10 Tipps für bessere Fotos

Dieser kurze Artikel richtet sich an Fotografieanfänger und stellt meine persönlichen Top 10 vor. Los geht’s:

  1. Als Anfänger wirst Du die deutlichsten Verbesserungen nicht (mehr) durch eine neue Kamera erzielen. Mit modernen Smartphones oder auch älteren Kameras lassen sich super Ergebnisse erzielen, wenn Du Dein Auge schulst und sehen lernst. Das ist noch wichtiger als die Technik (die natürlich dennoch eine nicht unwichtige Rolle spielt). Aber eine neue Kamera, ein neues Objektiv oder ein neuer Blitz bringen Dir als Anfänger nicht automatisch bessere Fotos, dafür aber automatisch ein leeres Konto :-). Daher steht dieser Tipp auch klar an erster Stelle! Nutze die Kamera die Du hast oder die Du Dir leisten kannst und verbessere Dein Auge und das Verständnis davon, was ein „gutes“ Foto ausmacht. Das kann man lernen und hat (bis zu einem gewissen Punkt) nichts mit Begabung oder Talent zu tun. Und das Beste: Dank YouTube und etlicher Fotografie-Blogs kannst Du Dir das autodidaktisch beibringen.
  2. Fotografieren = Zeichnen mit Licht. Achte auf das Licht. Ein Foto desselben Motivs kann Morgens oder Abends komplett anders wirken. Nicht umsonst entstehen die stimmungsvollsten Fotos in der goldenen oder blauen Stunde.
  3. Halte Dich zumindest am Anfang an die Regeln der Komposition. Setze das Motiv nicht (immer) in die Mitte, sondern z. B. in den goldenen Schnitt. Achte auch auf führende Linien.
  4. Vordergrund macht Bild gesund. Dies gilt vor allem in der Landschaftsfotografie. Es muss nicht immer ein selbst hingelegtes Blatt sein aber man darf hier durchaus schummeln und Elemente im Bild platzieren, wenn keine da sind. Oft hilft aber einfach ein wenig umherzugehen, sich auch mal umzudrehen und schon findet man einen neuen Blickwinkel der gefälliger wirkt und Elemente mit ins Foto nimmt, die nicht ablenken sondern unterstützen. Achte zum Beispiel auf natürliche Rahmen.
  5. Lerne das Belichtungsdreieck. Den Zusammenhang zwischen Verschlusszeit, Blende und ISO zu verstehen ist eine absolute Grundlage für alle weiterführenden Techniken und das Verlassen des Automatik-Modus.
  6. Besitzt Du bereits eine Kamera die sich manuell einstellen lässt, wende das Wissen aus Punkt 5 an und arbeite abwechselnd mit Blendenvorwahl, Zeitvorwahl oder komplett manuell.
  7. Nutze am Anfang nur eine lichtstarke Festbrennweite. Lerne die Brennweite kennen und nutze die Beschränkung kreativ. Zoome mit den Füßen. Spiel mit der Perspektive. Außerdem hast Du damit ein schönes Objektiv für Porträts wenn es um die 50mm (äquivalent am Vollformat – Stichwort „Crop-Faktor“) hat. 
  8. Hör nicht auf die Werbung. Es muss nicht das neueste Modell sein. Nicht, wenn Du es als Hobby betreibst und auch nicht, wenn Du damit Geld verdienen möchtest. Ich bin neulich selber erst wieder auf die Werbung „reingefallen“. Daher spreche ich aus Erfahrung, da ich selber gerne mal in diese Falle tappe. Klar fasziniert uns Fotografen das neueste Autofokus System oder das noch lichtstärkere Objektiv. Aber es gibt keine Kamera und kein System, was den Titel „eierlegende Wollmichsau“ verdient. Manche Kameras sind vielleicht nah dran aber bevor man hier investiert, sollte man genau wissen, worauf man sich spezialisiert. Ansonsten wird man (wie ich teilweise in der Vergangenheit) viel Geld verbrennen. Und letztlich geht es für mich immer um Emotionen die man einfängt und nicht so sehr um das letzte Quäntchen Schärfe oder möglichst viele Megapixel.
  9. Probier am Anfang viel aus. Mehr Fotografieren und weniger darüber lesen :-) Zeige Details, mache minimalistische Fotos, fotografier Schatten, nutze Reflektionen, finde symmetrische Anordnungen, wähle andere Perspektiven (leg Dich auf den Boden, klettere auf eine Leiter oder ähnliches). Lass Deiner Fantasie freien Lauf und lass Dich von anderen Fotografen inspirieren.
  10. Zu guter Letzt: Versuche jeden Tag, jede Woche oder jeden Monat (je nach Zeit und Priorität) ein Foto zu machen, von dem Du behaupten kannst: Das ist das beste Foto des Tages (der Woche, des Monats).

Und nun viel Spaß und gutes Licht bei Deiner Fotografie!

Und was ist mit der Bearbeitung?

Wenn Du nicht zu den Puristen gehörst, für die Bildbearbeitung schwarze Magie ist und nichts mit Fotografie zu tun hat, solltest Du Dich auf jeden Fall mit dem Thema beschäftigen. Für mich gibt es keine unbearbeiteten Fotos. Gab es auch noch nie. Auch zu analogen Zeiten wurden in der Dunkelkammer die Fotos bearbeitet. Und ein JPG out of Cam wurde auch bearbeitet. Von der Kamera. Ein unbearbeitetes RAW ist nicht schön und muss bearbeitet werden. Aber auch da gibt es Verfechter, die unbearbeitete RAWs für den heiligen Gral halten. Soll jeder für sich glücklich werden. Kunst ist schon immer etwas sehr subjektives gewesen und daher lasse ich mich ungern auf solche Diskussionen ein. Macht es so, wie es Euch gefällt. Ob bunt und poppig, mit Filter oder ohne, entsättigt oder komplett schwarz/weiß oder mit zusätzlichen Elementen wie Himmel, Mond oder Einhörnern. Der Unterschied zwischen Bearbeitung und Composing verschwimmt auch immer weiter. Bleibt hier locker und lasst euch nicht verrückt machen. Es muss nicht allen gefallen. Experimentiert auch hier und probiert euch aus. Es muss euch Spaß machen!

Mehr zum Thema Bildbearbeitung bei CremerSeele

Und die Technik?

Wer doch ein wenig nach Technik schnüffeln möchte oder einen Tipp für eine Einsteigerkamera benötigt, hier eine wirklich kleine Liste meiner persönlichen Empfehlungen, wenn mich jetzt ein Freund oder eine Freundin nach einem Rat fragen würde und als Budget maximal 700 – 800 EUR (inkl. Objektiv) hat. Ich werde übrigens von keinem Kamerahersteller gesponsert auch wenn ich für Einsteiger nachfolgend Sony empfehle. Ich habe alle meine Kameras (und das waren und sind welche von Canon, Nikon, Fuji und Sony) stets selber für mein Gewerbe gekauft und kann vollkommen unabhängig meine ehrlichen Empfehlungen aussprechen. Auch Canon, Nikon, Fuji oder andere Marken haben tolle Modelle aber Sony hat aktuell (und eigentlich schon seit einigen Jahren) die Nase in Sachen Innovation und Technik in meinen Augen (!) einfach vorne. Aber das alleine wäre eine Thema für einen Stammtisch und die Gemüter schlagen da erfahrungsgemäß immer hoch (warum ,verstehe ich ehrlich gesagt nicht).

  • Sony A6000* – Immer noch eine klare Preis-/Leistungsempfehlung, wenn es um Fotos geht. Videos in 1080p sind auch immer noch erstaunlich gut und für private Zwecke vollkommen ausreichend. Wer mehr möchte, dem empfehle ich aber ein neueres (und teureres) Modell mit 4K.
  • Festbrennweite 35mm 1.8 von Sony* – schönes aber verhältnismäßig teures Objektiv gemessen an der recht schwachen Schärfe. Dafür hat es einen optischen Bildstabilisator.
  • Festbrennweite 30mm 1.4 von Sigma für Sony E-Mount* – schärfer und lichtstärker als das Sony 35mm 1.8 aber ohne optischen Bildstabilisator. Ich würde das Sigma dem Sony 35mm vorziehen auch wenn es das älteste Sigma aus der Serie ist und der AF nicht ganz so schnell ist wie der vom 16mm* oder 56mm*. Es hat einfach die universellste Brennweite. Auch wenn es fast so teuer ist wie der Body der A6000, meine klare „Immer-drauf“ Empfehlung für die Sony Alpha 6xxx Serie. Brennweiten sind bei Sony mit 1,5 zu multiplizieren um auf die äquivalente Brennweite für Vollformat zu kommen. Daher finde ich die 45mm an Vollformat auch noch ein wenig praktischer (in Innenräumen) als die 52,5 mm beim Sony. Aber das ist Geschmacksache.
  • Reisekamera Sony RX100III* – Warum ich die verhältnismäßig alte Mark 3 als Allrounder empfehle? Weil sie für Fotos immer noch identische Bildqualität zu den neueren Modellen bietet und nur die Hälfte kostet. Lasst Euch nicht von der Lichtstärke täuschen. Auch diese muss hinsichtlich des Freistellungspotentials (nicht der Belichtung) mit dem Crop-Faktor multipliziert werden. Ihr habt aber immerhin noch ein 24-70 Objektiv mit ca. f/4,8 – f/7,5. Ja, diese Werte gibt es nicht auf einer Skala aber sie geben einen Anhaltspunkt für das Freistellpotential. Und das ist gering. Außer ihr geht sehr nah dran und/oder zoomt rein. Aber die Qualität des 1″ Sensors ist immer noch sehr gut und für jedes Fotobuch ausreichend! Das sind die Fotos der neueren Smartphones aber auch und sie sind noch hosentaschentauglicher als die Sony :-) Überlegt euch also gut, ob ihr das Geld ausgeben wollt oder für den Urlaub nicht einfach das Smartphone nutzt. Zumal ihr da auch noch 4K Videos (wenn das wichtig ist) filmen könnt und Fotos direkt bearbeiten und teilen könnt. Ich habe mittlerweile alle meine RX100 (I, III und V) und RX10 (I und II) Kameras verkauft, da ich entweder meine Fuji X100F oder die Sony A6000 oder A6400 mit in den Urlaub nehme oder wirklich nur mein Smartphone. Hin und wieder vermisse ich die RX100 aber :-)

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