du später ganz bequem löschen.

    Das man aus Sammlungen heraus nicht löschen kann, ist auch sinnvoll – denn ein Foto kann ja in mehreren Sammlungen vorhanden sein. Und würdest Du es direkt aus der einen Sammlungen löschen können, würdest Du dich hinterher wundern, warum es in der anderen Sammlung weg ist.

    Antworten
    1. Markus
      14. Juli 2013

      Ist ein Argument! Danke für den Tipp 🙂

      Antworten
      1. Andreas
        14. Juli 2013

        Und die Werkzeugleiste blendest Du ganz einfach mit T ein und aus – egal, ob alle Leisten (die Du mit F5, F6, F7 und F8 alle einzeln aktivieren/deaktivieren kann) an sind oder Du im Vollbildmodus bist.

        Generell finde ich es wichtig, sich die Tastaturkürzel zu merken – damit ist ein viel schnelleres arbeiten in LR möglich wie nur mit der Maus.

        Gerade das durchschauen von hunderten Fotos geht im Vollbildmodus in Nullkomme nichts (so mache ich das:)

        nach dem Import zum ersten Bild springen
        Vollbildmodus an (E)
        Caps Lock aktivieren (damit springt LR nach dem Markieren direkt zum nächsten Bild weiter)

        und dann nur noch

        x für löschen und
        p für bleibt

        So hast Du wirklich hundert Fotos in Nullkommenichts ausgemistet.

        Wenn Du dann fertig bist, einmal G drücken (Rasteransicht), dann oben auf Attribute klicken – die schwarze Fahne aktivieren (jetzt siehst Du alle mit x markierten Fotos), STRG-A (alle markieren) und dann löschen. Fertig. So hast Du wirklich ganz schnell den Ausschuß ausgemistet.

        Antworten
        1. Markus
          14. Juli 2013

          Genau so Tipps brauche ich für den Umstieg! Danke. Da ich ohnehin gerne mit Tastaturkürzeln arbeite, werde ich mir die schnell merken.

          Antworten
  4. Dom
    14. Juli 2013

    Hallo Markus,

    sehr schöne Sammlung deiner Eindrücke! Ich bin ja seit Version 4 dabei und kann mir keine Alternative vorstellen.

    Wenn ich das richtig lese, hast du deine Frage unter meinem eigenen Beitrag (Kopfkiste) schon selbst beantwortet – oder gibt’s noch Fragen?

    Zum Löschen, Umbenennen etc. im Finder: Lightroom hat eine etwas versteckte aber sehr nützliche Recovery-Funktion. Selbst wenn du einen Ordner mit Hunderten von Bildern verschiebst, kannst du Lightroom mit wenigen Klicks den neuen Ordner „zeigen“ und es findet sofort alle Bilder darin – mitsamt Unterordnern.

    Wichtig beim Importieren, falls es immer noch so ist wie bei LR 4 (unter Windows): LR trennt Bilder und Katalog. Der Katalog (also eine Dokumentation der Pfade aller Quellbilder, der Sammlungen und aller Änderungen) wird an einem von dir gewählten Ort gespeichert. Die RAW-Files sitzen aber beim Standardimport auf der Systemfestplatte (unter Win in „Eigene Bilder“). Deine Sammlung ist also über zwei Standorte verteilt. Bei kleinen, aufgeräumten Systemplatten ist das ärgerlich. Das umgeht man mit einem Import-Profil. Beim Import am rechten Rand deinen Wunschpfad wählen, dann am unteren Rand als Profil speichern.

    Als ich deswegen sämtliche Bilder auf einmal verschoben habe (ich hab das gern nah beisammen), gab es dank der Ordnersuche keine Komplikationen. Und jetzt sind Importe, Bearbeitungsdaten und Exporte auf derselben Platte. 🙂

    Antworten
  5. Markus
    14. Juli 2013

    Hallo Dom,

    Danke für Dein Feedback 🙂 Ich experimentiere da aktuell noch viel rum. Eine Frage zum „verschmelzen“ von Katalogen habe ich doch noch: Was passiert denn, wenn ich Katalog und verwendete Original vom MBP auf eine externe Platte kopiere und dann am iMac Fotos aus dem Katalog importieren möchte? Vermutlich findet der Katalog auch dann durch die Kopieraktion auf eine externe Platte nicht mehr die Bilder. Ich muss wahrscheinlich vorher aus LR den Katalog inkl. Bilder mit der „Katalog exportieren“ Funktion auf die externe Platte kopieren oder?

    Antworten
    1. Dom
      15. Juli 2013

      Markus,

      schwierige Frage, hab ich so noch nicht probiert. Ich würde darauf tippen, dass „Katalog exportieren“ immer die sicherste Variante ist.

      – Dom

      Antworten
  6. Andreas
    11. Oktober 2013

    Hallo Markus,

    danke für Deine Erfahrungsberichte. Ich kam dank meiner neuen Kamera „für umme“ an LR5. Nach ein paar Stunden testen und Erfahrungsberichte lesen habe ich mich gegen einen Wechsel entschieden. Ich werde also so wie von Dir evtl vorgesehen nur vereinzelt auf LR zurückgreifen. „Hauptabschreckungsgrund“ ist für mich die Migration (meine Aperture-Bearbeitungen können nicht mit umziehen). Mich würde interessieren, wie Du das siehst, da Du darauf bisher noch gar nicht eingegangen bist.

    VG,
    Andreas

    Antworten
    1. Markus
      12. Oktober 2013

      Hallo Andreas,

      ich werde meine alten Fotos in jedem Fall in der Aperture Library lassen, da mir die komplette Neubearbeitung viel zu aufwendig wäre. Ich bin aber auch nicht der Typ, der alte Bilder neu sichtet und bearbeitet. Aperture bleibt aus diversen Gründen (Fotostream, Einbindung in FCPX, etc.) mein Bildverwaltungsprogramm. Und wenn ich bei einem Foto mit den Bordmitteln nicht weiterkomme, bearbeite ich es in LR und importiere es anschliessend wieder nach Aperture.

      VG
      Markus

      Antworten
  7. Ulf
    7. August 2014

    Ach ja, Lightroom, wie lange probiere ich es jetzt damit schon immer wieder mal? Und jedes Mal, wenn ich dann wieder Aperture verwende, geht alles schneller und komfortabler. Keine Frage: Es gibt Bilder mit schwierigen Lichtverhältnissen oder mit Verzerrungen meiner Objektive, wo Lightroom mehr rausholt als Aperture, aber das sind einzelne Fotos.
    Ansonsten ist und bleibt Lightroom in vielem umständlich und unverständlich. Wenn da nicht ein Lightroom 6 mit deutlich verbessertem Workflow kommt, kann ich mir einen endgültigen Wechsel trotz Apertures baldigem Ableben nicht vorstellen. Momentan überlege ich sogar, ob ich nicht für meine Fotos dann standardmäßig die Photos-App von Yosemite (!) nehmen werde und nur bei Einzelfotos auf Lightroom zurückgreife.
    Um nur noch einmal auf Lightroom zu schimpfen: Ich fotografiere ständig Menschen in schwierigen Lichtverhältnissen (Konzertfotos) – ein Weißabgleich auf die Hautfarbe ist da einfach sinnvoll. Kennt Lightroom nicht, Aperture seit Version 3, also seit fast 4-einhalb Jahren. Was ist das für ein Gepfrimel mit Lightroom, einigermaßen ansehnliche Hauttöne hinzubekommen.
    Wie ging denn deine Lightroom-Reise weiter, Markus?
    Viele Grüße, Ulf

    Antworten
    1. Markus
      7. August 2014

      Hallo Ulf, ich bin mittlerweile für die Bearbeitung komplett auf LR umgestiegen. Den Weißabgleich auf Hauttöne vermisse ich nach wie vor, mache dies aber nun nach Augenmaß. Ich habe zwar eine Zeit überlegt, ob ich alle fertigen RAWs in Aperture als exportierte JPGs verwalte, habe diese Idee aber verworfen. Zu kompliziert und den Ex- und Import würde ich nicht nachhalten und somit irgendwann nicht mehr wissen, ob ich alle Fotos erwischt habe.

      Andersrum hatte ich es auch mal überlegt (Aperture nutzen und nur spezielle Aufgaben in LR erledigen), allerdings fehlte mir lange Zeit der RAW Support für meine Sony in Aperture. Ich bin auf „Photos“ auch ein wenig gespannt, glaube aber nicht daran, dass es ausreicht. Aber warten wir mal ab, was Apple da vorstellen wird.

      Antworten
  8. Holger Fehsenfeld
    29. August 2014

    Hallo Markus,

    danke für Deine Beschreibungen und auch für die anderen informativen Kommentare. Ich bin in derselben Situation – wechseln ja oder nein, da ich seit Anbeginn AP nutze und mich schwer davon trennen würde können. Ich hatte diverse Gelegenheiten, mich mit anderen Nutzern über LR auszutauschen, habe auch eine Lizenz, die ich zuweilen nutze. Ich werde aus folgenden Gründen derzeit nicht wechseln:

    (1) Die geschmeidige Oberfläche möchte ich nicht vermissen, dazu die wunderbare Möglichkeit,fast ausschließlich im Vollbildmodus zu arbeiten.

    (2) Ein Killer-Feature von AP ist für mich die Freiheit in der Buchgestaltung. Nur in AP kann ich komplett eigene Layouts mit sehr hohen Freiheitsgraden erstellen (auch wenn das Buchmodul einige sehr lästige Bugs hat).

    (3) Apple hat offiziell angekündigt, dass AP während der Laufzeit von Yosemite – wenn auch ohne Funktionserweiterungen – durch Updates weiter gepflegt wird; es gibt also außer dem Wunsch nach neuen Features keinen zwingenden Grund, vor ca. 2016–2017 AP aufzugeben.

    (4) Durch die aus der Entwicklerkonferenz bereits bekannten tieferen Verzahnungen von Photo-Bearbeitungsfunktionen mit OS X werden sich viele Vorteile in der Kooperation mit anderen Applikationen und Plug-ins ergeben, die heute schon besser ist als in LR.

    (5) Beim Erscheinen von Photo im Frühjahr 2015 (meine Prognose: Mai/Juni) wird vermutlich – wie nicht selten bei Apple – zunächst eine Version erscheinen, die noch diverse Lücken in der Funktionalität aufweist (Beispiel: die letzten iWork-Upgrades), und die erst nach und nach zum endgültigen, heute noch unbekannten Funktionsumfang ergänzt werden wird. In dieser Zeit werde ich in Ruhe AP weiterbenutzen und mit Photo Erfahrungen sammeln.

    (6) Aus einem unlängst besuchten Workshop bei Apple habe ich Signale (keine Fakten) aufgefangen, die eine noch bessere Oberfläche und damit einen weiterhin guten Workflow erwarten lässt.

    FOLGE: Ein Umstieg auf LR (mit all seinen Unbequemlichkeiten für bearbeitete RAW-Dateien) ist nicht eilig. Er ist aber wegen des Aufwands nicht wirklich reversibel. Die Empfehlung von Adobe, die RAWs zusammen mit vorher exportierten Arbeitsdateien im 16-bit-TIFF-Format zu übernehmen, verschweigt dezent, dass aus einer 24 MB RAW-Datei flugs eine zusätzliche 143 MB TIFF-Datei wird. Auch bei heute überschaubaren Preisen für Speichermedien werden so bei 60.000 Fotodateien aus 1,4 TeraByte mal schnell 10 TB.
    Ich werde daher keineswegs umstellen, BEVOR ich die Funktionalitäten von Photo gegen Lightroom abwägen kann. Bis dahin nehme ich in Kauf, das ich ein paar Bearbeitungen extern vornehme.

    Besten Gruß und Gut Licht
    vom Holger

    Antworten
    1. Markus
      5. September 2014

      Hallo Holger, vielen Dank für Dein ausführliches Statement, dass ich in vielen Punkten sehr gut nachvollziehen kann. Ich bin „notgedrungen“ wegen des zu späten RAW-Supports für die RX10 auf LR umgestiegen. Die Verwaltungsfunktion ist immer noch sehr gewöhnungsbedürftig und die Integration in das OS kommt natürlich auch nicht an Aperture heran. Aber alles in allem ist die eigentliche Bearbeitung der RAWs wirklich besser als in Aperture. Gewisse Ergebnisse könnte ich mit Aperture gar nicht erzielen. Erst neulich habe ich etliche Fotos mit der RX10 bis zu ISO 4.000 gemacht, die ich in LR wunderbar entrauschen konnte und dem Kunden geben konnte. Das wäre mit Aperture in der Qualität undenkbar gewesen. Ich werde alle alten Fotos auch weiterhin in Aperture belassen und erst exportieren (vielleicht auch einfach nur nach Photos) wenn Aperture nicht mehr unter einem neuen OS supported wird. Dies sehe ich aber auch nicht vor 2016/2017. Den Export nach TIFFs halte ich auch für nicht praktikabel bei einer größeren Menge an Fotos! VG und auch Dir gutes Licht, Markus

      Antworten
      1. Jörn
        5. September 2014

        Eine Sache fällt mir gerade noch ein, die vermutlich auch noch für Lightroom spricht: Time Machine. Aperture organisiert seine Datenbank gewöhnlich in einem Paketfile. Ich weiß es zwar nicht, aber ich bezweifle, dass man mit Time Machine in diesem Paketfile nach versehentlich gelöschten Bildern suchen kann. Lightroom organisiert Bilder auf Finder-Ebene – und zwar identisch, wie man seine Ordnerstruktur in der Adobe-Software angelegt hat. Man könnte hier auch leicht über den Finder nach Bildern suchen, falls das aus irgendwelchen Gründen mal notwendig sein sollte.

        Antworten

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